NS-Vorwürfe in Mössingen: „Geschmacklos“ – so reagiert das Netz auf den Post der Metzgerei

Die Mössinger Metzgerei "Holzapfel" empört viele Userinnen und User mit ihrer Stellenanzeige.
Screenshot Instagram @der_holzapfel- Metzgerei „Holzapfel“ postet Stellenanzeige in Frakturschrift mit NS-Marschlied.
- Viele Nutzer reagieren mit Unverständnis und sprechen von „geschmacklos“.
- Kritik: Anlehnung an NS-Propagandaästhetik und Lied mit NSDAP-Bezug.
- Der Inhaber weist politische Absicht zurück – online wird das stark bezweifelt.
- Einige loben die Anzeige als originell, doch die Mehrheit lehnt sie ab.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Mössinger Metzgerei „Holzapfel“ sorgt erneut mit einer Social-Media-Aktion für Aufmerksamkeit – diesmal jedoch vor allem für Kritik. Ein aktueller Instagram-Beitrag des Betriebs stößt bei vielen Nutzerinnen und Nutzern auf Unverständnis und Empörung.
In der umstrittenen Stellenausschreibung wird in Frakturschrift nach „tüchtigen Verkäuferinnen“ gesucht, unterlegt mit einem Marschlied aus der NS-Zeit. Die Gestaltung erinnert deutlich an historische Propagandaästhetik. Der Inhaber wies entsprechende Vorwürfe auf Nachfrage zurück: Der Beitrag habe „nichts mit politischen Aussagen oder Ideologien zu tun“.
In den sozialen Netzwerken wird diese Einordnung jedoch vielfach nicht geteilt. Zwar loben einzelne Nutzer die Anzeige als besonders originell oder „die beste, die ich jemals gesehen habe“. Der überwiegende Teil der Reaktionen fällt jedoch kritisch aus.
„So etwas geht gar nicht. Ich bin fassungslos“
Viele Kommentierende zeigen sich irritiert oder schockiert über die offensichtlichen Anleihen an die NS-Zeit. So wird unter anderem darauf hingewiesen, dass das verwendete Lied von einem NSDAP-Mitglied stammt und für Propagandazwecke genutzt wurde. Andere sprechen von einer „geschmacklosen“ Inszenierung oder kritisieren die Kombination aus „altdeutscher“ Bildsprache und Wehrmachts-Marschmusik. „So etwas geht gar nicht. Ich bin fassungslos“, schreibt ein Nutzer.
Auch auf den Kanälen des Schwäbischen Tagblatts wird die Berichterstattung kontrovers diskutiert. Die Mehrheit der Stimmen äußert sich ablehnend. Kritisiert wird insbesondere die bewusste Anlehnung an historische NS-Ästhetik. Aufmerksamkeit für das Handwerk lasse sich auch ohne provokante Bezüge erzeugen, heißt es in mehreren Kommentaren.
Einzelne Nutzer stellen zudem infrage, ob eine solche Werbestrategie geeignet ist, potenzielle Bewerberinnen und Bewerber anzusprechen. „Kann mir kaum vorstellen, dass dieses Lied zufällig gewählt war und da keine politische Botschaft dahinter steckt“, stellt ein Nutzer die relativierende Aussage der Metzgerei infrage.


Ein Mössinger Metzger wirbt mit einem Marschlied der Nationalsozialisten um Mitarbeiterinnen. Das macht er bewusst, sagt Miri Watson.