Böhse-Onkelz-Konzert in Neu-Ulm
: 15 Platzverweise und ein Fall fürs Jugendamt

Nach den beiden Wiley-Auftritten der Böhsen Onkelz mit insgesamt 50.000 Fans zieht die Polizei Bilanz: Beim zweiten Konzert am Dienstagabend gab es mehr Einsätze als am Vortag. In einem Fall war ein Kind involviert.
Von
cmy
Neu-Ulm
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Böhse Onkelz - Konzert 2024 Wiley

Insgesamt 50.000 Fans kamen zu den beiden Konzerten der Böhsen Onkelz ins Neu-Ulmer Wiley. Klar, dass bei so einem Auftrieb die ein oder andere Rangelei und Ordnungswidrigkeit nicht ausblieb.

Matthias Kessler

Eine höhere Anzahl von Einsätzen als am Vortag verzeichnete die Polizei Neu-Ulm beim zweiten Konzert der Böhsen Onkelz in Neu-Ulm am Dienstagabend im Wiley. Insbesondere habe man mehr Streitigkeiten schlichten und renitente und stark betrunkene Personen des Festivalgeländes verweisen müssen, teilte das Polizeipräsidium Schwaben am Mittwoch mit. Insgesamt seien in Absprache mit dem Veranstalter 15 Platzverweise erteilt worden.

Sicherheitsmitarbeiter übergaben der Polizei zudem eine stark alkoholisierte Frau mit über zwei Promille. Die 36-Jährige war mit ihrer Tochter (8) auf dem Gelände unterwegs. Beide wurden vom Rettungsdienst betreut, die Polizei informierte das Jugendamt.

Mann greift Rettungskräfte an

Ein 34-jähriger Mann wollte nach einer Behandlung im Versorgungszelt des Rettungsdienstes einen Bauzaun zum Veranstaltungsgelände übersteigen. Nachdem Mitarbeiter des Rettungsdienstes in daran hindern wollten, wurde er aggressiv. Bei der anschließenden Rangelei stürzte er und verletzte sich am Kopf. Um die medizinische Versorgung der Platzwunde des stark alkoholisierten Mannes zu gewährleisten, waren Polizeibeamte zur Unterstützung vor Ort. Dabei habe der 34-Jährige erheblichen Widerstand geleistet und einen Rettungsdienstmitarbeiter sowie drei Polizisten leicht verletzt. Zudem beleidigte er die Beamten. Der Mann wurde in Gewahrsam genommen. Auf der Polizeiwache leistete er erneut Widerstand und musste die Nacht in einer Zelle verbringen.

Gegen 22 Uhr versuchte ein 45-Jähriger durch Übersteigen des Zaunes aufs Gelände zu gelangen. Gegenüber den vom Sicherheitsdienst zur Hilfe gerufenen Polizisten leistete er Widerstand und beleidigte Einsatzkräfte. Der betrunkene Mann wurde von den Beamten ebenfalls in Gewahrsam genommen.

Verbotenes Tattoo

Bei einem 41-jährigen Schweizer stellten Einsatzkräfte bei der Einlasskontrolle an seiner Wade ein Tattoo mit verfassungswidrigen Symbolen fest. Nach polizeilichen Maßnahmen wurde er entlassen, durfte aber das Konzert nicht besuchen.

Fazit der Polizei: Bei rund 50.000 Besuchern in beiden Konzerten der Böhsen Onkelz seien Straftaten und Ordnungswidrigkeiten dieser Größenordnung und Anzahl zu erwarten waren. Schwere Straftaten oder außergewöhnliche Gewaltdelikte habe es nicht gegeben. Zudem habe sich das Verkehrskonzept auch beim zweiten Konzert bewährt. Bis auf kurzzeitige Verkehrsstörungen bei der Anfahrt seien alle Besucher rechtzeitig zum Konzert gekommen.