Archäologie für Kinder: Wie schminkten sich Römerinnen in der Antike?

Sehen so junge Altertumsforscher aus? Das Interesse der Jungen und Mädchen war beim Kinderarchäologie-Workshop mit Kreisarchäologin Daniela Deplano (grünes T-Shirt) war jedenfalls groß.
Stefan Czernin- Kinder lernen bei einem Workshop von Archäologin Daniela Deplano über Römer, Kelten und Alemannen.
- Fundstücke aus dem Landkreis Neu-Ulm, z.B. aus Nersingen und Illertissen, werden gezeigt.
- Römerinnen nutzten Schminkpulver, das auf einem Stein zerrieben wurde.
- Kinder erfahren über Medusa und die Göttin Athene.
- Ausstellung „Frauen – Kunst – Archäologie“ zeigt Grabbeigaben aus Frauengräbern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Hallo, mein Name ist Daniela und ich bin Archäologin.“ Ein leichtes Raunen geht durch die Kinderschar, die im Kreismuseum in Oberfahlheim zusammengekommen ist. „So haben meine Eltern auch reagiert, als ich ihnen gesagt habe, dass ich Archäologie studiere“, sagt Daniela Deplano und lächelt. Damit ist der Ton gesetzt, es geht locker zu. Was eine Archäologin ist, wissen die Kinder jedenfalls. „Die buddeln alte Sachen aus“, sagt ein Junge – und trifft damit den Kern der Sache ziemlich gut.
Die 40-jährige Deplano hat klassische Archäologie in Augsburg und Bern studiert und ist seit drei Jahren Neu-Ulmer Kreisarchäologin. Neun Kinder sind ins Kreismuseum gekommen, um einen Einblick in die Geschichte der Region zu bekommen.
Weil der Kreis zwar über eine archäologische Sammlung, aber über kein archäologisches Museum verfügt, schaut Deplano danach, dort immer wieder kleine Ausstellungen zu organisieren. „Frauen – Kunst – Archäologie“ heißt die aktuelle. „Da geht es um Grabbeigaben in Frauengräbern“, berichtet sie. Also nicht unbedingt der kinderfreundlichste Ansatz, räumt Deplano ein. Und darum hat sie den Workshop für Nachwuchs-Altertumsforscher ganz auf den Schmuck und andere Fundstücke aus keltischer, römischer und alemannischer Zeit gedreht, die in den Vitrinen in einem kleinen Raum ausgestellt sind. Sämtliche Fundstücke stammen aus dem Kreis Neu-Ulm, zum Beispiel wurden sie bei Grabungen in Nersingen und Illertissen entdeckt.

Alemannische Grabbeigaben werden unter anderem gezeigt. Sie stammen aus dem 4. bis 6. Jahrhundert nach Christus und wurden bei Illertissen entdeckt.
Kreis Neu-UlmSo wird durch die gezeigten Objekte auch ein Blick in den Alltag der ehemaligen Besitzerinnen und Besitzer möglich. Die Jungen und Mädchen lernen, dass sich schon Römerinnen in der Antike gerne geschminkt haben und dafür ein Pulver benutzten, dass zuvor auf einem Schminkstein fein zerrieben wurde. Unter den Kindern finden sich jedenfalls schon kleine Fachleute. Was die Medusa ist, deren Bildnis ein Gefäß ziert, ist ohnehin klar. Aber zu wissen, dass die Göttin Athene die einstmals schöne Frau in ein Ungeheuer mit Schlangenhaaren verwandelt hatte, dazu gehört schon was.
