Geflüchtete in Neu-Ulm
: Notfallplan aktiviert: Kreis Neu-Ulm macht zwei Sporthallen für Flüchtlinge bereit

Im Schulzentrum Pfuhl und in der Neu-Ulmer Berufsschule ziehen in den nächsten Tagen Flüchtlinge ein – obwohl die Aufnahmekapazitäten im Kreis erreicht sind.
Von
Christoph Mayer
Neu-Ulm
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Der Landkreis Neu-Ulm bereitet sich auf die Aufnahme weiterer Geflüchteter vor: Sie sollen in Turnhallen zweier Neu-Ulmer Schulen unterkommen.

Giacinto Carlucci

„Die Kapazitäten zur Aufnahme von Asylsuchenden im Kreis Neu-Ulm sind ausgelastet“, sagt Kerstin Weidner, Sprecherin der Kreisverwaltung. Man habe daher einen Notfallplan aktivieren müssen, um die stetige Zahl an Menschen unterzubringen, die in den Landkreis Neu-Ulm kommen oder zugewiesen werden.

Konkret heißt das: Aktuell werde die „alte“ Sporthalle im Schulzentrum Pfuhl hergerichtet, um schnell Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen. Dazu zähle eine Ausstattung mit Betten, Tischen und Stühlen sowie die Einrichtung einer Essensausgabe. Mit einer Belegung sei schon zu Beginn der nächsten Woche zu rechnen, so Weidner auf Anfrage. Die Halle biete Platz für rund 200 Personen und habe sich schon in der Flüchtlingskrise 2015/16 sowie zu Beginn des Ukrainekriegs Anfang 2022 bewährt – dort gibt es unter anderem eine entsprechende Infrastruktur mit Duschen und Toiletten.

Stadt Neu-Ulm, Schulleitungen sowie die betroffenen Vereine seien informiert worden, dass die Halle bis auf Weiteres nicht mehr für Schulunterricht und Vereinssport zur Verfügung stehe. Die „neue“ Halle im Schulzentrum Pfuhl sei für Schule und Vereine dagegen weiterhin nutzbar, versichert Weidner.

Logistisch geeignet

Als zweite Möglichkeit zur Unterbringung wird momentan die Halle der Berufsschule Neu-Ulm klargemacht. Dort rechne man mit einer Belegung ab 20. November, sagt Weidner. „Die baulichen Vorbereitungen befinden sich in den letzten Zügen.“ Auch hier stehe die Kreisverwaltung mit der Schulleitung in Kontakt. Die Halle habe sich ebenfalls bei der Flüchtlingskrise 2015/2016 logistisch als geeignet für eine Notunterbringung erwiesen. Sie biete Platz für rund 200 Menschen.

Um die Betreuung der Flüchtlinge werden sich Mitarbeiter des Ausländeramts am Landratsamt kümmern. Überdies werde ein Sicherheitsdienst eingerichtet, der rund um die Uhr vor Ort sei.

Im Moment sind rund 1900 Menschen in Unterkünften des Landkreises Neu-Ulm untergebracht. Ziel sei, die Belegung der Schulturnhallen möglichst schnell wieder auflösen zu können. Dafür benötige man allerdings dringend alternative Unterbringungsmöglichkeiten, sagt Weidner. Gesucht werden Häuser oder separate Wohnbereiche. Wer passende Objekte zur Verfügung hat, wird gebeten, sich an das Landratsamt Neu-Ulm zu wenden.