Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Tübingen
: Peta: „Tiere sind keine Sportgeräte“

Die Tierschutzorganisation hat Strafanzeige gegen alle Teilnehmer der Schafschurmeisterschaften am 30./31. Mai in Trochtelfingen erstattet.
Von
swp
Trochtelfingen
Jetzt in der App anhören
Peta hat Strafanzeige gegen alle Teilnehmer an der Schafschurmeisterschaften in Trochtelfingen gestellt, die am 30./31. Mai vom Verein Deutscher Schafscherer ausgerichtet worden war.

Peta hat Strafanzeige gegen alle Teilnehmer an der Schafschurmeisterschaften in Trochtelfingen gestellt, die am 30./31. Mai vom Verein Deutscher Schafscherer ausgerichtet worden war.

Peta
  • Peta zeigte nach Schafschurmeisterschaften in Trochtelfingen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft.
  • Betroffen sind alle Teilnehmenden des Wettbewerbs am 30./31. Mai in Trochtelfingen.
  • Laut Whistleblower: laute Musik, Applaus und Publikum setzten Schafe starkem Stress aus.
  • Peta spricht von grobem Umgang und Verletzungsrisiko – Schafe zappelten und schlugen Köpfe auf.
  • Organisation verweist auf Studien: Schur bedeutet akuten Stress und erhöhtes Verletzungsrisiko.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Tiere sind keine Sportgeräte: Peta hat nach den Schafschurmeisterschaften in Trochtelfingen Strafanzeige gegen sämtliche Teilnehmende bei der Staatsanwaltschaft Tübingen erstattet. Laut einer Whistleblower-Meldung seien die Tiere bei dem Spektakel lauter Musik, vielen Menschen und Lärm durch Applaus ausgesetzt gewesen, was für sie unnötige Angst und zusätzlichen Stress bedeutet habe. Peta appelliert an die Staatsanwaltschaft, die Tierquälerei konsequent zu ahnden.

Schafe sind Fluchttiere

„Schafe sind sensible Fluchttiere. Bereits ohne johlendes Publikum und laute Musik ist die Schur und die damit verbundene gewaltsame Fixierung für Schafe messbar mit stark erhöhtem Stress verbunden“, so Björn Thun, bei Peta-Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie. „Das Scheren unter Zeitdruck und Wettbewerbsbedingungen erhöht die Gefahr für schmerzhafte und blutende Schnittwunden. Wir fordern daher das lange überfällige Ende grausamer Schurwettbewerbe.“

26 Menschen traten am 30./31. Mai beim Wettbewerb an. Zuvor sollen die Tiere laut der Meldung teils ohne Unterstand in der prallen Sonne gestanden haben, obwohl die Temperatur im Laufe des Tages bei rund 28 Grad lag. Während des Wettbewerbs seien viele von ihnen so gestresst gewesen, dass sie während der Schur heftig zappelten und mitunter ihren Kopf gegen den Boden schlugen. Eine Schererin habe ein Schaf mehrmals am Bein gezerrt. Generell sei der Umgang mit den Tieren grob gewesen. So seien sie unter anderem nach der Schur eine Rutsche hinuntergestoßen worden.

Schur: Akuter Stress für die Tiere

Wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen laut Peta, worauf Fachleute seit Jahren hinweisen: Schafe stehen während der Schur unter „akutem Stress“. Ihre Körpertemperatur steigt, und ihr Stresshormonlevel schießt in die Höhe. Da Schafe den Menschen als potenzielle Gefahr wahrnehmen, kann die Schur auch negative Reaktionen wie erhöhten Blutdruck und Herzschlag, beschleunigte Atmung sowie Veränderungen im Verhalten der Tiere auslösen. Diese Effekte sind sogar noch bis zu 60 Minuten nach der Schur feststellbar.

Beim wettkampfmäßigen Scheren dürfte sich der Stress verstärken, zumal Verletzungen programmiert sind. Schafe ohne natürlichen Fellwechsel sind eine Qualzucht. Im Sommer leiden die züchterisch manipulierten Tiere unter dem Gewicht und der Wärme ihres dichten Fells. Nach der Schur hingegen sind sie anfällig für Lungenerkrankungen und können bei Kälteeinbrüchen sogar erfrieren. Ohne die Fähigkeit, ihr Fellwachstum eigenständig zu regulieren, sind die Tiere Hitze und Kälte schutzlos ausgeliefert und in der Natur oftmals lebensunfähig. Somit sind auch Argumente wie der Erhalt alter oder gefährdeter „Haustierrassen“ oder „Artenschutz“ keine ausreichenden Gründe, diese sogenannten Wollschafe zu halten.