Windpark in Sonnenbühl eingeweiht: „Gewinn für Mensch und Klima“

Beim „Tag des offenen Windparks“ auf dem Hohfleck bei Sonnenbühl gab es für die Besucher unterhalb der Windräder viel zu sehen.
swt/Marquardt- Windpark Hohfleck bei Sonnenbühl eröffnet – fünf Anlagen speisen nun Strom ins Netz.
- Leistung: fünf Vestas V150 mit je 4,2 MW, jährlich 41 Mio. kWh Ökostrom.
- Versorgung reicht für Sonnenbühl und Engstingen, neues Umspannwerk in Trochtelfingen.
- Über 650 Gäste beim „Tag des offenen Windparks“, VR-Besteigung bis 124 Meter.
- Stimmen aus Politik und Verwaltung betonen regionale Unabhängigkeit und Wertschöpfung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Windpark Hohfleck bei Sonnenbühl ist vor wenigen Tagen die technische Inbetriebnahme erfolgt. Nun speisen die fünf neuen Windenergieanlagen Strom ins Netz – über ein neues Umspannwerk bei Trochtelfingen. Ende Oktober 2025 hatten sich die Rotorblätter der ersten fertigen Anlage über den Baumwipfeln im Waldstück zwischen Sonnenbühl-Undingen und Engstingen gezeigt. In den darauffolgenden sechs Monaten installierte Projektierer Sowitec die kompletten fünf Anlagen. Zum Schluss entstand in Trochtelfingen noch das neue Umspannwerk, welches den produzierten Windstrom aufnimmt und ins Stromnetz leitet. Ab dem Sommer soll die Wiederaufforstung und Renaturierung beginnen, in Absprache und mit Begleitung durch einen beauftragten Ökologen, den Revierförster und die Forstbehörde.
Besteigung mit 3D-Brille
Anlässlich der offiziellen Einweihung hatten die Projektpartner die Bürgerinnen und Bürger aus der Region zum „Tag des offenen Windparks“ eingeladen. Für die mehr als 650 Gäste bot sich die Gelegenheit, den Sockel einer der Windkraftanlagen von innen zu besichtigen. Die Besteigung eines Windrades – baugleicher Typ – bis zur Gondel in 124 Metern Höhe war mithilfe einer 3D-Brille möglich.

Besonders beliebt war die virtuelle 3D-Turmbesteigung eines baugleichen Windrads mithilfe einer VR-Brille.
swt/MarquardtZur offiziellen Einweihung waren Vertreter aus Kommunalpolitik und Verwaltung, Windenergiebranche, Bürger-Energiegenossenschaften und von Partnern der Stadtwerke Tübingen gekommen. Die Gäste würdigten den Windpark als weiteren Meilenstein für den Ausbau der erneuerbaren Energien in der Region.
Michael Schmidt, Bürgermeister der Gemeinde Sonnenbühl, sagte: „In Sonnenbühl wird nicht viel Wind gemacht, aber der Wind aus der Region wird hier nun effektiv genutzt. Mit fünf Windkraftanlagen, die in der Lage sind, eine Gemeinde in der beinahe dreifachen Größe Sonnenbühls mit nachhaltiger Energie zu versorgen.“ Für die Bürgerinnen und Bürger böten die Anlagen über eine Beteiligung auch die Möglichkeit, von der Energieerzeugung vor Ort zu profitieren. „Das ist ein Win-win für Mensch und Klima, aber auch für die Gemeinde und unsere Wirtschaft“, so Schmidt weiter. „Als Bürgermeister bin ich stolz darauf, dass die fünf Anlagen von einem Sonnenbühler Unternehmen projektiert und die Gemeinde auf dem Weg zu diesem Windpark professionell begleitet wurde. Ich bin sicher, dass der Windpark am Hohfleck für viele andere Gemeinden in der Region ein Vorbild sein wird.“

Bürgermeister Michael Schmidt (vorne links) und Bürgermeister a. D. Uwe Morgenstern (vorne rechts) durchschnitten das Einweihungsband am Fuß einer der Windenergieanlagen Hohfleck.
swt/MarquardtAndrea Bär, Abteilungspräsidentin und Abteilungsleiterin Umwelt beim Regierungspräsidium Tübingen, betonte: „In Zeiten von Energie-Krisen und Abhängigkeiten von internationalen Energie-Exportländern gewinnt die regionale Erzeugung von Grünstrom weiter an Bedeutung. Der Windpark Sonnenbühl-Hohfleck trägt mit seinen fünf Windenergieanlagen nicht nur zur energetischen Unabhängigkeit Deutschlands bei, sondern sichert auch die lokale Wertschöpfung durch eine Bürger-Energiegenossenschaft vor Ort in Sonnenbühl. Auch Pacht-Entgelte und Gewerbesteuereinnahmen bleiben hier auf der Alb.“
„Unabhängig vom Ausland werden“
„Der Weg zur Errichtung des Windparks Hohfleck war ein steiniger und ein langer“, erinnerte Philipp Hirrle, Leiter des Ordnungsdezernats im Landratsamt Reutlingen. Dabei verlange nicht nur der Klimaschutz eine zügige Energiewende. „Der Krieg in der Ukraine und die Sperrung der Straße von Hormus machen klar: Wir müssen in Energiefragen schnellstmöglich unabhängig vom Ausland werden. Dem Ausbau der sogenannten erneuerbaren Energien kommt dabei eine entscheidende Bedeutung zu.“
„Mit dem Windpark Hohfleck zeigen die Stadtwerke Tübingen, dass die Energiewende vor Ort konkret wird. Klimaschutz, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stärke sind kein Widerspruch – wenn man entschlossen handelt“, so der Tübinger Oberbürgermeister und swt-Aufsichtsratsvorsitzender Boris Palmer.
Strom für Sonnenbühl und Engstingen
Die fünf Anlagen des Herstellers Vestas (Modell V150) leisten je 4,2 Megawatt. Damit produziert der Windpark Hohfleck 41 Millionen Kilowattstunden Ökostrom pro Jahr – genug, um den Bedarf von Sonnenbühl zu decken und auch die Nachbargemeinde Engstingen zu versorgen. Der Windpark ist einer der ersten, die 2026 ans Netz gegangen sind. Ein weiterer entsteht in Gomadingen, ebenfalls mit fünf Anlagen.
