Verstärkung für Münsinger Bäder
: Arbeiten, wo die Welt meist noch in Ordnung ist

Seit dem 1. September gibt es eine Meisterin für Bäderbetriebe im Münsinger Frei- und Hallenbad. Christel Eggeling-Nerz komplettiert nun das erfahrene Team.
Von
Sabine Zeller-Rauscher
Münsingen
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Mit Christel Eggeling-Nerz ist die Personalsituation am Münsinger Kombibad wieder eine runde Sache.

Mit Christel Eggeling-Nerz läuft die Personalsituation am Münsinger Kombibad wieder rund.

Sabine Zeller-Rauscher
  • Münsingen stellt seit dem 1. September eine Meisterin für Bäderbetriebe ein.
  • Christel Eggeling-Nerz komplettiert das Team im Frei- und Hallenbad.
  • Sie wechselte nach Problemen an früheren Bädern, wo Respekt und Sicherheit nachließen.
  • In Münsingen sind Sicherheitsdienste kein Thema – Teamarbeit steht im Fokus.
  • Dank ihr bleibt die Ausbildung von Lehrlingen im Kombibad möglich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Wasseroberfläche ist ziemlich ruhig. Nur wenige Schwimmer ziehen am Dienstag im Freibad um die Mittagszeit ihre Bahnen. Ein paar Kinder spielen mit ihren Omas im 28 Grad warmen Hallenbadbecken. Braun gefärbte Blätter am Rand des Außenbeckens verraten, dass die Tage der Freibadsaison gezählt sind. Christel Eggeling-Nerz beobachtet das entspannende Szenario auf einem der Bänkchen, die nah am Schwimmerbecken stehen, und sagt: „Wow“. Man merkt ihr deutlich an, dass sie sich auf ihren neuen Wirkungskreis freut. Dass sie das Element Wasser liebt und von der Architektur des Bades, wie auch von der Technik begeistert ist.

Die neue Schwimmmeisterin wurde dringend gesucht, nachdem Andreas Moll, der bisherige Bäderleiter, im Mai dieses Jahres verkündet hatte, nach rund acht Jahren wieder in sein altes Revier nach Pfullingen zu wechseln. „Bereits als Bürgermeister Mike Münzing mich beim Vorstellungsgespräch durchs Bad geführt hat, war ich begeistert“, freut sich die dreifache Mama und Oma eines achtjährigen Enkelsohns. Auch hatte sie ein gutes Betriebsklima im Verwaltungsbereich auf dem Rathaus wahrgenommen. Kommt dann noch ein fast neues Bad obendrauf, bedeutet das für eine Meisterin für Bäderbetriebe ziemlich viel.

Beruf und Berufung

Bei der gebürtigen Braunschweigerin stand bereits mit 14 Jahren, nach einem Schülerpraktikum, fest, dass sie „Bademeisterin“ werden will. „Das ist mein Ding, meine Berufung, ich kann nichts anderes“, lacht die 62-Jährige, während ihr Blick glücklich übers Wasser streift. Mit 16 Jahren startete sie dann mit einer Lehre zur Fachangestellten für Bäder in ihr Berufsglück. 1991 setzte sie dem Ganzen mit der Meisterprüfung die Krone auf.

Auf die Stelle in Münsingen wurde sie durch Zufall über Facebook aufmerksam. Von der Anzeige fühlte sie sich angesprochen und wagte den Schritt zur Bewerbung. Unter anderem, weil an ihrem bisherigen Arbeitsplatz in Göppingen und Geislingen vieles nicht mehr so lief wie einst in ihrem Job. Die Situation, wie auch das Verhalten der Badegäste, hätten sich seit gut zehn Jahren stark verändert. Schlägereien und nachlassender Respekt wären keine Seltenheit. Sicherheitsdienste müssten deshalb für zusätzlichen Schutz der Badegäste und des Personals sorgen. „Das macht so keinen Spaß mehr, viele meiner Kollegen schulen um“, weiß die leidenschaftliche Schwimmmeisterin, die mit Blick auf ihr Alter diesen Schritt nicht mehr gehen wird.

Sicherheitsdienst ist kein Thema

Dass Sicherheitsdienste in Münsingen bislang überhaupt kein Thema sind, erfuhr die leidenschaftliche Schwimmerin, die für den SV Cannstatt in der Masterklasse am Start ist, bereits beim Vorstellungsgespräch. Auch Jörg Wertmann, der kaufmännische Leiter des Münsinger Kombibades, kann dies bestätigen. Wertmann ist jetzt eigentlich Chef des Bades, mag diesen Hierarchiegedanken aber überhaupt nicht. Stattdessen setzt er viel mehr auf ein harmonisches Team, in dem sich alle auf Augenhöhe begegnen. Technischer Leiter ist ab sofort Jörg Kinzelmann, der wie Zsuzanna Nagy Bacsóné, Joelina Kast und Markus Spingler Fachangestellter für Bäder ist. Hinzu kommt ein kompetentes Reinigungs- und Serviceteam, welches stets dafür sorgt, dass sich die Badegäste rundum wohlfühlen können. Dank Christel Eggeling-Nerz besteht nach wie vor die Möglichkeit, Lehrlinge auszubilden. Dass die Stelle nach der Kündigung von Andreas Moll so schnell wieder besetzt werden konnte, spricht für ein gutes Stellenausschreibungsverfahren, das sämtliche Kanäle, auch in den sozialen Medien, nutzte. Insgesamt zwei Meister hätten sich auf die Stelle beworben, verriet Jörg Wertmann, und Jörg Kinzelmann wusste von einem Artikel in einer Fachschrift, laut dem aktuell rund 4000 Stellen für Fachangestellte für Bäder unbesetzt sind.