Nachruf: Walter Schieles Spuren sind noch vielerorts sichtbar

Dr. Walter Schiele, einer, der den Blick positiv in die Zukunft richtete und dabei Schule lebendig werden ließ.
Hermann Bohn- Dr. Walter Schiele starb am 29. April in Tübingen im Alter von 89 Jahren.
- Er leitete das Gymnasium Münsingen von August 1983 bis Ende des Schuljahres 1999.
- Er prägte eine „lebendige Schule“ mit Berufspraktikum, Austausch, Sporttagen und sozialem Lernen.
- Er engagierte sich 1998 in der Bürgerinitiative für das Kreiskrankenhaus Münsingen.
- Trauerfeier: Donnerstag, 21. Mai, 13 Uhr auf dem Bergfriedhof Tübingen – Urnenbeisetzung im Anschluss.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit Dr. Walter Schiele verliert nicht nur das Gymnasium Münsingen einen prägenden ehemaligen Schulleiter, sondern auch die Stadt Münsingen einen Menschen, welcher in der Region vieles mitgestaltet hat.
Von August 1983 bis zum Ende des Schuljahres 1999 leitete Schiele das Gymnasium Münsingen. Er lehrte Geschichte, Latein und Sport. Eine Kombination, die viel über ihn aussagte. Bildung bedeutete für ihn nie nur Stoffvermittlung. Bildung sollte an einem lebendigen Ort stattfinden. Schule war für ihn Lebensraum, Begegnungsstätte und ein Ort, an dem gesellschaftliches Miteinander gelernt und gelebt werden sollte. Sein großes Leitbild war die „lebendige Schule“. Eins, welches er mit seinem Kollegium lebendig auslebte.
Kollegial und offen für neue Ideen
Schiele wollte ein Gymnasium, das hinausgeht ins Leben. Eines, das jungen Menschen nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Verantwortung, Offenheit und Gemeinschaftssinn. Rolf Bantle, langjähriger Kollege und Weggefährte, erinnert sich an einen Schulleiter, dem ein kollegialer Führungsstil wichtig war und welcher neuen Ideen stets offen gegenüberstand. „Viele Angebote, die das Gymnasium Münsingen bis heute prägen, entstanden während seiner Amtszeit“, weiß Bantle.
Dazu zählt die Einführung des Berufspraktikums am Gymnasium. Einst ein ungewöhnlicher Schritt, welcher aus der Sorge heraus, dass das Gymnasium den Haupt- und Realschülern die Praktikumsplätze wegnehmen würde, bei den Schulbehörden auf Skepsis gestoßen war. Heute, als BOGY (Berufsorientierung am Gymnasium) selbstverständlich ist.
Walter Schiele baute den Schüleraustausch mit Frankreich aus, initiierte spezielle Sporttage mit Disziplinen wie Golf, Kajakfahren oder Bogenschießen und setzte sich für Kooperationen mit Vereinen ein. Wichtig war ihm auch das soziale Lernen. Mit dem diakonischen Praktikum in Zusammenarbeit mit Pflegeeinrichtungen und Sonderschulen der Region wollte er jungen Menschen Begegnungen ermöglichen, welche den Blick weiten. Auch Bahnausflüge mit der ganzen Schule oder Verkehrssicherheitstage trugen seine Handschrift.
Engagement für die medizinische Versorgung
Vieles von dem, was heute am Gymnasium Münsingen selbstverständlich erscheint, nahm unter Schieles Leitung seinen Anfang. Schieles Wirken reichte weit über das Schulgelände hinaus. Auch die medizinische Versorgung auf der Alb war ihm ein wichtiges Anliegen. So zählte er 1998 zu den Gründungsmitgliedern der „Bürgerinitiative für das Kreiskrankenhaus Münsingen“, für welche er sich bis 2005 mit großem Engagement einsetzte. Dr. Eberhard Rapp, Sprecher der Bürgerinitiative, erinnert sich an viele gemeinsame Sitzungen und Aktionen: „Walter Schiele hat mit seinem Engagement wesentlich dazu beigetragen, dass der Neubau der Albklinik verwirklicht werden konnte und zunächst auch die Geburtshilfe erhalten blieb. Er hat mir durch sein großes Engagement viel Arbeit abgenommen“, würdigt Rapp seinen Mitstreiter.
Wer Walter Schiele begegnete, traf auf einen engagierten und verlässlichen Menschen, welcher immer wieder Verantwortung vorlebte. Mit Walter Schiele, der seinen Lebensabend in Tübingen verbrachte, verliert die Region einen Menschen, dessen Ideen bis heute nachwirken. Seine Verdienste bleiben unvergessen. Die Trauerfeier findet am Donnerstag, 21. Mai, um 13 Uhr auf dem Bergfriedhof in Tübingen statt. Im Anschluss erfolgt die Urnenbeisetzung. Anstelle von zugedachten Blumenspenden bittet die Familie um eine Spende an die Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus in Tübingen. Ein letzter Hinweis auf einen Menschen, dem gesellschaftliches Engagement und Verantwortung zeitlebens wichtig waren.