Neuer Fahrservice in Gomaringen
: Bürgermobil macht Kultur zugänglich

Durch eine Kooperation mit der Gomaringer Volkshochschule bringt das Fahrteam der Bürgerstiftung Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu ausgewählten Angeboten – wie Wommy Wonder am Freitagabend.
Von
Benjamin Breitmaier
Gomaringen
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Dr. Johannes Rothmund Vorsitzender der Bürgerstiftung Gomaringen, Christine Widmann-Simon von der Volkshochschule, Gerhard Lumpp Fahrer, Bürgermeister Steffen Heß, Fahrer Alfred Kloft.

Dr. Johannes Rothmund Vorstand der Bürgerstiftung Gomaringen, Christine Widmann-Simon von der Volkshochschule, Fahrer Gerhard Lumpp, Bürgermeister Steffen Heß, Fahrer Alfred Kloft.

Benjamin Breitmaier
  • Bürgermobil und VHS kooperieren: Fahrten zu ausgewählten Kultur-Angeboten in Gomaringen.
  • Seit Juni 2015: 100.000 km, 12.000 Fahrgäste, 18.000 Fahrten in Gomaringen.
  • Fahrten sonst bis 17.30 Uhr, jetzt auch abends zu Veranstaltungen wie Wommy Wonder.
  • Anmeldung: Mo–Fr 9–10 Uhr unter (0160) 8 30 56 60; für VHS: 07072 9227990, gomaringen@vhsrt.de.
  • Fahrtwunsch spätestens am Vortag melden; kostenloser Abholservice mit Ein- und Ausstiegshilfe.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es sind beeindruckende Zahlen: 100.000 Kilometer hat das Gomaringer Bürgermobil seit seinem Start im Juni 2015 zurückgelegt. 12.000 Fahrgästen erleichterte der Fahrservice auf 18.000 Fahrten kreuz und quer durch Gomaringen das Leben. Einkäufe, die Fahrt zum Hausarzt, Behördengänge – ein wichtiger Baustein im Alltag von Menschen mit eingeschränkter Mobilität. In einer neuen Kooperation mit der Gomaringer Volkshochschule gibt es jetzt eine wichtige Ergänzung.

Die 14 ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer des schicken E-Opel Zafira werden in Zukunft ausgewählte Veranstaltungen der VHS ansteuern. Diese ist in Gomaringen – vorwiegend durch die Arbeit der schaffigen Leiterin Christine Widmann-Simon – für ihr vielfältiges Programm bekannt.

Allerdings ist es einigen, vorwiegend älteren Gomaringerinnen und Gomaringern, nur schwer möglich, kurz ihre Sachen zu packen, um sich die kulturellen Höhepunkte anzusehen – wie am Freitag wieder mit Wommy Wonder (siehe Infobox).

Das wird sich nun ändern. Pressegespräch im Gomaringer Schloss. Widmann-Simon und Bürgerstiftung-Vorstand Johannes Rothmund stellen den neuen Service vor. Zuvor äußert Bürgermeister Steffen Heß seine Dankbarkeit: „Es gibt immer mehr Menschen, die gerne ausgehen würden, aber nicht mobil genug sind. Jetzt haben sie die Möglichkeit, an Kultur teilzuhaben, an Konzerten, Lesungen.“

Fahrer dürfen selbst zum Konzert

„Bei einer Veranstaltung in der Kulturhalle haben Menschen gefragt, ob es jemanden gibt, der sie mitnehmen könnte.“ So sei man auf die Idee gekommen, erklärt Widmann-Simon.

„Kultur macht das Leben lebenswert. Dass wir in die Richtung etwas anbieten können, ist wirklich eine schöne Sache“, sagt Stiftungs-Vorstand Rothmund.

