Zerstörungswut in Nehren
: Die Sommerlinde auf dem Höhnisch wurde angegriffen

Die Polizei ermittelt gegen unbekannte Täter. Derweil wird Müll zu einem steten Problem.
Von
Jürgen Jonas
Nehren
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Tief wurden Zeichen in die Linde geschnitten. Die Polizei sucht weiterhin nach den Tätern.

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  • Junge Sommerlinde in Nehren wurde im Oktober schwer beschädigt – Polizei ermittelt gegen Unbekannte.
  • Täter entfernten Schutzumhüllung, verletzten den Baum, hinterließen Müll und einen Einkaufswagen.
  • NABU setzt auf Sensibilisierung für Natur- und Umweltschutz, auch durch Zusammenarbeit mit Schulen.
  • Überlegung, Belohnung für Hinweise auf Täter auszusetzen – Versicherung wird geprüft.
  • Vermüllung in der Umgebung und Zerstörung von Bänken sorgen für wachsendes Problem in Nehren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das hätte eine schöne, langandauernde Lebensgemeinschaft werden können. Im November des vergangenen Jahres war auf dem Höhnisch im Rahmen der Biotopvernetzung eine junge Sommerlinde eingepflanzt worden, in unmittelbarer Nähe eines Naturdenkmals, der uralten Winterlinde, von der niemand genau sagen kann, wann sie an diesem Platz ihr Wachstum begonnen hat.

Es handelte sich um eine Aktion der örtlichen Nabu-Gruppe, die viele Zuschauer anlockte. Nicht umsonst ist die lokal aktive Vereinigung diejenige gewesen, die landesweit am meisten neue Mitglieder aufgenommen hat. Die alte und die neue Linde sollten einträchtig beieinanderstehen, aber zu unterschiedlichen Zeiten blühen, das hätte Honigbienen, Hummeln und Schmetterlinge herzlich gefreut.

Jedoch am Wochenende des 18. und 19. Oktober begingen Unbekannte einen sinnlosen Akt der Zerstörungswut. Die Gemeindeverwaltung hat gleich nach der Entdeckung die Polizei eingeschaltet, die Ermittlungen einleitete.

Die Straftäter zeigten keinerlei Respekt vor der Arbeit und dem handwerklichen Geschick der fleißigen Nabuhelfer. Sie schnitten die Umhüllung um den Stamm ab, die man wie eine Decke angebracht hatte, um Verbiss abzuwehren.

Man fügte dem Baum erhebliche Schnittwunden mit sinnlosen Zeichen zu, hinterließ Müll und einen umgestürzten Supermarkt-Einkaufswagen.

Ein Einkaufwagen wurde am Tatort gefunden.

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Thomas Klett und Herbert Knoll, die beiden Vorsitzenden der örtlichen Nabu-Gruppe, haben die Freveltat in den Arbeitskreis Natur und Umwelt eingebracht, der sich in Nehren von Zeit zu Zeit zusammensetzt, um zu überlegen, wie der Pflanzen- und der Tierwelt rund um den Flecken und im Streuobstparadies etwas Gutes zu tun sei.

„Der Jugend“ den Frevel pauschal in die Schuhe zu schieben, das wollten die Teilnehmer nicht. Dem Nabu und dem AK geht es darum, die Öffentlichkeit zu informieren und zu sensibilisieren für den Sinn einer solchen Pflanzung und anderer Tätigkeiten von Naturschützern und Jagdpächtern.

Der Nabu praktiziert bereits eine naturpädagogische Zusammenarbeit mit dem Waldkindergarten, mit der Kirschenfeldschule und macht Angebote im Ferienprogramm der Gemeinde, um einen guten Umgang mit der Natur ins Bewusstsein zu bringen.

Im Fall der Sommerlinde gehe es darum, in Gruppen Zivilcourage zu fördern, Nein zu sagen, sich dem Gruppenzwang nicht zu beugen, sagt Thomas Klett

Einige Äste sind gebrochen.

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Die Nabu-Mitglieder überlegen noch, ob sie eine Belohnung für Hinweise auf den oder die Täter aussetzen sollen. Geprüft wird zudem, ob es sich um einen Fall für die Versicherung handelt.

Ein anderes Thema sind die Bänke in der Landschaft rund um Nehren. Gütlesbesitzer haben angekündigt, die von ihnen privat aufgestellten Bänke, wo sie und andere sich niederlassen, abzubauen, weil sie die Vermüllung rundherum nicht länger ertragen wollen. Die Nabu-Leute beklagen sich ebenfalls darüber, dass etwa in der Rappenhalde, wo sie seit vielen die Hecken pflegen, Müll zurückgelassen wird, Pizzaschachteln, Alu-Folien und Grillschalen, Getränkedosen, Flaschen oder Plastiktüten.

Die Ruhebank, die lange Jahre in der Nähe der Winterlinde stand, wird laut Auskunft der Gemeindeveraltung demnächst abtransportiert, eine Vorbeugemaßnahme gegen eventuelle weitere Freveltaten.

Müll wird immer mehr zum Problem auf dem Höhnisch.

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