Nachhaltigkeit an Mössinger Schulen
: Warum alte Computer zu schade für den Müll sind

Die evangelischen Schulen am Firstwald setzen auf Wiederverwertung statt Elektroschrott – Hilfe erhalten sie von einem besonderen Unternehmen.
Von
red/bbm
Mössingen
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Christoph Wilke (Fachleiter IT am EFGM), Barbara Willenberg (Schulleiterin EFGM), Zola , Stefanie Pallas (Schulleiterin EJPS), Franz , André Kalnin (afb, Account Manager Süd digital education), RahelRose (Ev. Schulstiftung – Koordinatorin für Klimaschutz und Nachhaltigkeit), Roland Hurek (afb, LKW-Fahrer), Arne Lindheimer (IT-Team EJPS)

Ein ganzer Laster mit IT, die einem neuen Zweck zugeführt wird. Dafür sorgen (von links): Christoph Wilke (Fachleiter IT am EFGM), Barbara Willenberg (Schulleiterin EFGM), Zola , Stefanie Pallas (Schulleiterin EJPS), Franz , André Kalnin (afb, Account Manager Süd digital education), RahelRose (Ev. Schulstiftung – Koordinatorin für Klimaschutz und Nachhaltigkeit), Roland Hurek (afb, LKW-Fahrer), Arne Lindheimer (IT-Team EJPS).

Jenaplanschule
  • Zwei Mössinger Schulen geben ausgemusterte IT an AfB digital education zurück.
  • Die Geräte werden datenschutzkonform gelöscht und technisch geprüft – Nutzbares wird aufbereitet.
  • Defekte Hardware wird zerlegt, um Rohstoffe zurückzugewinnen und Elektroschrott zu vermeiden.
  • Die Kooperation mit der Schulstiftung besteht seit 2018 und umfasst den gesamten Gerätezyklus.
  • AfB ist gemeinnützig und inklusiv, bietet zudem Support, Verwaltung und Fortbildungen für Schulen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Digitale Tafeln, Tablets, Laptops – sie gehören längst zum Schulalltag. Das wirft neue Probleme auf: Wohin mit der ausrangierten Technik? Computer enthalten wertvolle Rohstoffe, sensible Daten und sind oft zu schade für den Elektroschrott. Zwei Mössinger Schulen haben eine Antwort auf diese Frage.

In der vergangenen Woche rollte ein Lastwagen auf das Schulgelände der evangelischen Schulen am Firstwald. Geladen wurde keine neue Technik, sondern ausgemusterte: PCs, Laptops, Server und weiteres IT-Equipment, das über Jahre im Unterricht im Einsatz war. Die Geräte gehen an das gemeinnützige Unternehmen AfB digital education. Dort werden sie zunächst datenschutzkonform gelöscht und technisch überprüft, wie die Schulen in einem Schreiben mitteilen. Was sich noch sinnvoll nutzen lässt, wird aufbereitet und weiterverkauft oder erneut eingesetzt. Defekte Geräte werden fachgerecht zerlegt, damit möglichst viele Rohstoffe zurückgewonnen werden können.

Kooperation besteht seit 2018

Für die Schulen ist die Aktion mehr als eine reine Entsorgung alter Hardware. Sie verstehen sie als Teil ihres Nachhaltigkeitskonzepts. „Nachhaltigkeit bedeutet für uns, Verantwortung zu übernehmen – auch dort, wo sie auf den ersten Blick nicht sichtbar ist“, erklären die Schulleiterinnen Stefanie Pallas von der Evangelischen Jenaplanschule und Barbara Willenberg vom Evangelischen Firstwald-Gymnasium in dem Schreiben. Moderne digitale Bildung brauche leistungsfähige Technik. Gleichzeitig müsse man sorgsam mit den vorhandenen Ressourcen umgehen. Wenn Geräte weitergenutzt werden könnten, statt sie zu entsorgen, sei das ein konkreter Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Die Rückgabe der Altgeräte ist Teil einer Zusammenarbeit zwischen der Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und AfB digital education, die bereits seit 2018 besteht. Das Unternehmen unterstützt die Schulen nicht nur bei der Beschaffung neuer Technik, sondern begleitet den gesamten Lebenszyklus der Geräte – von der Ausstattung über den technischen Support bis hin zur Rücknahme alter Computer.

Dabei setzt die Schulstiftung zunehmend auf professionell wiederaufbereitete Geräte. Sie seien günstiger als Neuanschaffungen und verursachen deutlich weniger Ressourcenverbrauch. Angesichts knapper öffentlicher Kassen und steigender Anforderungen an die digitale Ausstattung gewinne dieses Modell auch für Bildungseinrichtungen an Bedeutung.

„Eine nachhaltige IT-Strategie umfasst den gesamten Lebenszyklus der Geräte“, sagt André Kalnin, Projektverantwortlicher bei AfB digital education. Das Beispiel der Schulstiftung zeige, dass sich Digitalisierung und Nachhaltigkeit miteinander verbinden ließen.

Dass dieses Thema an Bedeutung gewinnt, hat mehrere Gründe: Schulen tauschen ihre Computer heute deutlich häufiger aus als noch vor einigen Jahren. Neue Betriebssysteme, steigende Anforderungen an Lernsoftware und Sicherheitsupdates verkürzen die Nutzungsdauer vieler Geräte. Gleichzeitig steckt in jedem Computer eine Vielzahl an Rohstoffen wie Kupfer, Aluminium oder seltene Metalle, deren Gewinnung mit einem hohen Energie- und Ressourcenaufwand verbunden ist. Jede längere Nutzung spart deshalb Material und vermeidet zusätzlichen Elektroschrott.

AfB setzt auf Inklusion

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Bevor gebrauchte Schulcomputer weitergegeben werden können, müssen sämtliche Daten zuverlässig gelöscht werden. Gerade auf Geräten aus dem Bildungsbereich befinden sich häufig personenbezogene Informationen, die besonders geschützt werden müssen. Erst nach einer zertifizierten Datenlöschung können Computer wieder in den Umlauf gebracht werden.

AfB digital education ist Teil des gemeinnützigen Unternehmens AfB social and green IT mit rund 700 Beschäftigten, von denen laut Angaben des Unternehmens fast die Hälfte Personen mit Einschränkungen sind. Neben der Wiederaufbereitung von IT-Hardware bietet das Unternehmen Schulen Beratung, Geräteverwaltung, technischen Support sowie Fortbildungen für Lehrkräfte an.

Für die evangelischen Schulen am Firstwald endet Nachhaltigkeit damit nicht beim Mülltrennen oder Energiesparen. Sie soll auch dort sichtbar werden, wo Schülerinnen und Schüler sie im Alltag oft nicht wahrnehmen – im Lebensweg eines Computers, der nach Jahren im Klassenzimmer nicht entsorgt wird, sondern andernorts noch einmal zum Einsatz kommt.