Umgehung von Ofterdingen
: Naturschutzverbände prüfen Klage gegen Endelbergtrasse

Ein Bündnis von Naturschutzverbänden wird wahrscheinlich gegen die Genehmigung der „B27 neu“ klagen. Die planfestgestellte Variante habe zu viele schlechte Auswirkungen.
Von
Nico Nissen
Mössingen
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Die rote Linie zeigt den Verlauf der Endelbergtrasse zwischen Bodelshausen und Nehren über den Ofterdinger Endelberg.

Die rote Linie zeigt den Verlauf der Endelbergtrasse zwischen Bodelshausen und Nehren über den Ofterdinger Endelberg.

RP Tübingen
  • Naturschutzverbände prüfen Klage gegen Endelbergtrasse.
  • BUND, NABU, LNV und der Verein nachhaltige Mobilität beauftragen rechtliche Prüfung.
  • Planfeststellungsbeschluss für B27 neu erlassen, Unterlagen seit 15. Januar abrufbar.
  • Gegner kritisieren hohen Flächenverbrauch und Gefährdung geschützter Arten.
  • Klagefrist endet Ende Februar oder Anfang März.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein Bündnis von Naturschutzverbänden prüft eine Klage gegen die Endelbergtrasse. „Die Verbände BUND, NABU und LNV und der Verein nachhaltige Mobilität im Steinlachtal haben gestern die rechtliche und fachliche Prüfung der Planfeststellungsunterlagen der Endelbergtrasse beauftragt und schließen eine Klage gegen die umweltschädlichste Variante (Endelbergtrasse) nicht aus“, teilte der Regionalverband Neckar-Alb des BUND dem TAGBLATT auf Anfrage mit.

Nach einem für die Naturschutzverbände ungünstig verlaufenen Erörterungsverfahren in Ofterdingen hat das Regierungspräsidium Tübingen den Planfeststellungsbeschluss für die „B27 neu“ erlassen. Seit 15. Januar sind die Unterlagen auf der Homepage des Regierungspräsidiums abrufbar und in Papierform bei der Planfeststellungsbehörde vor Ort.

Die gemeinhin als Endelbergtrasse bezeichnete Variante sieht eine Umgehung Ofterdingens zwischen Mössingen, Ofterdingen und Nehren vor. Die betroffenen Gemeinden erhoffen sich dadurch eine Entlastung der innerörtlichen Straßen. Besonders die Bewohner Ofterdingens klagen über den Lärm und die Verschmutzung, die von der B 27 ausgeht.

Gegner möchten andere Lösung

Die Gegner der Endelbergtrasse wiederum kritisieren vor allem den hohen Flächenverbrauch und die Gefährdung geschützter Arten. Dabei betonen sie oft, dass auch sie die Notwendigkeit sehen, Ofterdingen und die übrigen betroffenen Orte vom Straßenverkehr zu entlasten. Dafür bevorzugen sie jedoch andere Lösungen wie Tunnel.

Die Naturschutzverbände haben nach der Bekanntgabe des Planfestellungsbeschlusses einen Monat lang Zeit, beim Verwaltungsgerichtshof in Mannheim Klage einzureichen. Fristende dürfte Ende Februar oder Anfang März sein. Noch ist nicht sicher, ob sich alle Bündnismitglieder beteiligen werden, doch bei mehreren gilt dies als sehr wahrscheinlich.

Hoffnung Umwelthilfe

Besonders nach den kritischen Worten von Jürgen Resch zur Endelbergtrasse machen sich wenigstens einzelne Mitglieder der Naturschutzverbände die Hoffnung, dass auch die Umwelthilfe in eine Klage einsteigt. Sie ist allerdings nicht Mitglied des Bündnisses und teilte dem TAGBLATT auf Anfrage mit, dass sie Klagen gegen regionale Bauprojekte bevorzugt den Naturschutzverbänden vor Ort überlasse, die, anders als die Umwelthilfe, auch regional organisiert seien. Sie unterstütze allenfalls mit ihrer Expertise, doch zur Endelbergtrasse liege ihr keine dementsprechende Anfrage vor.