DHL-Filiale in Großengstingen
: Postfiliale schließt über Nacht

Selbst das Rathaus konnte nicht auf sein Postfach zugreifen, erklärt Bürgermeister Mario Storz empört. Ohne vorherige Ankündigung bleiben die Türen aus „wichtigem Grund“ geschlossen.
Von
Philipp Steyer-Ege
Engstingen
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Im Schaufenster hängt ein handgeschriebener Zettel, auf dem sich der Betreiber entschuldigt. Es bleibt unklar, warum die Postfiliale schließen musste.

Im Schaufenster hängt ein handgeschriebener Zettel, auf dem sich der Betreiber entschuldigt. Es bleibt unklar, warum die Postfiliale schließen musste.

Philipp Steyer-Ege
  • Die DHL-Postfiliale in Großengstingen schloss überraschend ohne Vorankündigung.
  • Ein handgeschriebener Zettel entschuldigt die Schließung, Gründe bleiben unklar.
  • Bürgermeister Storz kritisiert die mangelnde Kommunikation und fühlt sich nicht informiert.
  • Kunden können Pakete nicht abholen, alternative Filialen sind in Lichtenstein und Trochtelfingen.
  • Die Deutsche Post arbeitet an einer Nachfolgelösung, Postdienstleistungen sollen erhalten bleiben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Schaufenster hängt nur noch ein handgeschriebener Zettel, adressiert „an meine Kunden“, auf dem der Betreiber der DHL-Partnerfiliale in Großengstingen die Umstände bedauert. „Für mich kam die plötzliche Schließung auch überraschend. Wäre mir dies bekannt gewesen, hätte ich euch in Kenntnis gesetzt. Vielen lieben Dank für die schöne Zeit. Ich habe jeden von euch sehr wertgeschätzt“, steht dort geschrieben. Die Filiale gegenüber des Rathauses bot sich für Bürgermeister Mario Storz und die Angestellten der Gemeinde Engstingen perfekt an, um dort ihr Postfach einzurichten. Seit Donnerstag stehen sie vor verschlossenen Türen, denn die Filiale in der Lange Straße 4 hatte ohne vorherige Ankündigung spontan geschlossen.

Bürgermeister wusste auch nicht Bescheid

„Die Post sucht nach einer Nachfolgeregelung, man will die Filiale auf jeden Fall erhalten“, erklärt Storz. Er äußert sich sehr empört über die gesamte Handhabung der Situation, denn bei ihm klingle regelmäßig das Telefon, weil Kunden ihre hinterlegten Pakete nicht länger abholen können. Dass es sich um eine ungeplante Aktion handelte, sei offensichtlich, denn das Rathaus wurde ebenso wenig informiert wie alle anderen Kunden, berichtet er.

Auf Nachfrage habe er erfahren, dass die Filiale aus „wichtigem Grund“ geschlossen werden musste. Welcher das sein soll, konnte sowohl das Rathaus als auch die Südwest Presse nicht in Erfahrung bringen. Im offiziellen Schreiben von Marc Mombauer, dem Pressesprecher der DHL Group heißt es: „Zu unserem Bedauern mussten wir die Postfiliale in Engstingen spontan schließen. Die Gründe für die Schließung der Partnerfiliale hat die Deutsche Post nicht zu vertreten. Es wird auf jeden Fall weiter Postdienstleistungen in Engstingen geben. Die Vertriebsleitung arbeitet bereits an einer entsprechenden Lösung. Auch der Bürgermeister wurde zum aktuellen Stand informiert. Die Postfachsendungen werden fortan zugestellt. Ebenso zugestellt werden die benachrichtigten Pakete, die sich bei Schließung in der Postfiliale befanden.“

Es bleibt unklar, wie es weiter geht

Informiert fühlte sich Storz allerdings nicht: „Die Nacht-und-Nebel-Aktion ist höchst ärgerlich, so kann man es nicht machen, das geht so nicht“, betont er. Die Schließung sorgte für viel Wirbel und Ärger, den die Gemeindeverwaltung nicht so einfach beschwichtigen kann, weil sie selbst nicht weiß, wie es weiter geht und ihr die nötigen Informationen fehlen.

Manche Kunden seien sogar per Benachrichtigung dazu aufgefordert worden, ihr Paket am Tag der Schließung in der Filiale abzuholen, nur um dann die handgeschriebene Entschuldigung und einen Hinweis zu Filialen in der Umgebung vorzufinden: Die nächsten Postfilialen befinden sich in Lichtenstein-Unterhausen (Bäckerei Schwarz, Mühlstraße 15) und Trochtelfingen (Lotto-Totto, Marktstraße 28).