Verein „Mach-Art-Festival“: Hobel statt Handy – solange es noch jemand zeigen kann

Schindeln herstellen, Körbe flechten, schmieden, töpfern: Der Verein „Mach-Art-Festival" will solche Handwerkskünste erlebbar machen. Da eigene Veranstaltungsfotos noch fehlen, wurde diese Collage mit KI-Unterstützung erstellt.
Verein „Mach-Art-Festival"- Neuer Verein „Machart-Festival“ will traditionelles Handwerk erlebbar machen.
- Fokus: Mitmachen statt Show – schneiden, schnitzen, flechten, töpfern.
- Kontakte: Küfer, Flachsverarbeiterin, Hersteller von Stroh-Bienenkörben und mehr.
- Module je Ort; Verein vernetzt und unterstützt Gastgeber.
- Premiere: 9.–12. April 2026 im „Zukunft-Haus“ der Stuttgarter Frühjahrsmessen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Hobel fährt über raues Holz. Der Span kringelt sich, fällt zu Boden. Daneben riecht es nach warmem Wachs und frischer Seife. Stroh raschelt zwischen den Fingern, während jemand zeigt, wie aus Halmen ein Bienenkorb wächst. Gespräche mischen sich unter das Klopfen, Schaben, Schneiden. Niemand bleibt Zuschauer. Jeder greift zu, testet und staunt, was die eigenen Hände hervorbringen.
Diese Atmosphäre schwebt Michael Zoeller vor. Der Gomadinger gehört zum vierköpfigen Vorstand des neu gegründeten Vereins „Mach-Art-Festival“. Die Idee entstand bei einem Mitmach-Fest des Vereins „Regina – Regional-Nachhaltig“. Dort sitzen an Thementischen jeweils fünf oder sechs Personen zusammen und sprechen über Fragen rund um nachhaltiges Leben. Aus dem Kreis der Besucher kam der Anstoß, auch traditionelle Handwerke einzubeziehen. Wenn niemand mehr weiß, wie man Flachs verarbeitet oder ein Fass dichtet, verliert eine Region ein Stück Identität.
Die Anregung traf einen Nerv. „Regina“ griff sie auf, doch bald zeigte sich: Das Thema braucht eigenen Raum. Also gründeten Engagierte einen Verein. Rund zehn Personen kamen zur Gründungsversammlung zusammen. Der Eintrag ins Vereinsregister läuft. Einige Mitglieder arbeiten auch bei „Regina“ mit.
Nicht Show, sondern Tun
Im Mittelpunkt steht eine einfache, aber konsequente Idee: gestalten statt konsumieren. Das Mach-Art-Festival versteht Handwerk nicht als Show. Es geht nicht um Bühnenprogramm und Applaus, sondern um eigenes Tun. Gäste schneiden, schnitzen, flechten, rühren, kneten. Sie spüren Widerstand und Struktur. Sie merken, wie viel Geduld ein Werkstück verlangt.
Kontakte bestehen bereits. Ein Küfer zeigt, wie Dauben zu einem Fass zusammenfinden. Eine Flachsverarbeiterin führt vor, wie aus Pflanzenfasern Garn entsteht. Ein Hersteller von Stülpern bringt das Wissen um jene Bienenkörbe aus Stroh ein, die früher vielerorts zum Bild gehörten. Solche Techniken beschäftigen auch die Forschung, sagt Zoeller. Reißt die Kette der Weitergabe ab, bleibt nur noch Literatur. Praktisches Wissen aber lebt vom Vormachen und Nachmachen.
Das Festival folgt keinem starren Plan. Die Initiatoren setzen auf Module, die sich kombinieren lassen. Workshops, Gespräche und Werkstätten passen sich dem jeweiligen Ort an. Eine alte Industriehalle mit Patina, ein Freilichtmuseum, oder ein Leuchtturm an der Nordsee – der Ort prägt das Programm mit.
Premiere auf der Frühjahrsmesse
Langfristig soll das Festival an Orten im ganzen deutschsprachigen Raum Station machen. Zunächst startet das Netzwerk in der Region. Der Verein sieht sich als Knotenpunkt. Er bringt Handwerker, Initiativen und Regionen zusammen, vermittelt Kontakte und unterstützt Gastgeber bei Planung und Ablauf. Auch Workshops auf Honorarbasis sind vorgesehen.
Ein erstes Zeichen setzt das Projekt im Frühjahr. Vom 9. bis 12. April stellt sich das Mach-Art-Festival im Rahmen der Stuttgarter Frühjahrsmessen im „Zukunft-Haus“ vor. Dort entsteht ein offener Arbeitsraum. Besucher können Fragen stellen, Werkzeuge in die Hand nehmen und mit Handwerkern ins Gespräch kommen.
Was als Gedanke an einem Thementisch begann, nimmt Gestalt an. Wenn Hände wieder öfter formen, flechten und schnitzen, bleibt Wissen lebendig.
Wer traditionelle Techniken beherrscht, ist gefragt
Der Verein „Mach-Art-Festival“ sucht weitere Mitstreiter. Gefragt sind Menschen, die mit selten gewordenen oder historisch gewachsenen Techniken arbeiten. Kontakt per Mail an mach-art@posteo.de. Weitere Informationen bietet die Webseite www.machart-festival.de. Sie befindet sich im Aufbau.
