Zum Tode von Bernd Müller
: Stimmenkönig und Voranbringer von Mössingen

Die Mössingerinnen und Mössinger werden den freundlichen Kommunalpolitiker, Vorstandsvorsitzenden ihres Musikvereins und Sparkassenfilialleiter vermissen.
Von
Nico Nissen
Mössingen
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Bernd Müller, ehemals Stellvertretender Oberbürgermeister von Mössingen

Bernd Müller wurde als freundlicher, umgänglicher Mensch geschätzt.

Klaus Franke
  • Bernd Müller, Ex-Kommunalpolitiker und Musikvereinsvorstand, starb mit 68 Jahren.
  • Er wurde für seine Freundlichkeit und Engagement in Mössingen geschätzt.
  • Müller war seit 1972 im Musikverein aktiv und führte den Verein von 1986 bis 1998.
  • Er diente seit 1989 im Gemeinderat und erhielt 2019 die Bürgermedaille.
  • Müller war bekannt für Sparsamkeit und harmonische Zusammenarbeit.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Für das TAGBLATT hat Bernd Müller eine nahezu ikonische Bedeutung: Ein Bild an der Fassade des Redaktionssitzes in der Mössinger Falltorstraße zeigt ihn, wie er Neujahr 2009, gemeinsam mit dem damaligen Oberbürgermeister Werner Fifka, das erste neue Ortsschild „Große Kreisstadt Mössingen“ anbringt.

Am 18. Dezember verstarb der langjährige Kommunalpolitiker, ehemalige Stellvertretende Bürgermeister und Stellvertretende Oberbürgermeister von Mössingen sowie ehemalige Vorstandsvorsitzende des Musikvereins Mössingen im Alter von 68 Jahren.

1972 war Bernd Müller dem Musikverein (MV) Mössingen beigetreten. Dort wechselte er bald vom Flügel- auf das Tenorhorn. 1978 wurde er Kassier des MV. Als solcher half er 1983, die Altpapiersammlung als dauerhafte Einnahmequelle einzurichten. Von 1986 bis 1998 war Müller erster Vorsitzender. Unter seiner Leitung, heißt es auf Internetseite des MV, sei der Verein „aufgeblüht“. Als seine besondere Leistung gelten dem Verein und der Stadtverwaltung heute noch seine Verdienste um die Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Saint-Julien-en-Genevois. Er organisierte mehrere Fahrten dorthin und galt als so vertrauenswürdig, dass nur er das Mössinger Bier zum dortigen Barbarafest fahren durfte.

Ein weiteres großes Hobby seien die Streuobstwiesen der Familie gewesen, erzählt Müllers Witwe Gisela dem TAGBLATT. Hier habe er alles selbst gemacht, Schneiden, Sammeln, Mähen und was sonst noch anfiel.

30 Jahre Kommunalpolitik

Bernd Müllers kommunalpolitische Karriere begann 1989 mit seiner Wahl in den Gemeinderat. 1993 wurde er Vorsitzender der Fraktion der Freien Wählergemeinschaft FWG, nach ihrem Zusammenschluss mit der Freien Wählervereinigung auch der FWV. 2004 wurde er zum zweiten Stellvertretenden Bürgermeister, 2019 zum Stellvertretenden Bürgermeister gewählt. Mit seinem Einsatz und seiner freundlichen Art konnte Müller offenbar viele Wählerinnen und Wähler von sich überzeugen: Bei der Gemeinderatswahl 2014 wurde er mit 6671 Stimmen sogar mit weitem Abstand Stimmenkönig, von 2015 bis 2019 wählten sie ihn auch in den Kreistag. Als Müller 2019 seine politische Tätigkeiten beendete, wurde ihm die Bürgermedaille der Stadt Mössingen verliehen.

Müllers Beiträge im Gemeinderat lassen auf einen sorgfältig abwägenden Kommunalpolitiker schließen: Oft mahnte der ehemalige Kassierer und Leiter der Sparkassenfiliale von Öschingen zur Sparsamkeit, doch wenn er für die Bürgerinnen und Bürger überwiegenden Nutzen sah, drängte er zum baldigen Beschluss. Die Stadtverwaltung charakterisiert ihn als „nicht streitlustig, lieber ausgleichend auf der Suche nach einem harmonischen Miteinander“. So wird Bernd Müller sicher auch vielen Mössingerinnen und Mössingern in Erinnerung bleiben.

Seine Familie wiederum beschreibt ihn als liebenswürdigen, zugewandten und aufopferungsvollen Familienmenschen. „Er hätte alles für uns getan“, zitiert Ehefrau Gisela die drei gemeinsamen Töchter. Er wird ihnen und den zwei Schwiegersöhnen und drei Enkeln fehlen.