„5 vor 12“ in Illertissen
: Bürger setzen weiteres Zeichen gegen Rechtsextremismus

Mit einem Lichterzug und einer Filmvorführung wurde die Demoreihe „5 vor 12“ in Illertissen am 8. Mai fortgeführt. Weitere Aktionen sind geplant.
Von
Stefan Czernin
Illertissen
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Demo 5 vor 12 Illertissen 8.5.24

Aufstehen gegen rechtsextreme Strömungen in der Gesellschaft: die Demonstrantinnen und Demonstranten beim Lichterzug auf dem Illertisser Martinsplatz.

Rita Schmitt

Unter dem Motto „Es ist 5 vor 12 – Für ein weltoffenes, tolerantes und buntes Illertissen“ fand am Mittwoch, 8.Mai 2024, eine Filmvorführung mit anschließendem Lichterzug um den Martinsplatz statt.

Anlässlich des Gedenktags zur Befreiung vom Nationalsozialismus wurde im Pfarrheim der Film „Als die Nazis an die Macht kamen“ gezeigt. Anhand eindrücklicher Aussagen von Zeitzeugen dokumentiert der Film wie die Nationalsozialisten durch Hetze und Verunglimpfung ihrer politischen Gegner schleichend an Macht und Einfluss gewannen und sich mit ihrer Ideologie auf allen Gesellschaftsebenen durchsetzten, als Demokratiefeinde die Freiheit der Demokratie ausnutzten, um diese von innen auszuhöhlen und zu beseitigen. Wie sie nach der Machtergreifung durch Ausschaltung der Opposition und Verfolgung politischer Gegner bis zu deren Ermordung ihre Macht sicherten und unmittelbar mit der Ausgrenzung und Entrechtung der jüdischen Bevölkerungsteile begannen.

Vor „Remigrationsphantasien“ warnen

Mit der Wahl des Films möchten die Veranstalter – ein Bündnis um Pfarrer Specker, die Stadträtinnen und -räte Helga Sonntag, Rita Schmitt, Rüdiger Stahl, Kasim Kocakaplan und weiteren Mitgliedern – auf Parallelen zu den heute aufkommenden demokratiefeindlichen Tendenzen und Remigrationsphantasien aufmerksam machen, teilen Rita Schmitt und Eva Raba aus dem Organisationsteam mit.

Im Anschluss an die Filmvorführung waren die rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeladen, sich einem Lichterzug um den Martinsplatz anzuschließen, der am Kriegerdenkmal endete. Dort wurde der vielen gefallenen jungen Soldaten des Zweiten Weltkriegs gedacht und beispielhaft die Geschichten der drei Widerstandskämpfer Georg Elser, Fritz Gerlich und Sophie Scholl vorgestellt, die alle im Kampf gegen den Nationalsozialismus ihr Leben verloren haben.

Die Veranstaltung schloss als Folgeveranstaltung an die Kundgebung im März 2024 an, bei der auf dem Schrannenplatz Rednerinnen und Redner unterschiedlicher Bereiche aus Gesellschaft und Kirche zu Toleranz und Zusammenhalt aufriefen, teilen die Organisatoren weiter mit. Die Fortsetzung mit weiteren Veranstaltungen in den kommenden Monaten ist geplant.