Geldautomat gesprengt: Feuerwehr in Altenstadt: „Vor Ort trafen wir auf eine extreme Verwüstung“

Polizei und Landeskriminalamt sind am Tatort im Einsatz.
Ralf ZwieblerIm Landkreis Neu-Ulm ist zum zweiten Mal binnen zwei Wochen ein Geldautomat gesprengt worden. Diesmal ist eine Bankfiliale in Altenstadt betroffen. Wie ein Polizeisprecher auf Nachfrage mitteilte, seien mehrere Täter am Mittwochmorgen (24.) gegen 3.50 Uhr in die Bank eingedrungen. Dort sprengten sie zwei Geldautomaten in der Filiale, die sich in einem Wohn- und Geschäftsgebäude befindet. Nach der Tat seien die Unbekannten mit einem dunklen Auto in Richtung der nahen Autobahn geflüchtet.
Feuerwehr holt Bewohner aus dem Gebäude
Eindrückliche Bilder zeigt auch die Feuerwehr Altenstadt auf ihrer Facebookseite. „Zwei heftige Explosionen schreckten teilweise unsere Bürgerinnen und Bürger mitten in der Nacht auf“, heißt es dort. „Vor Ort trafen wir auf eine extreme Verwüstung. Rauch drang aus dem Gebäude." Die Feuerwehrleute sperrten den betroffenen Bereich weiträumig ab, holten die Bewohner aus dem Gebäude, belüfteten die Räumlichkeiten und leuchteten die Einsatzstelle aus. Im Einsatz war ein kompletter Löschzug, ein Rettungswagen und mehrere Streifenwagen.
Durch die Sprengung wurde laut Polizei niemand verletzt. Das Bankgebäude wurde aber erheblich beschädigt: Auf Fotos sieht man, dass eine Glastür zu Bruch ging und aus dem Türrahmen gerissen wurde. Auf dem gesamten Vorplatz und bis auf den Bürgersteig verteilten sich unzählige Glasscherben.
Beamte des Landeskriminalamts haben den Tatort untersucht, die Behörde hat die Ermittlungen übernommen. Wie hoch der Schaden in der Bank und am übrigen Gebäude ist, muss nach Angaben der Polizei noch geprüft werden. Ob die Täter Geld gestohlen haben, ist ebenfalls noch unklar.
Genauere Untersuchungen des Sprengstoffes sollen in den kommenden Tagen im Kriminaltechnischen Institut (KTI) des Landeskriminalamtes in München stattfinden, so die Ermittler.
Besteht ein Zusammenhang zwischen der Automaten-Sprengung in Altenstadt und der kürzlich in Vöhringen? Beide Orte trennen keine 20 Kilometer und sie liegen beide an der A7. „Es ist noch viel zu früh, um einen Zusammenhang herzustellen“, sagte ein LKA-Pressesprecher auf Anfrage unserer Zeitung. „Das wird sich möglicherweise in den nächsten Wochen herzustellen.“ Die Überfälle werden ganz überwiegend von organisierten Banden begangen, bevorzugt in der Nähe von Autobahnen, die eine schnelle Flucht ermöglichen. „Das ist bei fast jeder Tat der Fall“, so der Polizeisprecher.
Polizei sucht nach Zeugen
Die Kriminalermittler bitten um Mithilfe und stellen folgende Fragen:
Wem sind in den Nachtstunden im Bereich Altenstadt verdächtige Personen oder Fahrzeuge aufgefallen?
Wer hat im Vorfeld in der näheren Umgebung verdächtige Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit der Sprengung der Geldautomaten stehen könnten?
Wer kann sonst sachdienliche Hinweise zur Tat, den Tätern oder dem Fluchtfahrzeug geben?
Hinweise nimmt das Landeskriminalamt unter der Telefonnummer (089) 121 20 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.