Blitzer in Neu-Ulm: Mobiler Blitzanhänger „Simba“ geht in Betrieb – wo es für Raser künftig teuer werden kann

Ein mobiler Blitzer wie dieser wird bald im gesamten Neu-Ulmer Stadtgebiet eingesetzt werden.
Markus SontheimerDie Stadt Neu-Ulm sagt Rasern und Raserinnen den Kampf an. Der neue mobile Blitzanhänger „Simba“ geht in der zweiten Augusthälfte in Betrieb. Das teilt die Stadt Neu-Ulm in einer Pressemitteilung mit. Simba ist damit der erste mobile Blitzer in der City.
Eingesetzt wird der Blitzer künftig rund um die Uhr und im gesamten Stadtgebiet. Dabei werden gezielt Orte mit „Gefahrenpotential“ ausgewählt. Simba wird also immer nur für eine gewisse Dauer an einem Ort aufgestellt, bevor er seinen Standort wechselt. Diese sogenannte „Semistation“ misst die Geschwindigkeit der Fahrzeuge beider Fahrtrichtungen. Zunächst wurden 27 Standorte festgelegt, an denen der mobile Blitzer eingesetzt werden soll. Priorität habe dabei die Verkehrssicherheit. An welchen Orten Simba stehen wird, wurde deshalb mit der Polizeiinspektion Neu-Ulm und der Verkehrspolizei Günzburg abgestimmt. Autofahrer und -fahrerinnen, die zu schnell fahren, könnten dann an folgenden Orten geblitzt werden:
- Gefahrenstellen mit vielen Fußgängerquerungen
- Stellen mit Unfallschwerpunkten
- Bereiche vor Schulen
- Bereiche vor Kindergärten
- Standorte entlang empfohlener Schulwege
- Geschwindigkeitsauffällige Stellen
Mobiler Blitzer in Neu-Ulm: So teuer war das neue Gerät
Wie die Stadt Neu-Ulm mitteilt, belaufen sich die Kosten für Simba auf rund 270.000 Euro. Außerdem wurden zwei neue Mitarbeiter für den Innen- und Außendienst eingestellt. Und wie viel Geld wird die Stadt durch künftige Verwarn- und Bußgelder einnehmen? Jährlich rund 275.000 Euro, heißt es in der Pressemitteilung. Verrechnet mit den Anschaffungs- und Personalkosten rechnet die Stadt Neu-Ulm mit einem jährlichen Überschuss von rund 170.000 Euro ab dem zweiten Jahr. Tendenz steigend.
Neben Simba gibt es bereits vier stationäre Blitzanlagen im Neu-Ulmer Stadtgebiet. 2022 nahm die Stadt damit rund 250.000 Euro ein. Dazu kämen rund 650.000 Euro durch Bußgelder aus dem ruhenden Verkehr, berichtet die Stadt.
Neuer Blitzer in Neu-Ulm: So reagiert das Netz
Es überrascht nicht, dass einige Reaktionen auf die Ankündigung des neuen Blitzers der Stadt Neu-Ulm eher negativ ausfallen. Schließlich ist es der eigene Geldbeutel, der herhalten muss, wenn man von Simba beim Schnellfahren erwischt wird. Unter einem Facebook-Post der SÜDWEST PRESSE zum Thema schreibt ein User: „Eine neue Gelddruckmaschine mit Verkehrssicherheits-Mäntelchen.“ Ein anderer kritisiert: „Raser?! Ich zahlte jetzt zweimal wegen 6 km/h mehr.“ Ebenso viele Reaktionen fallen aber auch verständnisvoll aus. So schreibt eine Frau: „An alle, die sich hier aufregen. Fahrt doch einfach normal, dann werdet ihr auch nicht ‚abgezockt‘.“ Manche User haben sogar Empfehlungen, wo der neue Blitzanhänger aufgestellt werden sollte. Unter einen Facebook-Post der Stadt Neu-Ulm empfiehlt einer Userin: „Bitte am Donauufer einsetzen. Die Radfahrer fahren dort, als nehmen sie an der Tour de France teil. Gefahr für Leib und Seele, denn wenn man was sagt, wird man beschimpft.“
Mobile Blitzanlage „Simba“ könnte in Neu-Ulm Gesellschaft von „Pumbaa“ oder „Timon“ bekommen
Simba, der fachmännisch ausgedrückt ein semistationärer Enforcement Trailer der Firma Jenoptik ist, wurde bewusst nach dem kleinen Löwen aus Walt Disneys „König der Löwen“ benannt. Wie die Stadt Neu-Ulm mitteilt, ist es in den Kommunen, die einen mobilen Blitzer wie Simba einsetzen, üblich, diesen Namen zu vergeben. Das bedeutet auch, dass mögliche weitere mobile Blitzanlagen weitere Namen aus dem „König der Löwen“-Universum erhalten könnten. So könnte Simba in der Zukunft also gemeinsam mit „Pumbaa“, „Timon“ oder „Nala“ Jagd auf Raser machen.


