20 Jahre Bayerische Staatsforsten
: Der Staatswald ist naturnaher geworden

Am 1. Juli 2005 wurden die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet. Sie sind verantwortlich für rund 810.000 Hektar Staatswald in Bayern. Anfangs waren die Bedenken gegen den Betrieb groß.
Von
Karin Mitschang
Kreis Neu-Ulm
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Ein Förster pflanzt eine Tanne im Bayerischen Staatswald.

Ein Förster pflanzt eine Tanne im Bayerischen Staatswald.

Martin Hertel
  • Bayerische Staatsforsten bestehen seit 20 Jahren, verwalten 810.000 Hektar Staatswald.
  • Nachhaltigkeit und Naturschutz stehen im Fokus, 10% des Waldes sind aus der Nutzung genommen.
  • Waldumbau stärkt Klimawandelresistenz, Windenergie wird auf eigenen Flächen gefördert.
  • Wirtschaftlich unabhängig, Holzverkauf bleibt wichtigste Einnahmequelle.
  • Große Naturwälder und Lebensräume für seltene Arten geschaffen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Befürchtungen der frühen 2000er Jahre seien nicht eingetreten, betonen die Bayerische Staatsforsten in einer Mitteilung zum 20-jährigen Bestehen. Hervorgegangen war der Betrieb, eine Anstalt des öffentlichen Rechts, aus der Bayerischen Staatsforstverwaltung. Die Umwandlung eines staatlichen Betriebs in ein Unternehmen war zum 1. Juli 2005 wirksam geworden –begleitet von kritischen Stimmen und nach einem knapp gescheiterten Volksbegehren des „Wald Bündnis“. Die Gegner der Reform hatten befürchtet, der Wald werde zum reinen Wirtschaftsgut mit einer Art Maut für alle, die ihn nutzen wollen.

„Die Bedenken von damals sind heute längst ausgeräumt“, heißt es in der Pressemitteilung. „Nachhaltigkeit war von Anfang an das zentrale Leitmotiv unseres Handelns“, wird Martin Neumeyer zitiert, der Vorstandsvorsitzende. „Unser Ziel ist es, den Wald in seiner ganzen Vielfalt zu erhalten und gleichzeitig seine Leistungen für die Gesellschaft langfristig zu sichern.“ Neu hinzugekommen sei die Aufgabe, die erneuerbaren Energien durch Nutzung von Windenergie auf den Flächen der Staatsforsten voranzubringen. Mit einem aktiven Waldumbau mache man den Wald zudem möglichst resistent gegen den Klimawandel.

Nachhaltig und vorbildlich

Dass der Betrieb ökologisch, sozial und wirtschaftlich verantwortungsvoll arbeite, bestätigten auch externe Experten. Besonderes Augenmerk werde auf den Naturschutz gelegt. Mehr als zehn Prozent der Waldfläche seien aus der forstlichen Nutzung genommen und dürfen sich vollkommen natürlich entwickeln. Große Naturwälder auf rund 7000 Hektar wurden geschaffen. Daneben sorgten gezielte Naturschutzmaßnahmen, die biologische Vielfalt im Wald zu verbessern: etwa das Belassen von Biotopbäumen, das Anlegen von Totholzinseln oder das Schaffen von Lebensräumen für seltene Arten wie den Auerhahn oder das Große Mausohr.

Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Auch wirtschaftlich haben sich die Bayerischen Staatsforsten in den 20 Jahren erfolgreich entwickelt, wird berichtet. Als Unternehmen des Freistaats Bayern wirtschafteten sie ohne staatliche Zuschüsse und erzielten regelmäßig positive Betriebsergebnisse. Während der europäischen Holzmarktkrise vor einigen Jahren habe man sich neu aufgestellt. „Wir haben zahlreiche Verbesserungen in unserer internen Struktur umgesetzt“, sagt der für Finanzen zuständige Vorstand Manfred Kröninger. Der Holzverkauf bleibe wichtigste Einnahmequelle. Hinzu kommen stetig steigende Einnahmen, etwa aus der Windenergie.