Bauprojekt in Weißenhorn: So hat die Baufirma Rupp den ersten Keller weltweit gedruckt

Mit einer Reichweite von bis zu 26 Metern und einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 10 Zentimetern pro Sekunde entstehen direkt auf der Baustelle tragende Betonwände Schicht für Schicht.
Aleksej Keksel- Die Firma Rupp in Weißenhorn hat den weltweit ersten Keller mit mobilem 3D-Betondruck erstellt.
- Der Keller entstand in der Roggenburger Straße, wo ein Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen gebaut wird.
- Für den Druck wurde ein mobiler Großraum-Roboter der Firma Instatiq aus Stuttgart eingesetzt.
- Ein speziell entwickelter Beton von Heidelberg Materials wurde für den Keller verwendet.
- 3D-Betondruck für Keller ist anspruchsvoll, da Abdichtung und Stabilität gegen Erddruck notwendig sind.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dass das Weißenhorner Bauunternehmen Rupp in die Höhe drucken kann, haben die Mitarbeiter schon oft unter Beweis gestellt. Das Unternehmen, das ursprünglich in Pfaffenhofen ansässig war, zählt zu den Pionieren im 3D-Betondruck in der Region. Der Beton wird dabei Schicht für Schicht aufgetragen. Der Aufschlag erfolgte im Jahr 2020, als der Weißenhorner Gerüst- und Schalungshersteller Peri für die Rupps das erste Mehrfamilienhaus Europas aus dem Betondrucker hinstellte. Mittlerweile ist das Familienunternehmen Rupp längst eigenständig unterwegs, derzeit steht zum Beispiel in Pfaffenhofen der Druck eines Mehrfamilienhauses an. In die Höhe läuft es also.
Aber in die Tiefe? Oder genauer: aus der Tiefe heraus an die Oberfläche? Bislang schwierig. Jetzt hat die Weißenhorner Baufirma aber einen Erfolg zu vermelden. In Zusammenarbeit mit weiteren Firmen ist es Rupp gelungen, in der Roggenburger Straße in Weißenhorn nach eigenen Angaben den ersten Keller weltweit zu drucken. Dort entsteht gerade ein Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen.
Keller stellen besondere Anforderungen
Aber warum stellt der 3D-Betondruck eines Kellers überhaupt so eine Herausforderung dar? „Der Keller bildet das Fundament des gesamten Hauses und ist erdberührt“, erklärt Sabrina Wittmann von der Baufirma Rupp auf Anfrage unserer Zeitung. Eine zuverlässige Abdichtung sei daher zwingend erforderlich. „Die 3D-Druckoberfläche muss optimal auf das Abdichtungssystem abgestimmt sein.“ Die Druckausführung in der Baugrube sei anspruchsvoller als im oberirdischen Bereich. Der Keller muss gegen Sickerwasser abgedichtet sein und die Außenwände müssen dem Erddruck dauerhaft standhalten.
Dreh- und Angelpunkt des Bauprozesses war dabei ein mobiler Großraum-Roboter der Firma Instatiq aus Stuttgart. Der Drucker verbinde bewährte Baumaschinentechnik mit hochpräziser Robotik und setze digitale Entwurfsdaten direkt auf der Baustelle um, heißt es in einer Mitteilung. Mit einer Reichweite von bis zu 26 Metern und einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 10 Zentimetern pro Sekunde entstehen so millimetergenau und ohne Schalung direkt auf der Baustelle tragende Betonwände Schicht für Schicht.
Spezialbeton aus Weißenhorn
Für den mobil 3D-gedruckten Keller in Weißenhorn kam zudem ein spezieller Beton von Heidelberg Materials zum Einsatz, der eigens für den mobilen 3D-Druck weiterentwickelt wurde. Heidelberg Materials griff dabei auf Anlagentechnik seines neuen Werkes in Weißenhorn zurück und nutzte so gleichzeitig das Projekt, um Erkenntnisse hinsichtlich der Anforderungen zukünftiger Projekte im mobilen 3D-Betondruck zu gewinnen.
