Ausbildungsplätze in Schwaben: KI-Boom sorgt für Aufwind

Für eine duale Ausbildung (Symbolbild in einer Berufsschule) sind noch viele Plätze im Raum der IHK Schwaben offen.
Bernd Weißbrod/dpa- IHK Schwaben meldet knapp 6000 neue Ausbildungsverträge für das im September startende Jahr.
- Trotz Konjunkturschwäche sind über 1700 Ausbildungsplätze im IHK-Ausbildungsatlas offen.
- In Industrie sinken Neuverträge um fast 18 Prozent – Hotels und Gastronomie legen um 23 Prozent zu.
- Trend zur Akademisierung flacht ab, KI stärkt Fokus auf praktische Kompetenzen der dualen Ausbildung.
- Bewerbung weiter möglich: Wer flexibel ist, hat gute Chancen. Infos unter ihk.de/schwaben und Hotline.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Für das im September beginnende Ausbildungsjahr sind bei der IHK Schwaben derzeit knapp 6000 neue Ausbildungsverträge eingegangen. „Angesichts der konjunkturellen Schwierigkeiten, mit denen unsere Unternehmen zu kämpfen haben, ist das eine gute Zahl“, wird ein IHK-Bildungsexperte in einer Pressemitteilung zitiert. Im vergangenen Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 6250 Verträge gewesen. Für Westschwaben (Landkreise Neu-Ulm und Günzburg) liegen bislang 810 Verträge vor, knapp 40 weniger als im vergangenen Jahr.
„Noch ist viel Bewegung auf dem Markt. Wir rechnen in den kommenden Monaten mit einem weiteren Zuwachs“, sagt Christian Fischer, stellvertretender Leiter der Beruflichen Bildung bei der IHK Schwaben. Aktuell sind in der regionalen Ausbildungsplatzbörse, dem IHK-Ausbildungsatlas, noch mehr als 1700 offene Stellen gemeldet. Trotz des leichten Rückgangs liegt die Zahl der Ausbildungsverträge weiter auf hohem Niveau, wie der Langzeitvergleich zeigt.
Trend zur Akademisierung abgeflacht
In den vergangenen 25 Jahren ist die Zahl der Neuverträge von damals rund 6700 auf zuletzt mehr als 8500 angestiegen. Deutliche Dellen gab es während der Finanzmarktkrise oder der Corona-Zeit. „Auf diesem hohen Niveau, auf dem wir uns in Bayerisch-Schwaben bewegen, machen sich wirtschaftliche Krisen sofort bemerkbar“, sagt Fischer. Für den IHK-Experten ist das kein Grund zur Sorge. Denn: „In der Wahrnehmung der dualen Ausbildung hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert.“
Der Trend zur Akademisierung flacht sich weiter ab, immer mehr junge Menschen entscheiden sich heute bewusst für die berufliche Bildung. Fischer glaubt, dass Künstliche Intelligenz diese Entwicklung weiter verstärken wird. „Wir entwickeln uns durch KI zunehmend von einer reinen Wissens- zu einer Kompetenzgesellschaft: Theoretisches Wissen bleibt wichtig. Entscheidend wird aber in Zukunft sein, dieses Wissen anwenden und in konkreten Situationen nutzen zu können. Genau diese Kompetenzen vermittelt die duale Ausbildung.“ Laut einer bundesweiten Befragung der Bertelsmann-Stiftung ist die Ausbildung als Bildungsweg für Schülerinnen und Schüler schon heute die beliebteste Option.
Positiver Trend in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
Der insgesamt positive Trend werde derzeit jedoch von der wirtschaftlich schwierigen Situation überlagert, heißt es in der Mitteilung der IHK Schwaben. Vor allem in der Industrie hinterlasse die schlechte konjunkturelle Lage Spuren. Nach aktuellem Stand ist die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge in den industriellen Berufen um fast 18 Prozent zurückgegangen. Dafür gibt es starke Zuwächse bei Ausbildungsverträgen im Hotel- und Gaststättengewerbe. Hier seien bislang 23 Prozent mehr Verträge geschlossen worden. „Die Branche leidet besonders stark unter dem Fachkräftemangel und hat enormen Nachholbedarf bei der Besetzung freier Stellen“, erklärt Fischer. Zudem profitiert man auch hier vom KI-Boom. „Gerade Berufe, in denen die persönliche Dienstleistung und Service wichtig sind, erscheinen vielen jungen Menschen als zukunftssichere Option“, so der IHK-Experte.
Jugendliche, die am 1. September in eine Ausbildung starten möchten, können sich weiterhin bewerben. „Wer offen ist, bei Beruf und Region flexibel bleibt und motiviert ist, hat weiterhin gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden.“ Informationen zur Ausbildungsplatzsuche und zu den Unterstützungsangeboten der IHK Schwaben gibt es unter ihk.de/schwaben („6121930“ ins Suchfenster eingeben) oder unter der Hotline Tel. (0821) 316 21 00.

