Die Sitzreihen im Sendener Bürgerhaus waren nur locker besetzt, rund 40 Leute waren zur Bürgerversammlung der Kernstadt am Donnerstagsabend gekommen, in der Bürgermeisterin Claudia Schäfer-Rudolf über wichtige Entwicklungen und Projekte in der Stadt informierte. Eine Auswahl:

Bahngelände Ein nicht gerade alltäglicher Anblick wird sich Passanten am Freitag, 14. Oktober, bieten: Mit einem Schwertransporter liefert die Bahn den sehnlichst erwarteten Steg an, der über die Gleise am Bahnhof führen wird. Die Route verläuft über die B 28 über die Kemptener Straße zur Bahnhofstraße. Für einige Stunden wird in der Bahnhofstraße ein absolutes Halteverbot gelten, die Abfahrt von der B 28 ist für 20 Uhr geplant. Stützen und Treppenaufgänge stehen schon. Was in der Versammlung zu einer kritischen Nachfrage einer älteren Sendenerin führte. Die Aufgänge seien zu steil, Rampen fehlten. Ein großes Problem für Kinderwagen, Rollatoren, Rollstühle, sollte der geplante Aufzug defekt sein. „Zumal wir ein halbes Jahr lang gar keinen Aufzug haben werden“, ergänzte die Bürgermeisterin. Nur: Die Stadt könne da nichts machen, das sei ein Projekt der Bahn. „Ich hätte mir von der Bahn mehr Enthusiasmus gewünscht, was den barrierefreien Ausbau von Tag eins an angeht“, sagte Schäfer-Rudolf.

Hallenbad „Wir werden das Schwimmbad nicht schließen, sofern wir nicht von einer übergeordneten Behörde dazu gezwungen werden“, erklärte die Bürgermeisterin. Trotz hoher Energiekosten, die damit einhergehen. Schon jetzt gebe es wegen der Pandemie einen riesigen Nachholbedarf bei Schwimmkursen für Kinder. Und auch die Wasserwacht soll trainieren können.

Polizei In Neu-Ulm gibt es eine Polizeistation, in Illertissen, in Weißenhorn – und in Senden auch. Vielleicht ein bisschen viel? „Wie sichern wir den Standort Senden, damit wir nicht wegrationalisiert werden?“, fragte Schäfer-Rudolf. Zumal in Senden – die zweitgrößte Stadt im Landkreis – „hohe Fallzahlen“ zusammenkommen. Die Antwort steht mittlerweile fest: Die Polizei wird aus dem ohnehin beengten Rathaus ausziehen. Die Polizeistation Senden soll in einen Büro-Neubau an der Kemptener Straße in direkter Nachbarschaft des Rathauses umziehen. Sämtliche beteiligten Behörden bis hin zum bayerischen Innenministerium haben dem bereits zugestimmt. Der ausgehandelte Mietvertrag laufe „über Jahrzehnte“. Außerdem werden voraussichtlich auch mehr Gesetzeshüter in Senden arbeiten.

Wutrede Zehn Minuten lang führte gegen Ende der Versammlung ein Mann eine wütende Rede gegen die Bürgermeisterin. Der Ton war streckenweise beleidigend. Er wetterte unter anderem gegen den Neubau der Dreifachturnhalle am Schulzentrum. Auch zum Spatenstich am 23. September war der Mann gekommen und hielt – während der Rede von Schäfer-Rudolf – laut selbst eine Ansprache. Die Bürgermeisterin erduldete die Rede in der Versammlung gelassen.

Die weiteren Bürgerversammlungen

Termine Wullenstetten: 11. Oktober, 19 Uhr, Grundschule; Ay: 13. Oktober, 19 Uhr, Turn- und Festhalle; Hittistetten: 19. Oktober, 19.30 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben; Witzighausen: 20. Oktober, 19 Uhr, Gemeinschaftshalle.