Aus Rache für seine Mutter
: 31-Jähriger tötet Großeltern mit Hammer – Prozess beginnt im März

Weil er dachte, seine Mutter sei von ihrem Vater missbraucht worden, soll ein Mann 2025 in Günzburg seine Großeltern getötet haben. Im März sitzt er auf der Anklagebank.
Von
Nico Pannewitz
Günzburg
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Strafverfahren wegen Hinterziehung von Energiesteuer: 16.01.2026, Bayern, Hof: Ein Angeklagter betritt mit Fußfesseln des Sitzungssaal. Vor dem Landgericht Hof beginnt der Prozess um millionenfachen Betrug rund um den Handel mit Dieselkraftstoff. Angeklagt sind acht Männer. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht ein Mineralölhändler aus der Region. Foto: Daniel Vogl/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Demnächst muss sich ein Mann wegen zweifachen Mordes vor dem Landgericht Memmingen verantworten. (Symbolbild)

Daniel Vogl/dpa

Wie das Landgericht Memmingen mitteilt, beginnt am Mittwoch, 11.03.2026, gegen 9 Uhr ein Doppelmord-Prozess gegen einen 31-jährigen Mann. Laut der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte am Morgen des 09.06.2025 in die Wohnung seiner 78 und 74 Jahre alten Großeltern eingedrungen sein und die ahnungs- sowie wehrlosen Senioren mit Hammerschlägen getötet haben.

Dem Mann habe dabei, so die Anklage, mit klarer Tötungsabsicht gehandelt. Sein Motiv war demnach Rache für seine Mutter: Er dachte, dass seine Mutter in der Vergangenheit von seinem Großvater missbraucht worden sei, die Großmutter habe dabei tatenlos zugeschaut. Über die Bitte seiner Mutter, lediglich den Kontakt zu seinen Großeltern abzubrechen, aber keine Rache zu üben, setzte sich der 31-Jährige laut Anklageschrift hinweg – und ermordete stattdessen das Seniorenpaar.

Für den Prozess gegen den Angeklagten, der sich damals selbst der Polizei gestellt und die Tat gestanden hatte, sind acht Verhandlungstage angesetzt, 22 Zeugen sowie vier Sachverständige sollen angehört werden.