Beamte ohne Hosen
: Bayerische Polizei kämpft mit massivem Kleidungsmangel

Ein Scherz? Weit gefehlt. Der bayerischen Polizei mangelt es an Diensthosen! Ein Zustand, der nach Lösungen verlangt. Aber keine Sorge: Die Einsatzbereitschaft bleibt unbeeinträchtigt.
Von
Valerie Zöllner
Neu-Ulm
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Die bayerische Polizeigewerkschaft hat ein Problem: Es gibt zu wenig Hosen.

Fabian Holtappels

„Keine Hose, keine Probleme“, singt die Berliner Band Kapelle Petra. Die bayerische Polizei sieht das nicht so und veröffentlichte deshalb auf YouTube ein Video. Es zeigt zwei Personen, einen Polizisten und eine Polizistin. Sie wartet bereits seit vier Monaten, er seit sechs. Und zwar auf Hosen. Was wie ein schlechter Scherz klingt, liegt viel zu nahe an der tatsächlichen Wahrheit.

Der Titel des YouTube-Videos lautet: Polizei in Bayern „zieht blank“.

Screenshot YouTube: DPolG-TV

Der bayerischen Polizei fehlen Hosen

„Das ist leider kein Aprilscherz“, sagt der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft Bayern, Jürgen Köhnlein, im Video und blickt dabei ernst in die Kamera. „21 Uniformteile können derzeit gar nicht oder nur mit großer Verzögerung geliefert werden.“ Dabei sei die Dienstkleidung ein Zeichen der Wertschätzung, fügt er an. Er fordert schnelle Abhilfe und „nicht nur eine Verwaltung des Mangels“.

Hosen, Jacken, Mützen: Es fehlt an allen Ecken

Das Problem seien gestörte Lieferketten durch den Ukraine–Krieg, so begründet das bayerische Innenministerium die Lage. Die Schwierigkeiten hätten sich allerdings schon seit Ausbruch der Corona–Pandemie angebahnt. Ein Ministeriumssprecher bezeichnete die Lieferengpässe am Mittwoch als „großes Ärgernis“. Jedoch habe die bayerische Bereitschaftspolizei „den Auftrag, zusammen mit dem Logistikzentrum Niedersachsen an einer schnellstmöglichen Lösung der Lieferprobleme zu arbeiten„. Denn von dort werden die Kleidungsstücke bisher geliefert.

Bayerische Polizei will Uniformen wieder selbst übernehmen

Mittelfristig will die bayerische Polizei ihre Kleidungsstücke wieder selbst verwalten. Das Logistikzentrum in Hof soll etwa 2030 fertig sein. Also könnten die bayerischen Beamten frühestens ab 2027 damit anfangen, ihre Hosen wieder selbst zu beschaffen.

Einsatzfähigkeit trotzdem gegeben

Ein Sprecher betonte, dass die Einsatzfähigkeit der bayerischen Polizei — trotz des Hosen–Problems — weiterhin vollständig gegeben ist. Denn die Lieferengpässe beträfen nur spezielle Hosentypen. Andere Hosentypen seien verfügbar und bei Engpässen könnten die Beamtinnen und Beamten „selbstverständlich auf andere Diensthosenmodelle zurückgreifen“.

Mit Informationen der dpa