Krank an den Feiertagen: Zwischen Lametta und Gänsebraten: Wohin, wenn's einen erwischt?

Akut krank an den Feiertagen: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, je nach Zustand des Patienten.
Sabine Zeller-Rauscher- An Feiertagen sind Hausarztpraxen oft geschlossen – alternative Anlaufstellen sind gefragt.
- Bei schweren Symptomen wie Atemnot hilft die Notaufnahme der Albklinik – Notruf unter 112.
- Der Bereitschaftsdienst unter 116117 vermittelt Praxen oder organisiert Hausbesuche.
- Über Docdirekt gibt es telemedizinische Beratung per Video – jedoch keine vollständige Untersuchung.
- Bereitschaftspraxen in Reutlingen und Ehingen bieten persönliche ärztliche Hilfe.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wenn der Weihnachtsbaum strahlt, die Häuser vom Gänsebratenduft erfüllt sind und die Verwandtschaft angekündigt ist, kommt eine Krankheit höchst ungelegen. Verhindern kann man sie meist dennoch nicht. Nicht selten kommt sie ganz leise daher: Anfangs mit einem Kratzen im Hals, einem Fieberanstieg beim Kind oder einem Magen, der sich gegen die Festtagsmenüs sträubt. Und plötzlich taucht die Frage auf: Wohin, wenn alle Hausarztpraxen geschlossen sind und auch die Bereitschaftspraxis (zuvor Notfallpraxis) an der Albklinik zum Bedauern vieler Bürger auf der Alb ihren Dienst einstellen musste? Wer nicht schwer erkrankt ist, fühlt sich hin- und hergerissen: Gehe ich zum Bereitschaftsdienst? In die Notaufnahme? Oder warte ich einfach ab?
Auch wenn die Bereitschaftspraxis an der Albklinik die Pforten dicht gemacht hat, betont Dr. Eberhard Rapp, dass es die Albklinik selbst natürlich weiterhin gibt und ihre Türen für alle offen stehen, die schwerwiegende Symptome, wie beispielsweise Atemnot, oder eine schwere Infektion haben. Wer jedoch einen ganz akuten Notfall wie einen Unfall hat oder sich Sorgen um sein Leben oder das seiner Angehörigen macht, wählt sofort den Rettungsdienst unter der Rufnummer 112.
Rat am Telefon oder digital
Für alle anderen, die etwa von lästigem Husten, Übelkeit oder einem unangenehmen Juckreiz geplagt sind, kommen die Telefonnummer 116117 oder der digitale Patientenservice Docdirekt ins Spiel. Unter der Nummer 116117 erfahren die Patienten unter anderem die Adresse der nächsten Bereitschaftspraxis, und für bettlägerige Menschen können geschulte Fachkräfte hier auch bei Bedarf einen Hausarztbesuch organisieren.
Ein telemedizinisches Angebot der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) gibt es über Docdirekt. Sofern der Kopf noch frei ist und ein funktionsfähiges Internet zur Verfügung steht, kann darüber bei Bedarf ein Arzt ins Wohnzimmer kommen. Zunächst muss sich der Patient allerdings noch zur Ersteinschätzung durch etliche Fragen etwa zu Symptomen, Dringlichkeit, Geschlecht und Alter hangeln. Kommt der Mediziner dann ins Spiel, besteht für diesen keine Ansteckungsgefahr. Denn die Ärztin oder der Arzt kommt nicht direkt, sondern schaltet sich via Video ins heimische Krankenzimmer. Fühlen, riechen, abtasten ist dabei natürlich nicht möglich, aber eine erste Einschätzung.
Arztgespräch per Video
Per Video oder Telefon entsteht ein Gespräch, das ein wenig an die vertraute Situation im Sprechzimmer erinnert. Der Blick eines Arztes, der einschätzt, ob das Fieber gefährlich steigen kann. Die beruhigende Stimme, die erklärt, warum ein Kind nachts oft kränker wirkt als tagsüber. Oder der Hinweis, wann man doch besser persönlich in einer Praxis erscheinen sollte. Gleichzeitig bleibt man dennoch im eigenen Wohnzimmer sitzen. Kein Mantel muss angezogen und kein Auto auf glatter Straße bewegt werden. Begegnung mit anderen Erkrankten im Wartezimmer bleiben aus. Für viele kann dies durchaus ein Segen sein, besonders in Zeiten, in denen Infekte schnell um sich greifen.
Klar ist aber: Docdirekt ersetzt nicht den Rettungsdienst, keine Notaufnahme und keine echte medizinische Untersuchung, wenn die dann erforderlich ist. Der digitale Dienst schließt vielmehr eine Lücke, die sich gerade über die Feiertage oft unangenehm bemerkbar macht: jene zwischen „Brauche ich nur einen Ratschlag?“ oder „Bin ich ein behandlungsbedürftiger Fall, der nicht noch abwarten kann?“. Diese Unterscheidung ist für Laien oft schwer zu treffen.
Wer meint, dass er kein akuter Notfall ist und deshalb keinen Rettungswagen braucht, sich aber dennoch eine Untersuchung durch ein ärztliches Gegenüber aus Fleisch und Blut wünscht, findet unter anderem in den Bereitschaftspraxen in Reutlingen und Ehingen Hilfe.
