Besucherrekord im Donaubad! Gerademal zwei Jahre her ist diese Meldung, und doch waren es damals ganz andere Zeiten: keine Corona-Pandemie, keine Lockdowns, keine Auflagen und Beschränkungen. Das alles begann 2020 – und schlägt sich nieder in der entsprechenden Jahresbilanz, die Sabine Gauß von der Geschäftsführung nun den Neu-Ulmer Stadträten vorgestellt hat. 2,1 Millionen Euro betrug das Defizit, 1,5 Millionen Euro waren prognostiziert. Trotzdem ist 2020 im Prinzip ja längst abgehakt; genauso wie das zweite-Corona-Jahr 2021, für das noch keine abschließenden Zahlen vorliegen. Deshalb blickt man im Donaubad bereits nach vorne.
Das große Projekt im kommenden Jahr ist die Sanierung und die Erweiterung der Rutschen. Wie berichtet, soll die bestehende Anlage komplett ersetzt werden. Zudem wird eine Rutsche dazugebaut – welchen Typs wird noch nicht verraten, es können aber wohl drei Besucher in einem Geschwindigkeitswettbewerb gegeneinander antreten. Gauß: „Das wird der Knaller, das ist einmalig in der Region.“ Das Ganze kostet rund 3,4 Millionen Euro, wovon der Bund 1,4 Millionen Euro übernimmt.

Im Mai hat nur das Freibad offen

Kein Geheimnis mehr ist der Zeitplan: Im April werden die bestehenden Rutschen gesperrt und in der Folge abgebaut. Im Mai wird sogar das gesamte Erlebnisbad samt der Sauna für eine umfangreiche Revision geschlossen. Dafür beginnt die Freibadsaison 2022 bereits Anfang Mai, also zwei Wochen früher als sonst. Im Juni macht der Indoor-Bereich dann wieder auf, die neue Rutschenanlage soll Ende Oktober eröffnet werden.
Der Ausbau der Rutschen wirkt sich wegen des in der Folge verstärkten Einsatzes von Aufsichtspersonal – das nach dem jüngsten Tarifabschluss zudem höher entlohnt werden muss – auf die Eintrittspreise aus. Wie auch die gestiegenen Kosten für Strom und Gas sowie die „Konsolidierungsvorgabe“ der beiden Städte – 2022 und 2023 wird der Zuschuss für die Instandhaltung um jeweils 42 750 Euro gekürzt.

Preise sollen familienfreundliche bleiben

Kurzum: Nach Eröffnung der Rutschen wird der Besuch des  Erlebnisbads teurer. Wie stark die Ticketpreise angehoben werden, sei noch unklar, sagt Gauß. Das müsse der Aufsichtsrat beschließen. Es gelte aber weiterhin, dass das Donaubad als kommunaler Betrieb familienfreundliche Preise bieten wolle.
Zunächst wird der Donaubad-Besuch aber paradoxerweise sogar günstiger: Wegen des eingeschränkten Angebots in der Bauphase von April bis Ende Oktober sollen die Tarife zunächst um 20 Prozent gesenkt werden.
Bereits ab 1. Januar 2022 teurer werden der Saunabesuch sowie die Nutzung des Wohnmobilstellplatzes. Für die Sauna werden derzeit etwa für zwei Stunden 17 Euro fällig, ab Januar sollen rund fünf Prozent daraufgeschlagen werden, das wären dann knapp 18 Euro.
Auch der häufig überbuchte und allseits für Lage, Infrastruktur und Service gelobte Wohnmobilstellplatz wird um rund 25 Prozent teurer – wegen des gestiegenen Personalbedarfs und weil die Anlage im Vergleich mit anderen Anbietern bisher fast zu günstig war. Derzeit werden dort pro Tag für einen normalen Stellplatz 10 Euro fällig, für einen XL-Platz 12 Euro. Ab 1. Januar werden 12 Euro beziehungsweise 15 Euro fällig. Die Preise für Trinkwasser (pro 50 Liter 50 Cent) und Strom (50 Cent pro 50 KWh) bleiben aber gleich, versichert Gauß.

Erweiterung des Wohnmobilstellplatzes?

Derzeit wird sogar über eine Erweiterung des Wohnmobilstellplatzes nachgedacht: Immer wieder nämlich müssen Gäste auf dem Parkplatz des Donaubades übernachten, weil die Anlage ausgebucht ist. Das werde aber nur „geduldet“, sagt Gauß. Denn in normalen Zeiten reicht der Parkplatz gerade so für die Bad-Besucher aus. Um „Fremdparker“ abzuhalten, soll 2022 ein Bewirtschaftungssystem eingeführt werden. An den Details wird noch gearbeitet.
Die Geschäftsführerin, die mit Jochen Weis den Betrieb leitet, hofft, dass es 2022 keine weiteren Corona-bedingten Schließungen geben wird. Die beiden Pandemie-Jahre 2020 und 2021 haben sich schon heftig auf die Zahlen ausgewirkt: Nach dem Rekord 2019 mit 619 000 Besuchern waren es 2021 n0ch 271 000 Besucher und dieses Jahr bisher weniger als 200 000 Besucher. Aber heuer musste das Bad ja auch bis Juni geschlossen bleiben, seither gibt es Auflagen und Obergrenzen.