Gomaringen: Rathaussturm: Narren vor dem Bürgermeister da

Der Gomaringer Rathaussturm mit Bürgermeister Steffen Heß (Bildmitte) dürfte einer der wenigen in der Region sein, die es angesichts der Pandemie überhaupt gibt.
Klaus FrankeDie Gomaringer Käsperle hatten sich schon morgens um 5 Uhr Zugang zur Verwaltungszentrale verschafft, eine Flagge aufs Dach gesetzt und mit Absperrband den Zugang so organisiert, dass Besucher zum Käsperle-Impfzentrum geleitet wurden. „Wir kennen die Nebenwirkungen genau“, sagte Impfstudienleiter Rainer Ruff, sonst zweiter Vorstand bei den Käsperle, als er den Schnaps aus dem Portionsfläschen ansetzte.
Heß hatte sich von der Überraschung schnell berappelt und versuchte seinerseits die Narren hinters Licht zu führen. „Ich glaub, der Rathaus-Schlüssel ist noch im Keller vom alten Rathaus.“ Er bastelte flott einen neuen Schlüssel, obwohl der symbolische Türoffner in seiner Büro-Ecke lehnte. Als die Narren, es war corona-bedingt nur noch Zunftmeister Christoph Alznauer mit dabei, den Türöffner entdeckten, gab es ein kurzes Gerangel. Dann war der echte falsche Schlüssel in Narrenhand.
„Ein bisschen Fasnet muss sein“, findet Alznauer und verweist auf traurige Gemeinden wie Nehren, wo nicht mal Bändel aufgehängt werden durften.