Getrübter Badespaß in Neu-Ulm
: Auch das noch! Blaualgen im Ludwigsfelder Baggersee

Saugwürmer-Larven in Pfuhl, und jetzt Cyanobakterien im zweiten Neu-Ulmer See. Das sagt der Öffentliche Gesundheitsdienst zu den damit verbundenen Risiken.
Von
Niko Dirner
Neu-Ulm
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Am Kiosk beim Ludwigsfelder See hat die Stadt ein Warnschild anbringen lassen.

Am Kiosk beim Ludwigsfelder See hat die Stadt ein Warnschild anbringen lassen.

Sonja Fiedler
  • Badewarnung für Ludwigsfelder Baggersee wegen Blaualgen – Hautreizungen und Übelkeit möglich.
  • Pfuhler See ebenfalls betroffen: Saugwurm-Larven können juckenden Ausschlag auslösen.
  • Gesundheitsdienst rät, kein Wasser zu schlucken und Algenbereiche zu meiden.
  • Besonders gefährdet: Kleinkinder – Kontakt mit Flachwasser und Pflanzen vermeiden.
  • Kein Badeverbot erlassen, da nur kleine Bereiche betroffen – Rückgang bei kühlerem Wetter erwartet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die passenden Außentemperaturen hätte es ja – und trotzdem will in Neu-Ulm kein wirklicher Badespaß aufkommen. Im Pfuhler See tummeln sich, wie berichtet, die Larven von Saugwürmern, die einen stark juckenden Ausschlag hervorrufen können. Und als wäre das nicht genug, spricht das Landratsamt Neu-Ulm nun für den Ludwigsfelder Baggersee eine Badewarnung aus. Dort wurden Blaualgen nachgewiesen.

„Badegäste sind zur Vorsicht aufgerufen“, teilt der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) des Landkreises mit. Entsprechende Hinweisschilder seien von der Stadt Neu-Ulm schon angebracht worden. Blaualgen, oder auch Cyanobakterien, können Hautreizungen sowie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall verursachen. Wo sich Blaualgen ansammeln, bilden sich Schlieren an der Wasseroberfläche, teilt die Behörde weiter mit. Der ÖGD empfiehlt daher, Bereiche zu meiden, in denen es augenscheinlich Algen oder Schlieren gibt, zudem sollten Bereiche mit trübem Wasser und geringer Sichttiefe umschwommen werden. Als Anhaltspunkt dafür könne dienen, dass der Badegast die eigenen Füße noch erkennt, wenn er oder sie bis zu den Knien im Wasser steht.

Übelkeit und Durchfall können Folgen sein

Außerdem sollte man darauf achten, kein Wasser beim Baden zu verschlucken. Zudem wird geraten, sich nach dem Schwimmen gründlich mit sauberem Wasser abzuwaschen. Ebenso wird von der Behörde empfohlen, „zeitnah“ die Badekleidung wechseln. Insbesondere Kleinkinder seien gefährdet und sollten nicht am Gewässerrand plantschen oder im Flachwasserbereich spielen. Bei Symptomen wie Hautreizungen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall sollte eine ärztliche Einschätzung eingeholt werden.

Ein Badeverbot ist aus Sicht des ÖGD derzeit allerdings „nicht verhältnismäßig“. Denn es seien nur kleinere Stellen des Sees von Blaualgen betroffen. Das könnte sich freilich ändern, da das Wachstum von Blaualgen durch viel Sonnenschein, wenig Regen und hohe Wassertemperaturen gefördert wird. Vornehmlich dann, wenn zugleich die Nährstoffkonzentration im See hoch ist. Entsprechend sei bei kälter werdenden Außentemperaturen wieder mit einem Rückgang des Blaualgenvorkommens zu rechnen.

Am Steg ist heuer, anders als 2022, kein Hinweis auf die Blaualgen zu sehen - nur an der Seitenwand des Kiosks bei den Toiletten.

Am Steg ist heuer, anders als 2022, kein Hinweis auf die Blaualgen zu sehen - nur an der Seitenwand des Kiosks bei den Toiletten.

Sonja Fiedler

Es ist nicht das erste Mal, dass das Landratsamt wegen Blaualgen eine Badewarnung für den Ludwigsfelder See ausspricht. 2022 war das zuletzt der Fall. Damals wurde von Ende August drei Wochen lang davon abgeraten, das Gewässer zu nutzen.