OB-Wahl in Mössingen: Bulander bleibt OB – der Ticker vom Wahlabend zum Nachlesen

Ein strahlender Michael Bulander nimmt die Glückwünsche von Bürgermeister-Kollege Thomas Hölsch entgegen. Die Laune bei Claudia Jochen (Mitte) ist trotz Niederlage bestens.
Carolin AlbersIn Mössingen, der drittgrößten Stadt im Kreis Tübingen, waren am heutigen Sonntag, 15.868 Wahlberechtigte aufgerufen, sich zu entscheiden. Am Ende setzte sich der Amtsinhaber mit 76,9 Prozent der Stimmen gegen seine Kontrahentin Claudia Jochen durch, die 21,8 Prozent auf sich vereinen konnte. Die Wahlbeteiligung lag bei 35,7 Prozent.
Das Wichtigste im Überblick
Kommentar zum WahlausgangClaudia Jochen sehr zufrieden mit ihrem ErgebnisBulander: „Fairer und anständiger Wahlkampf“Thomas Hölsch freut sich über das ErgebnisWahlbeteiligung bei 35,7 ProzentBulander gewinnt die OB-WahlMichael Bulander im Rathaus eingetroffen!Bulander liegt deutlich vorneKandidatin Claudia Jochen am Rathaus eingetroffenWahllokale haben geschlossenWer tritt eigentlich an?Kommentar zum Wahlausgang
Diese Wahl hat einen Gewinner und eine Gewinnerin. Der Wahlausgang sollte dem alten und neuen Oberbürgermeister Michael Bulander jedoch zu denken geben, meint Benjamin Breitmaier, Leiter der Kreisredaktion, in seinem Kommentar.
"Er ist ein Schaffer"
Frage an Claudia Jochen: Waren die 20 Prozent, die sie gewählt haben, Stimmen für sie oder Stimmen gegen Bulander? „Das waren auch Wähler, die mit Bulander unzufrieden sind.“ Auch wenn sie in den letzten Wochen seine Widersacherin war, hat sie auch lobende Worte für Bulander. „Er ist ein Schaffer“, gibt Jochen zu. „Er macht seine Sache als Verwalter gut.“ Dennoch wünsche sie sich, dass er einiges aus den Gesprächen im Wahlkampf mitnehme. Gerade auch auf die jungen Bürgerinnen und Bürger von Mössingen zu hören. Zum Beispiel beim Wunsch des Jugendgemeinderats, der an der Farrenbergschule eine Infotafel zum früheren Namensgeber Gottlieb Rühle fordert.
2700 Euro an Wahlkampfspenden für Claudia Jochen
Finanziell bleibe sie vermutlich auf keinen Kosten vom Wahlkampf sitzen, berichtet Claudia Jochen. Etwas über 2700 Euro hatte sie an Wahlspenden erhalten, eigene Mittel hatte sie nicht für den Wahlkampf eingesetzt. Allerdings konnte sie in der Zeit nicht als freie Mitarbeiterin für die hiesigen Zeitungen schreiben. Dafür hat sie ihren Blog befüllt. Der habe in der Zeit über 20.000 Aufrufe bekommen. „Das sind quasi so viele Aufrufe wie Mössingen Einwohner hat.“ Ein Zeichen für sie, den Blog weiterzubetreiben.
Claudia Jochen sehr zufrieden mit ihrem Ergebnis
Claudia Jochen ist nach der verlorenen Wahl mit einem Glas Sekt in der Hand trotzdem in Feierstimmung: „Ich bin mehr als zufrieden, mit so vielen Stimmen habe ich überhaupt nicht gerechnet.“ Zweistellig sei ihr Ziel gewesen, das habe sie mit über 20 Prozent voll erreicht. Was ihr vor allem Freude bereitet: Sie habe die Wahlbeteiligung über 10 Prozent nach oben getrieben im Vergleich zur vorigen Wahl im Jahr 2018, als Bulander ohne Gegenkandidat angetreten war.