Energiewende am Ex-AKW
: Gundremmingen wird Teil eines Forschungszentrums für Kernfusion

Fördergeld, Forschung und Jobs: Der Standort des ehemaligen Kernkraftwerks in Gundremmingen wird Teil eines Forschungszentrums für die Magnetfusion. Was bedeutet das?
Von
Stefan Czernin
Gundremmingen
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Gundremmingen Strellator

Dieses Modell des Münchner Firma Proxima Fusion am ehemaligen AKW in Gundremmingen veranschaulicht die Funktionsweise eines Magnet-Fusionsreaktors. Die komplexe, geschwungene Form der Magnetspulen soll helfen, Plasma stabil einzuschließen

Stefan Czernin
  • Ex-AKW Gundremmingen wird Teil eines Forschungszentrums für Magnetfusion.
  • Proxima Fusion startet dort 2027 mit Kabel- und später Magnetproduktion für „Alpha“.
  • Bis zu 200 Beschäftigte vor Ort – langfristig ist der Reaktor „Stellaris“ in Planung.
  • Bund fördert drei Zentren in der ersten Runde mit 125 Millionen Euro.
  • Hauptsitz ist in Garching, beteiligt sind Proxima Fusion, Gauss Fusion und das IPP.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Kühltürme sind weg, das alte Kernkraftwerk in Gundremmingen ist Geschichte. Das bedeutet aber nicht das Ende des Energiestandorts. Im Gegenteil: Gundremmingen konnte bei einem Zukunftsthema der Energieversorgung eine entscheidende Rolle spielen – der Kernfusion.

Das Münchner Unternehmen Proxima Fusion will dort 2027 mit der Herstellung von Teilen für den geplanten Fusions-Reaktor in Garching bei München beginnen. In einer Halle des ehemaligen Kernkraftwerks werden dafür spezielle Kabel und später Magnete hergestellt, die im Demonstrationsreaktor Alpha zum Einsatz kommen. „In der Spitze werden in Gundremmingen 150 bis 200 Personen arbeiten“, berichtete Proxima-Fusion-Pressesprecher Jakob Fidler während eines Pressetermins am 16. Juli. Das Unternehmen plant, bis zum Ende der 2030er in Gundremmingen einen kommerziellen Fusionsreaktor namens Stellaris zu bauen.

Nun gibt es eine weitere gute Nachricht für den Standort: Gundremmingen wird Teil eines Forschungszentrums für Magnetfusion unter Federführung von Proxima Fusion und Gauss Fusion sowie des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik. Der Hauptsitz wird in Garching sein. Deutschlandweit wird es drei Forschungszentren geben. Das gab Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) in Berlin bekannt. „Fusion kann unsere Energieprobleme der Zukunft lösen“, erläuterte Bär. Deshalb sei es wichtig, „dass wir am Steuer sitzen und nicht nur Beifahrer sind“.

125 Millionen Euro Fördergeld in der ersten Runde

Gundremmingen ist auch an einem weiteren Forschungszentrum beteiligt, das unter Leitung des Karlsruher Instituts für Technologie die Entwicklung neuer Materialien und den künftigen Brennstoffkreislauf für Fusionskraftwerke vorantreibt.

Das erste kommerzielle Kernfusionskraftwerk der Welt soll nach dem Willen der Bundesregierung in den 2040er Jahren in Deutschland seinen Betrieb aufnehmen. Deshalb fördert das Forschungsministerium die drei Forschungszentren in einer ersten Runde mit 125 Millionen Euro. Diese Summe soll durch die Bundesländer sowie private Investoren aufgestockt werden.

Der jetzt gefasste Beschluss kommt auch in der Region gut an: „Wir freuen uns sehr, dass Gundremmingen und damit der Landkreis Günzburg bei diesem bundesweiten Zukunftsprojekt eine bedeutende Rolle übernehmen“, erklärte der Günzburger Landrat Hans Reichhart in einer Mitteilung.