Kundgebung: Abschiebung: Viele fordern Rückkehr

Die Anwesenden erfuhren von ihrer Schwester Salome (links) – vorgelesen von Michael Mautner (rechts) – wie es der Familie geht. Die Fußballfreunde in der ersten Reihe wünschen sich ihren Mitspieler Ivane zurück.
Klaus Franke„Ivane, komm zurück zu uns nach Mössingen!“ „Ivane, wir vermissen dich!“ Das stand auf Schildern, die Mitschüler und Fußballkameraden aus Bästenhardt in die Höhe hielten.
Ivane ist der Sohn von Megi P., die mit ihrem Mann und einem weiteren dreijährigen Kind von Bundespolizisten mitten in der Nacht in Mössingen abgeholt, nach Frankfurt verfrachtet und im Flieger nach Georgien abgeschoben wurde (wir berichteten). „Wir wollen unsere Ohnmacht und Empörung nicht im Kämmerlein verbuddeln“, sagte Michael Mautner am Samstag. Er sprach für den Freundeskreis Asyl, der mit dem Tübinger Verein „move on“ zu einer Kundgebung auf den Platz vor dem Mössinger Gesundheitszentrum eingeladen hatte.
Andreas Linder von Move on kennt aus seiner langjährigen Unterstützungsarbeit keinen Fall, „wo jemand in der Praxis aus der Ausbildung heraus so schnell abgeschoben wurde.“ Über 100 Menschen zeigten ihre Solidarität mit der Familie. „Bleiberecht – supergeil!“ und „Ausbildung statt Abschiebung!“ hieß es auf Protestplakaten.
Anne Bayer, die Klassenlehrerin, schildert die Erschütterung nach der behördlichen Aktion. Die anfängliche Sprachlosigkeit sei einer Wut gewichen. „Warum Megi und ihre Kinder? Warum diese Abschiebung in dieser Härte und ohne Vorankündigung?“ Besondere Härte für Ivane erwachse daraus, dass er in Georgien nicht ins laufende Schuljahr aufgenommen wird.
Salvatore Viola, einer der beiden Trainer der SGM-Fußballmannschaft, sagte, die politisch Verantwortlichen sprächen immerzu von „gescheiterter Integration“, wovon in diesem Fall allerdings gar keine Rede sein könne. „Was ist denn gelungene Integration, wenn nicht bei dieser Familie?“ Die Forderung nach Rückkehr werde vom gesamten Sportverein unterstützt, sagte Sara Aulich. Sie ist die Mutter von Diego, der für seinen Fußballkumpel ein besonders schönes Schild angefertigt hat.
Die Ausbilderin von Megi P. bei der Bäckerei Keim ließ mitteilen: „Megi ist hier supergut angekommen und hat prima gearbeitet. Selbstverständlich kann sie die Ausbildung fortsetzen, wenn ihr das erlaubt wird“, sagte sie. Der Verein move on und Freundeskreis hoffen auch auf die Unterstützung von Mössingens Oberbürgermeister Michael Bulander und des Landrats Joachim Walter. „Wir werden auf sie zugehen“, so Linder.
Petition
Die Petition für die Rückkehr der georgischen Familie haben bisher fast 1000 Menschen unterschrieben. Man findet sie unter https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-die-sofortige-fortsetzung-der-ausbildung.