Jugendhilfe im Landkreis Tübingen
: Platz für bis zu acht junge Menschen: Neue Wohngruppe in Nehren nimmt Gestalt an

Im Nehrener Ortskern entsteht ein neues Zuhause für Kinder und Jugendliche, die vorübergehend nicht bei ihren Familien leben können. Anfang der Woche wurde Richtfest gefeiert.
Von
swp
Nehren
Jetzt in der App anhören

Im Nehrener Ortskern entsteht ein neues Haus für sechs bis acht Kinder, die für kürzere oder längere Zeit nicht in ihren Familie leben können.

Kit-Jugendhilfe
  • In Nehren entsteht eine neue Wohngruppe für sechs bis acht Kinder im Ortskern.
  • Richtfest fand Anfang der Woche statt – gefeiert mit Handwerkern, Gemeinde und Jugendamt.
  • Zielgruppe sind vor allem jüngere Kinder und Geschwistergruppen in stationärer Betreuung.
  • Das Haus bietet sechs Zimmer, zwei zusätzliche bei Bedarf, sowie große Gemeinschaftsbereiche.
  • Bundesweit lebten 2024 rund 134.000 in Wohngruppen und knapp 87.500 in Pflegefamilien.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Im Nehrener Ortskern entsteht ein neues Haus für sechs bis acht Kinder, die für kürzere oder längere Zeit nicht in ihren Familien leben können. Anfang der Woche war Richtfest für den Neu- und Erweiterungsbau in der Kappelstraße. Zusammen mit den Handwerkern, Architekten, Mitarbeitenden, Bürgermeister Egon Betz und der Tübinger Jugendamtsleiterin Katrin Fehrle wurde der Baufortschritt gefeiert. „Nicht nur Mauern soll es geben, sondern Raum für gutes Leben“, sagte Zimmerermeister Daniel Dieringer. „Für Kinder, die hier ein Zuhause finden, sollen Vertrauen wachsen und Ängste schwinden.“ In der Wohngruppe sollen vor allem jüngere Kinder und Geschwistergruppen ein Zuhause finden, schreibt die Kit-Jugendhilfe in einer Pressemitteilung.

221.500 Kinder und Jugendliche lebten nicht bei ihren Familien

Die Tübinger Jugendamtsleiterin Fehrle betonte, dass die geplante neue Konzeption ein weiterer wichtiger Baustein für die Versorgungsstruktur im Landkreis sei. In den acht stationären Wohngruppen der Kit-Jugendhilfe im Tübinger Landkreis leben bereits jeweils sechs bis acht Kinder und Jugendliche zusammen. Ein festes Team an pädagogischen Fachkräften ist rund um die Uhr für die Unterstützung, Begleitung und Versorgung der Kinder und Jugendlichen da.

Der Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe ist in den letzten Jahren gestiegen, schreibt die Kit-Jugendhilfe: Im Jahr 2024 seien bundesweit rund 134.000 junge Menschen in einer Wohngruppe und knapp 87.500 in einer Pflegefamilie betreut worden. Das Statistische Bundesamt weist aus, dass damit zusammen rund 221.500 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zumindest zeitweise außerhalb der eigenen Familie aufwuchsen. Gegenüber 2023 ist die Zahl um rund drei Prozent gestiegen.

Nehrens Bürgermeister freut sich

Die Anfragen der Jugendämter zeigen derzeit einen besonderen Bedarf an stationären Angeboten für jüngere Kinder und für Geschwistergruppen während einer Inobhutnahme – auch im Landkreis Tübingen und in den Nachbarkreisen. Die neue stationäre Wohngruppe in Nehren soll auf diese Nachfrage eine verlässliche Antwort geben, teilt die Kit-Jugendhilfe mit.

Region Neckar-Alb

Alles Wichtige aus der Region Neckar-Alb.

Nehrens Bürgermeister Betz freute sich beim Richtfest, dass nach langwierigen Abstimmungen mit der Denkmalpflege nun mit der Sanierung eine schöne Verbindung von altem Fachwerk und neuem Holzbau mitten im Ortskern gelungen sei. Dort erweitert ein Holzanbau das ehemalige Wirtschaftsgebäude und fügt sich harmonisch in das Fachwerkensemble der Kit-Jugendhilfe ein, in dem es bereits seit Jahren eine Wohngruppe gibt.

Offene Küche und großzügiger Wohn- und Essbereich

Im neuen Gebäude entstehen sechs Kinderzimmer. Zwei zusätzliche Räume können bei entsprechendem Bedarf genutzt werden, insbesondere um die gemeinsame Aufnahme von Geschwistern zu ermöglichen, schreibt die Kit-Jugendhilfe. Die räumliche Gestaltung verbindet individuelle Rückzugsmöglichkeiten mit großzügigen Gemeinschaftsbereichen. Direkt am Eingang im Erdgeschoss befindet sich ein eigenes Mitarbeiterzimmer mit Sanitärbereich.

Die offene Küche sowie ein großzügiger Wohn- und Essbereich orientieren sich zum Hof mit dem Nachbargebäude und zur Straße hin und bilden den Mittelpunkt für den gemeinsamen Alltag. Weitere Gemeinschaftsflächen stehen im ausgebauten Dachgeschoss zur Verfügung. Ein separates Besprechungs- und Beratungszimmer ermöglicht geschützte Gespräche, insbesondere mit Kindern, Eltern und anderen am Hilfeprozess Beteiligten.