Jüdisches Leben: Eine Stimme des Friedens in aufgeheizter Zeit

Offer Avnon ist am Dienstag zu Gast in Mössingen.
Connolly Weber Photography/Archiv- Regisseur Offer Avnon zeigt am 11. November seinen Film „Der Rhein fließt ins Mittelmeer“ in Mössingen.
- Der Dokumentarfilm thematisiert die Shoa und deren Auswirkungen auf die Gegenwart.
- Avnon spricht mit Überlebenden und Betroffenen, u. a. einer Frau mit familiärem Holocaust-Hintergrund.
- Der Film regt zu kritischer Reflexion über Holocaust, Israel, Zionismus und Antisemitismus an.
- Die Vorführung um 20 Uhr in den Mössinger Lichtspielen ist kostenlos, organisiert von lokalen Initiativen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zum sechsten Mal seit 2023 ist der israelische Autor Offer Avnon mit seinem Dokumentarfilm „Der Rhein fließt ins Mittelmeer“ in den Kinos des Landes unterwegs. Am Dienstag, 11. November, macht er einen Stopp in den Mössinger Lichtspielen. Sein Film wird ab 20 Uhr gezeigt.
In dem Video-Essay findet Avnon einen einzigartigen Weg, das jüdische Trauma, die Shoa, und dessen Auswirkungen in die Gegenwart ins Bewusstsein der Zuschauerinnen und Zuschauer zu rufen. Immer im Zentrum: die Menschen. Der Film richte sich laut Ankündigung Menschen, die „gewisse Kenntnisse zum Holocaust verfügen und eine Verbindung zu diesem Thema haben, sei es durch ihren biografischen Hintergrund, persönliches Interesse, die aktuelle politische Debatte über Israel, Zionismus und Antisemitismus oder aufgrund von Irritationen durch politische Fehlinterpretationen beziehungsweise den Missbrauch des Themas“.
„Ich lade israelische Kinobesucher, aber auch deutsche und polnische, zu ihrer jeweils eigenen kritischen Selbstreflexion ein“, sagte der Regisseur einst im Interview mit dem Hohenloher Tagblatt.
Im Film spricht Avnon mit der Tochter einer Jüdin, die das Krakauer Ghetto und ein Konzentrationslager überlebt hat. In Haifa trifft er sich mit einer Frau, die noch eine Türklinke besitzt, die einst zum Textilunternehmen ihrer Eltern gehörte. In der Reichspogromnacht wurde die Görlitzer Firma zerstört. Als Kontrast lässt Avnon sogar einen Rechtsextremisten aus Bayern zu Wort kommen.
Avnon ist eine wichtige, ruhige Stimme in einer aufgeheizten Zeit. In einem Interview mit der Badischen Zeitung im Jahr 2024 betonte er: „Ich will Israel nicht ohne die Araber.“ Immer wieder kritisiert er das Vorgehen der aktuellen Regierung, weil es dem Frieden im Weg stehe. Dennoch versteht sich der Regisseur als Zionist. Er gehört dem zionistischen, demokratischen Lager in Israel an. Dieses demonstriert seit zweieinhalb Jahren gegen die Politik der Regierung Netanyahus.
Der Regisseur wurde 1970 in Haifa, im Norden Israels, geboren. Nissan Nativ Acting Studio studierte er Schauspiel in Jerusalem. Im Alter von 30 Jahren zog er nach Deutschland. Von denen lebte er ein Jahrzehnt in Köln.
Der Eintritt in den Lichtspielen am Dienstag, 11. November, 20 Uhr ist frei. Der Abend wird gestaltet durch LiSt, VVN Tübingen-Mössingen und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg.

