Münsingerin braucht Hilfe: Jeder Schritt ist eine Herausforderung – ein Assistenzhund soll helfen

Saskia Czepluch (links) wünscht sich mehr Selbstständigkeit und ein Leben ohne Unsicherheit. Ihre Lebenspartnerin Natascha Stoll unterstützt sie im Alltag. Ein Assistenzhund könnte eine große Erleichterung sein.
Tanja Stark- Saskia Czepluch aus Buttenhausen benötigt einen Assistenzhund wegen einer seltenen neurologischen Erkrankung und PTBS.
- Ihre Lebensgefährtin startete eine Spendenaktion auf GoFundMe, da die Kosten von 20.000–35.000 Euro nicht gedeckt sind.
- Der Hund soll Czepluch bei Alltagstätigkeiten wie Einkäufen oder Arztbesuchen unterstützen und Stürze verhindern.
- Die Römersteiner Hundetrainerinnen bilden die Hunde aus; ein Labrador-Welpe könnte im kommenden Sommer bereitstehen.
- Spenden werden ausschließlich für den Hund verwendet, andernfalls zurückgezahlt. Link: https://gofund.me/39877e97a
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Erste Symptome traten auf, als Saskia Czepluch neun Jahre alt war. Die 34-Jährige leidet unter Episodischer Ataxie, einem seltenen neurologischen Krankheitsbild, das durch anfallsartige Störungen des Gleichgewichts und der Koordination gekennzeichnet ist. Ihr Alltag ist geprägt von Unsicherheit beim Gehen und plötzlich auftretenden Stürzen. Die Diagnose hatte sie erst vor etwa zwei Jahren erhalten. Da die Buttenhauserin als Kind adoptiert worden war, war ihr bis dahin nichts von genetisch bedingten Leiden bekannt. Immer wieder landete sie mit Verdacht auf einen Schlaganfall oder wegen besonders schwerer Fallereignisse im Krankenhaus. Die Attacken kommen völlig unerwartet und ohne Ankündigung, berichtet sie. „Es kann sein, dass ich mit dem Rollator in der Wohnung unterwegs bin, und plötzlich falle ich um wie ein Baum.“ Alleine aufstehen kann sie nicht; ihre Fußhebeschwäche erschwert es zusätzlich.
Hinzu kommt bei ihr eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), die sich in Angst vor Menschen, überfüllten Bussen und Albträumen äußert. Auch Selbstverletzungen sind immer wieder ein Thema. Viel Unterstützung bekommt die dauerhaft arbeitsunfähige Frau von ihrer Partnerin Natascha Stoll, die ebenfalls mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen hat. Die Metzgereifachverkäuferin aus Münsingen ist derzeit selbst arbeitsunfähig und kann für ihre Freundin da sein. Doch wünscht sie sich mehr Selbstständigkeit für sie und, „dass sie das Gefühl von Freiheit kennenlernt“. Denn Czepluch verbringt wegen ihrer großen Unsicherheit, was in den nächsten Minuten passieren könnte, viel Zeit zu Hause. Zwar schreibt sie dort leidenschaftlich gerne Gedichte – mal melancholisch, mal lustig – doch würde sie auch gerne mal wieder einen Spaziergang machen oder im Supermarkt selbst die Zutaten für ihr Mittagessen aussuchen.
Hilfe auch in der Nacht
Nach umfangreichen Recherchen sind die beiden auf einen Lösungsansatz gestoßen: einen Assistenzhund. Diese vierbeinigen Lebensbegleiter werden für spezifische, individuelle Aufgaben ausgebildet und begleiten ihren Besitzer rund um die Uhr. In Saskia Czepluchs speziellen Fall wäre das Tier dafür zuständig, sie sicher zu ihren Zielen wie Arztbesuchen, kleinen Ausflügen zu Freunden oder Einkäufen zu geleiten. Die trainierten Hunde spüren feinste körperliche Veränderungen wie Zittern, warnen ihren Schützling und führen ihn bei Bedarf zu einer Bank, damit er nicht zusammenbricht. Außerdem können Assistenzhunde Personen mit psychischen Erkrankungen etwas abgrenzen und beruhigen. Hilfestellung bieten sie auch während der Nacht: Die sensiblen Tiere erkennen unruhigen Schlaf und können ihren Menschen aus einer Dissoziation, einer vorübergehenden psychischen Abspaltung, herausholen oder das Licht einschalten.
Spendenaufruf gestartet
Doch die Ausbildung eines Assistenzhundes ist teuer und kostet zwischen 20.000 und 35.000 Euro, das kann sich die junge Frau nicht leisten. Die Krankenkasse übernimmt ausschließlich die Kosten für Blindenhunde. Daher hat ihre Lebensgefährtin einen Spendenaufruf auf der Plattform „Go fund me“ ins Leben gerufen. Entschieden hat sich Saskia Czepluch für einen Labrador, der sie aufgrund seiner Größe und seines Körperbaus bei Bedarf auch einmal etwas stützen könnte. Die Römersteiner Hundetrainerinnen Caro und Christine von „Assistenzhunde-Reutlingen“ besitzen die Erlaubnis, nach Paragraf 11 des Tierschutzgesetzbuchs Hunde auszubilden und Mensch-Hund-Teams anzuleiten. Zunächst werden Welpen zu Warnhunden geschult, ab dem Alter von zwei Jahren dann als vierbeinige Experten im Bereich PTBS weitergebildet.
Einen Welpen könnte Czepluch im kommenden Sommer bekommen. Doch was, wenn die Spendengelder und der Eigenteil nicht ausreichen? „Dann warte ich länger oder gebe die Gelder zurück. Ich werde die Spenden auf gar keinen Fall für einen anderen Zweck nutzen“, sagt sie.
Assistenzhund benötigt
Wer Saskia Czepluch bei ihrem Wunsch nach einem Assistenzhund unterstützen möchte, kann dies über ihren Spendenaufruf auf GoFundMe tun: https://gofund.me/39877e97a

