Wasserkanonen im Glacis-Park
: Geheimtipp in Neu-Ulm: Die Wasserspritzer sind wieder an!

Rund zwei Jahre waren die Wasserspritzen neben dem Neu-Ulmer Barfüßer-Biergarten im Glacis aus. Jetzt heißt es wieder: Wasser marsch!
Von
Kerstin Auernhammer
Neu-Ulm
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  • Wasserspritzen im Glacis-Park

    Wasserspritzen im Glacis-Park

    Kerstin Auernhammer
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    Kerstin Auernhammer
  • Die Kids haben Spaß: Die Wasserspritzen im Glacis-Park sind wieder in Betrieb.

    Die Kids haben Spaß: Die Wasserspritzen im Glacis-Park sind wieder in Betrieb.

    Volkmar Könneke
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Schon wenn man den Barfüßer-Biergarten im Neu-Ulmer Glacis-Park entlangläuft, kann man sie hören. Während viele Menschen ihr Feierabendbier oder eine Brotzeit genießen, hört man es um die Ecke juchzen, johlen und platschen. Am Nachmittag, wenn es trotz Ferienzeit ruhiger in dem Park und im Biergarten ist, hört man es leise plätschern. Sobald man um die massiven Festungsmauern biegt, kann man es auch sehen: Die Wasserspiele sind wieder an!

Gefährlich und unhygienisch: Deshalb blieben die Spritzen zuletzt aus

Rund zwei Jahre waren die beliebten Spritzen, die in der historischen Einbettung der Bundesfestung an Kanonen erinnern, außer Betrieb. Zum einen, weil in dem Bereich sowieso eine Sanierung ansteht. Zum anderen, weil es gefährlich war: Immer wieder verstopften die Abflüsse in dem Becken. Das Wasser blieb stehen, was nicht nur unhygienisch, sondern auch gefährlich war. Denn in dem Becken bildeten sich Algen, es wurde glitschig und so mancher, der an heißen Tagen seine Füße abkühlen wollte, landete unsanft auf dem Hinterteil. Deshalb stand das Becken leer, die Wasserkanonen verwaist, trostlos für so manchen Besucher.

„Die Leute haben die Wasserspritzen vermisst“, hat auch Sebastian Kaida von der Stadt Neu-Ulm mitbekommen. Viele kennen sie noch aus ihrer Kindheit. „Die Verwaltung hat daraufhin geprüft, ob man die Spritzen wieder in Betrieb nehmen kann. Vor allem die schnell verstopften Abläufe waren ein Problem.“ Und der Bauhof hat ja noch andere Aufgaben, als täglich den Ablauf freizumachen.

Warum die Wasserkanonen im Neu-Ulmer Glacis-Park laufen

Doch ein paar findige Mitarbeiter von Baubetriebshof und Grünflächenabteilung tüftelten so lange, bis sie eine Lösung fanden: „Das ist eine Eigenkonstruktion, die nun die Abläufe schützen soll“, erklärt Kaida. In der Tat sind über den Abläufen im Becken pyramidenförmige Gebilde zu sehen. „Momentan läuft das Becken im Testbetrieb, um zu sehen, wie sich die Konstruktion in der Praxis bewährt. Wir hoffen, dass sie sich als belastbar erweist.“

Kinder spielen schon mit Wasserkanonen im Neu-Ulmer Glacis-Park

Neben der Schutzfunktion haben die Hütchen noch eine andere Rolle gefunden, wie der Vor-Ort-Besuch zeigt: Sie eignen sich prima als Zielscheiben. Zwei Mütter mit vier Mädels stehen in der Nachmittagssonne am Wasserbecken. Besser gesagt, die Mamas stehen, die Mädels hocken gut gelaunt auf den Kanonen und zielen ins Becken. Mal kreuzen sich die Wasserstrahlen, mal platschen sie auf den Boden, mal treffen sie auf die Abdeckungen. „Das ist schon prima mit den Spritzen“, sagt eine der Mamas. „Wir waren vorhin schon auf dem Wasserspielplatz im Glacis, haben dann im Biergarten kurz Pause gemacht - und jetzt müssen wir wieder zurück,“ lacht die andere. Es dauert ein bisschen, bis sie die Mädels vom Wasser weglotsen können.

Kinderspaß und Erfrischung in Neu-Ulm an heißen Sommertagen

Nebenan auf der Wiese werden gerade Bäume geschnitten. Eine Fachfirma ist mit zwei Mitarbeitern vor Ort. Während der eine Kollege einen Schluck Wasser nimmt, will die gut behelmte Dame auch mal probieren. Hände an die Kanone - nach oben und unten bewegen und nach rechts und links. Ein Großelternpärchen kommt mit zwei Kleinkindern vorbei.

Wasserspeier im Glacis in Neu-Ulm; 1980 mein.swp.de

Resch

Wasserkanonen in Neu-Ulm wecken Erinnerungen

Eins der Kids, ein Knirps im Kindergartenalter, sitzt auf, als ob er nie etwas anderes gemacht hätte und hat den Dreh schnell raus. „Ich kenne das selber noch von früher“, sagt der braungebrannte Mann und stützt die Hände in die Hüfte. „Unsere Kinder haben hier auch schon gespielt“, bestätigt seine Frau, während sie das andere Kind eincremt. An der Kanone nebenan hat sich etwas getan: Zwei Mädchen lachen und johlen, eine spritzt, die andere springt barfuß direkt in den Wasserstrahl. Sieht jedenfalls erfrischend aus. Ein echter Geheimtipp für die letzten Pfingsttage!

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