Mössingen · Bildung
: Wie sich Menschen begegnen

Elftklässlerinnen und Elftklässer des Quenstedt-Gymnasiums beschäftigen sich in diesem Schuljahr mit dem Thema Frieden.
Von
Amancay Kappeller
Mössingen

Krieg und Frieden: Fabienne spricht über den Nord-Irland-Konflikt.

Uli Rippmann

W as bedeutet Frieden für mich? Mit dieser und anderen Fragen setzten sich Schülerinnen und Schüler des bilingualen Seminarkurses (Jahrgangsstufe eins) am Donnerstagnachmittag bei einem Workshop auseinander. „War and Peace and in between“, wörtlich übersetzt „Krieg und Frieden und dazwischen“, lautet das Thema für die Seminarkurs-Teilnehmer in diesem Schuljahr. Der Workshop wurde von Mitarbeiterinnen der Servicestelle Friedensbildung Baden-Württemberg auf Englisch geleitet. Im vergangenen Schuljahr war Nachhaltigkeit Thema im bilingualen Seminarkurs, erklärte Katrin Lörcher, die den Kurs gemeinsam mit Kollegin Claudia Halm betreut.

Bildung, Sicherheit, Stille, Einheit, Spaß, Redefreiheit, Glück, frei sein, kultureller Austausch, spielende Kinder sowie Lächeln und Lachen waren Stichworte, die von den zwölf Oberstufenschüler/innen genannt wurden, die sie mit „Frieden“ in Verbindung bringen. Der theoretische Hintergrund von Frieden werde in dem Workshop ebenfalls beleuchtet, erläuterte Janna Articus. Sind alle Konflikte schlecht? Und wie friedlich geht es eigentlich in Mössingen zu?

In Gruppen beschäftigten sich die Teenager mit ausgewählten Projekten, die den Frieden in Irland, Israel, Ruanda und Kolumbien vorantreiben sollen - und die im Rahmen der Initiative „Peace Counts“ porträtiert und der Öffentlichkeit in Ausstellungen vorgestellt werden, erklärte Clara Cuzma. „Was können wir lernen von Menschen aus unterschiedlichen Ländern, wie sie sich für den Frieden einsetzen?“, wird im Rahmen des Workshops etwa gefragt, erläuterte Articus.

Aylin, Havin und Niklas lasen eine Reportage über Friedensmacher/innen in Israel, während Lionne, Fabienne und Ida nach Nordirland und den dort schwelenden Konflikt schauten. Patrick, Steven und Sarah zeigten sich beeindruckt von einer Initiative von über 80 jugendlichen Hip-Hoppern in der kolumbianischen Koka-Hauptstadt Medellin, die sich mit dem Mikro statt mit Drogen und Gewalt Respekt verschaffen. Schwere Kost wartete auch auf Elisabeth, Emily und eine weitere Mitschülerin: Sie setzten sich mit Ruanda und der Frage, ob Versöhnung nach dem Genozid 1994 möglich ist, auseinander.

Im Plenum stellten die Schülerinnen und Schüler „ihre“ Projekte abschließend vor, inklusive der Strategien, die „ihre“ Friedensmacherinnen und -macher verfolgen. „Was kann man davon für Deutschland mitnehmen?“, fragte Janna Articus. Der Dialog sei wichtig, um Menschen zusammenzubringen, meldete sich Ida zu Wort. Bildung halte sie für essentiell, ergänzte Emily.

Die Servicestelle Friedensbildung

Die Servicestelle Friedensbildung ist zentrale Beratungs-, Informations- und Vernetzungsstelle für alle Schulen des Landes sowie für alle weiteren relevanten A kteure aus dem Bereich der Friedensbildung. Im Herbst 2014 unterschrieben insgesamt 17 Organisationen mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport eine gemeinsame Erklärung – mit dem Ziel, Friedensbildung in den baden-württembergischen Schulen zu stärken. Ein Ergebnis dieser gemeinsamen Erklärung war die Einrichtung der Servicestelle bei der Landeszentrale für politische Bildung (LpB). Gemeinsame Träger der Servicestelle Friedensbildung Baden-Württemberg sind die Berghof Foundation, die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport. Sitz der Servicestelle ist das Tagungszentrum der LbP „Haus auf der Alb“ in Bad Urach.