„Es ist wirklich ein tolles Angebot“, lobt Alfred Kloft. Er ist eine der Personen, die ans Steuer sitzen, um die Menschen auch in den späten Abendstunden wieder nach Hause zu bringen. Normalerweise fährt das Bürgermobil nur bis 17.30 Uhr. „Die VHS hat uns angeboten, dass wir auch die Veranstaltungen besuchen dürfen. Allerdings habe ich für Fräulein Wommy Wonder schon Karten gekauft.“ Kloft lacht. „So lässt sich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden“, ergänzt Widmann-Simon.

Fräulein Wommy Wonder live am Freitag

Frläulein Wommy Wonder, ihres Zeichens Baden-Württembergs erfolgreichstes Aushängeschild im Bereich „Kabarett & Travestie“, und ihr Alter Ego „Elfriede Schäufele“, die kettenschwingende Kult-Raumpflegerin aus den SWR-Faschingssendungen, kommen am Freitag, 20. März, in die Sport- und Kulturhalle. Sie bieten laut Ankündigung „Unterhaltung mit Haltung für Herz, Hirn und Zwerchfell“ in einem Mix aus Kabarett, Comedy, Chanson und Travestie. Beginn ist um 20 Uhr. Karten an der Abendkasse kosten 19 Euro.

Rothmund fährt selbst gelegentlich den E-Opel. Daher weiß er, wie wichtig das Bürgermobil für die Gomaringerinnen und Gomaringer ist: „Vor vier Tagen erst, hatte ich eine wirklich berührende Begegnung“, erzählt er. Eine langjährige Nutzerin des Fahrservice war gestorben. „Ihre Mitbewohnerin hat zu mir gesagt, dass die Frau ohne das Bürgermobil schon vor fünf Jahren nicht mehr das Haus verlassen hätte, dass das Mobil für sie etwas ganz Wertvolles war“, so Rothmund.

Vorträge, Lesungen, Konzerte

Für mehr als zehn Veranstaltungen wird der Service bisher angeboten. Darunter sind Vorträge wie der literarische Reisebericht von Carolin Albers und Wolfgang Alber über die Alb am 15. April oder Konzerte wie der Klassikabend mit dem Belvito Quartett am 18. April. Ob es einen Fahrservice gibt, wird auf Flyern und in Medien durch das Symbol eines Fahrzeugs kenntlich gemacht.

Das Fahrzeug würden aber nicht nur Seniorinnen und Senioren nutzen. „Wir haben auch jüngere Leute dabei, die vielleicht verletzt sind, oder zur Physio müssen“, erklärt der Stiftungsvorstand. Eine Alternative zu Taxi-Unternehmen wolle man jedoch nicht sein: „Fahrten zur Klinik in Tübingen können wir nicht machen.“

Das Fahrteam ist derweil gut besetzt. „Wir fahren etwa zwei bis drei Dienste im Monat“, erklärt Gerhard Lumpp. Selbst, wenn jemand kurzfristig ausfällt, sei ein Ersatz schnell zu finden, erklärt der Bürgermobil-Fahrer. Im Fahrteam gebe es mittlerweile echte Freundschaften. Am Fahrerstammtisch werden fleißig Geschichten ausgetauscht. Kloft: „Es passieren so viele tolle Sachen, die man erzählen muss.“

So funktioniert der Service des Bürgermobils

Zwei ehrenamtlich tätige Frauen übernehmen beim Bürgermobil der Bürgerstiftung die Tourenplanung. Die Fahrgäste werden kostenlos an der Wohnung abgeholt. Die Fahrerinnen und Fahrer helfen auch beim Ein- und Aussteigen. Fahrtwünsche können montags bis freitags (außer an Feiertagen) zwischen 9 und 10 Uhr unter der Nummer (0160) 8 30 56 60 geäußert werden. Für Fahrten zu den Veranstaltungen der VHS können die Wünsche auch unter der Nummer 07072 9227990 oder per Mail an gomaringen@vhsrt.de geäußert werden. Wichtig ist, den Fahrtwunsch spätestens am Vortag der Veranstaltung zu äußern.