Gemeindewald Zwiefalten: Holzmarkt gibt Rückenwind

Die Fichte prägt den Gemeindewald. 36 Prozent der Ernte 2024 war sogenannte zufällige Nutzung – Käferholz oder von Pilzen befallene Bäume, die kurzfristig gefällt werden mussten. (Symbolbild)
Hendrik Schmidt/dpa- Gemeindewald 2024 mit rund 40.700 Euro Überschuss; 2026 werden knapp 57.000 Euro erwartet.
- 2024: ca. 1400 Festmeter geerntet, 36 % zufällige Nutzung (Käfer/Pilz).
- Förderung: über 27.000 Euro aus „Klimaangepasstes Waldmanagement“; 650 Spitzahorne gepflanzt.
- 2025 läuft laut Revierförsterin „im Plan“; Holzpreise stiegen, 1700 Festmeter genutzt.
- 2026: 1400 Festmeter geplant; Pflanzungen u. a. Douglasie, Tanne, Stiel-Eiche, Lärche.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Gemeindewald liefert nicht nur Natur und Erholung, sondern auch stabile Einnahmen für Zwiefalten. In der jüngsten Ratssitzung legten Revierförsterin Nicole Volk und Charlotte Müller vom Kreisforstamt die Zahlen für 2024 vor, berichteten über 2025 und stellten die Planung für 2026 vor.
Im Ergebnishaushalt 2024 wich der Betrieb deutlich vom Plan ab, bei den Einnahmen ebenso wie bei den Ausgaben. Am Ende stand ein Überschuss von rund 40.700 Euro.
Volk erklärte die Gründe. Geerntet wurden, wie üblich, rund 1400 Festmeter, überwiegend Nadelholz. Für 500 Festmeter war die Motorsäge vorgesehen. Tatsächlich kam größtenteils der Vollernter zum Einsatz. Das senkte die Kosten. Hochwertiges Stammholz fiel dagegen kaum an. Mit 36 Prozent lag der Anteil der sogenannten zufälligen Nutzung verhältnismäßig hoch. Dazu zählen Käferholz oder von Pilzen befallene Bäume, die kurzfristig gefällt werden mussten. Diese Eingriffe bestimmten den Einschlag stärker als geplant.
Ein wichtiger Baustein bleibt die Förderung. Über 27.000 Euro flossen aus dem Programm „Klimaangepasstes Waldmanagement“. Zudem pflanzte die Gemeinde 650 Spitzahorne. Die Kreissparkasse Reutlingen finanzierte die Aktion, Patienten der psychiatrischen Klinik unterstützten tatkräftig und hielten die Kosten niedrig.
Zehn-Jahres-Bilanz bestätigt Kurs
Für 2025 zeigten sich günstige Bedingungen. Nach einem trockenen Start brachte der Sommer Regen, das Schadholz blieb geringer als erwartet. Gleichzeitig stiegen die Holzpreise. Statt der geplanten 1400 Festmeter nutzte die Gemeinde 1700 Festmeter, um das gute Preisniveau zu nutzen. Auch Flächen, die künftig Kernzonen des Biosphärengebiets werden, konnten noch genutzt werden, um Fichten zu ernten — in Abstimmung mit dem Biosphärengebiet. „Der Betrieb liegt bisher im Plan“, fasste Revierförsterin Volk zusammen.
Die Zwischenrevision durch die Forstdirektion Freiburg bestätigte die gute Bilanz: „Über zehn Jahre gesehen liegt der Betrieb ziemlich genau im Plan“, berichtete Charlotte Müller. Gleichzeitig mahnten die Prüfer, dass Fichten – von denen der Zwiefalter Gemeindewald maßgeblich geprägt ist – aufgrund des Klimawandels zunehmend unter Druck stehen. Volk ergänzte: Neue Fichten werden in Zwiefalten nicht gepflanzt, Bestände verjüngten sich aber selbst. „Wenn es die Natur bringt, nehme ich es mit, aber aktiv pflanzen werde ich keine“, sagte sie.
Für 2026 ist ebenfalls der Einschlag von 1400 Festmetern Holz vorgesehen. Auf 1,1 Hektar Fläche werden Kulturen wie Douglasie, Tanne, Stiel-Eiche und europäische Lärche angepflanzt. Einnahmen durch das klimaangepasste Waldmanagement von über 27.000 Euro sind eingeplant, sodass bei den aktuell guten Holzpreisen ein Überschuss von knapp 57.000 Euro erwartet wird. Volk berichtete, dass 900 Festmeter des geplanten Holzeinschlags bereits geerntet sind, überwiegend mit dem Vollernter. Aktuell laufen Sicherungsmaßnahmen am Freizeitbereich am Höhenfreibad. Der Wald beim Waldkindergarten ist gesichert, es „dürften nur noch Kleinigkeiten kommen“, so die Revierförsterin.
Zwischenfall am Schützenhaus
Ein Zwischenfall am Schützenhaus sorgte kurzzeitig für Unmut. Dort wurden mehrere alte Fichten gefällt. Zwei Spaziergängerinnen sollen die Waldarbeiter dort als „Waldmörder“ bezeichnet haben, berichtete Volk. Der Vorfall blieb jedoch eine Ausnahme. Charlotte Müller ordnete ein: „Kritik und Protest gegen Forstwirtschaft kenne ich eher aus städtischen Gegenden. Auf dem Land gehört das Holzmachen dazu.“
Der Gemeinderat stimmte dem Bewirtschaftungsvollzug 2024, dem Zwischenbericht 2025 und der Jahresplanung 2026 einstimmig zu.
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Hektar Holzbodenfläche umfasst der Zwiefalter Gemeindewald. 2026 sollen insgesamt rund 1100 Douglasien, Tannen, Stiel-Eichen, europäische Lärchen und weitere Baumarten gepflanzt werden.
