Blitzermarathon in Bayern
: Mann rast mit 166 km/h durch 80er-Zone

Das Ergebnis des „24-Stunden-Blitzmarathons“ im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West erfasste weniger Temposünder als im Vorjahr. Es gab allerdings einen negativen Spitzenreiter.
Von
Janina Hirsch
Kreis Neu-Ulm
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Blitzermarathon

24 Stunden wurde in Bayern Ausschau nach Temposündern gehalten. Jetzt liegt die Bilanz für die Region Schwaben Süd/West vor.

Daniel Karmann/dpa

Das Ergebnis des 24-Stunden-Blitzmarathon ist da: von Freitag (19.04.), ab 6 Uhr, bis Samstag (20.04.), ab 6 Uhr, blitzte die Polizei bayernweit, auch im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, zu dem der Landkreis Neu-Ulm gehört. Insgesamt beanstandeten die Beamtinnen und Beamten dort 251 Fahrzeugführerinnen und Fahrzeugführer, heißt es nun in einer Pressemeldung zur Bilanz der Aktion. Das sind weniger als im Vorjahr: Damals lag die Zahl der Temposünder bei 374.

Einen Großteil der Verstöße ahndeten die Beamten direkt mit einem Verwarnungsgeld, mehrere der Verkehrssünder müssen jedoch mit Bußgeldanzeigen oder sogar mit Fahrverboten rechnen. Der negative Spitzenreiter überschritt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit um 86 km/h. Diesen Verstoß stellten die Beamtinnen und Beamte im Landkreis Oberallgäu auf der BAB 7 bei Durach fest: Ein 53-jähriger Mann fuhr mit seinem Pkw eine gemessene Geschwindigkeit von 166 km/h bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Der Mann muss laut Bußgeldkatalog nun mit einem dreimonatigen Fahrverbot, zwei Punkten in Flensburg und einem Bußgeld von mindestens 700 Euro rechnen. „Bei derart hohen Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gehen die Ahndungsstellen regelmäßig von vorsätzlichem Handeln aus, was zu deiner Verdoppelung der Geldbuße führt“, heißt es in der Pressemitteilung.

Insgesamt 150 Einsatzkräfte

Dominikus Stadler, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, sagte zum bayerischen Spitzenreiter auf der BAB 7: „Geschwindigkeitsübertretungen in diesem Umfang sind unverantwortlich und indiskutabel. Derart verantwortungsloses Handeln stellt eine erhebliche Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer dar.“ Nicht angepasste Geschwindigkeit sei seit Jahren unter den Hauptunfallursachen zu finden.

An dem Blitzermarathon beteiligten sich insgesamt mehr als 150 Einsatzkräfte an knapp 90 Kontrollstellen. Dabei fuhren etwa 23.000 Fahrzeuge durch die Messstellen. Das waren sowohl stationäre Anlagen, als auch Hand-Lasermessgeräte.

Trotz des negativen Spitzenergebnisses fällt die Bilanz für die Region Schwaben Süd/West insgesamt positiv aus: „Auch in diesem Jahr verzeichnet das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West erfreulicherweise einen leichten Rückgang der Beanstandungen“, sagt Stadler. Dennoch werde die Polizei die Thematik im Auge behalten und weiterhin flächendeckend Geschwindigkeitsmessungen durchführen und konsequent ahnden.

Ergebnisse für Senden und Weißenhorn

Während des Blitzmarathons führten die Beamtinnen und Beamten der Polizeiinspektion Weißenhorn und der Polizeistation Senden in den Dienstbereichen Weißenhorn und Senden an neun Messstellen verstärkt Geschwindigkeitskontrollen mittels des Handlasermessgerätes durch, heißt es außerdem in einer Meldung der Polizeiinspektion Weißenhorn. Das Ergebnis: Der überwiegende Anteil der Verkehrsteilnehmer habe sich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen gehalten.

Die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten stellten jedoch auch 17 Verkehrsteilnehmer fest, die die maximal zugelassenen Höchstgeschwindigkeiten nicht eingehalten hatten. „Unrühmlicher Spitzenreiter“ war eine Pkw-Fahrerin, die bei einer zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h außerorts im Bereich Senden, Kreisstraße NU 3, mit einer gefahrenen Geschwindigkeit von 100 km/h gemessen wurde. Im Rahmen eines Bußgeldverfahrens erwartet die Frau nun ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro.