A7 bei Illertissen
: Koksfunde auf der Autobahn

Fahnder der Grenzpolizei werden in den vergangenen Wochen immer häufiger fündig. Im Mittelpunkt stehen Autos aus Belgien.
Von
Ute Gallbronner
Illertissen
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Mit Kokain in Größenordnungen soll eine Bande gehandelt haben, die jetzt in Berlin aufgeflogen ist. Zu den Verdächtigen, die mit den verschiedensten Drogen Geschäfte machten, gehört auch ein Gefangener in Spandau, der Freigang genießt.

Ein Pressesprecher des Zolls Hamburg präsentiert auf einem Medientermin im Hafen einen kleinen Teil des sichergestellten Kokains. Der Zoll hat im Hamburger Hafen mehr als 2,6 Tonnen Kokain sichergestellt. Das Rauschgift war in einem Seecontainer hinter zwei Paletten Bananen versteckt. Der Container aus Ecuador wurde bereits am Heiligabend gelöscht und stand seitdem auf einem Containerterminal im Hafen. Die lange Standzeit machte auch den Zoll neugierig. Die Zollbeamten brachten die Box in die Röntgenkontrolle in der Containerprüfanlage des Zollamtes in Waltershof, wo das Rauschgift mit einem ungefähren Verkaufswert von 350 Millionen Euro dann entdeckt wurde. +++ dpa-Bildfunk +++

Die A7 gilt als eine wichtige Transportroute im Kokain-Geschäft.

Marcus Brandt/dpa

Entlang der Autobahn A7 wird die Grenzpolizei immer wieder fündig, wenn es um Rauschgift geht. In den vergangenen Wochen waren die Beamten der für diesen Abschnitt zuständigen Grenzpolizei Pfronten besonders erfolgreich. Auf der Höhe von Illertissen, Fahrtrichtung Süden, war ihnen Anfang Mai um die Mittagszeit ein BMW mit belgischem Kennzeichen aufgefallen, der ihnen verdächtig vorkam. Zurecht, wie sich bei der folgenden Kontrolle herausstellte.

Unstimmigkeiten bei der Kontrolle

Im Auto saßen ein 55-jähriger Italiener und seine 27-jährige Tochter, die sich bei den Gesprächen mit den Beamten offenbar in Widersprüche verwickelten. Die Polizei schreibt in ihrem Bericht von „Umstimmigkeiten", die aufgetaucht waren. Deshalb unterzogen sie das Auto einer intensiveren Untersuchung und förderten mehrere Päckchen zutage. Der Stofftest vor Ort reagierte positiv auf Kokain. Insgesamt 16 Kilogramm sammelten die Beamten am Ende ein.

Knapp zwei Wochen später ein ganz ähnlicher Fall. Dieses Mal am späten Abend gegen 22 Uhr. Und wieder war es Auto mit belgischer Zulassung, das Richtung Süden fuhr. Im Volvo saß ein 38-jähriger Albaner. In diesem Fall waren im Fahrzeug zwölf Kilogramm Kokain versteckt.

Rekordmenge beschlagnahmt

Bleibt die Frage, warum besonders oft in belgischen Autos Kokain transportiert wird. Der Handel an den belgischen und niederländischen Häfen boomt offenbar, wie der Zoll schon Anfang des Jahres bekannt gab. Im vergangenen Jahr haben Zollfahnder in den beiden Benelux-Länder 180 Tonnen Kokain beschlagnahmt mit einem Verkaufswert von mehr als 10 Milliarden Euro. Das meiste stamme aus Südamerika und werde in Obstkisten eingeschleust. Von dort werden die Drogen dann offenbar auf den Straßen auf ganz Europa verteilt.

Dazu passt auch eine weitere Erfolgsmeldung vom Freitag. An der A8 kurz vor dem Irschenberg wurden zehn Kilo entdeckt. Auch hier war es ein Auto mit belgischem Kennzeichen. Der Fahrer, in diesem Fall ein Belgier, kam ebenso in Untersuchungshaft wie die Schmuggler aus Illertissen. In allen Fällen wird nun die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift Südbayern des Bayerischen Landeskriminalamts und des Zollfahndungsamts München tätig.