Feuerwehreinsatz
: Gasgeruch im Gomaringer Lidl

Die Feuerwehren aus Gomaringen und Tübingen rückten am Montag mit großem Messbesteck an den Discounter aus. Nach zwei Stunden gab es Entwarnung.
Von
Benjamin Breitmaier
Gomaringen
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Feuerwehrmann steht neben einem Feuerwehrauto (Symbolbild): ILLUSTRATION - 08.11.2023, Baden-Württemberg, Stuttgart: Eine Einsatzkraft der Feuerwehr steht neben einem Einsatzfahrzeug der Feuerwehr. (zu dpa: «Gas tritt aus - Arbeiter im Krankenhaus») Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Nach zweistündigem Einsatz konnte die Feuerwehr den Gomaringer Lidl wieder freigeben.

Marijan Murat/dpa
  • Gasgeruch im Lidl in Gomaringen löste Feuerwehreinsatz aus, Alarmierung um 16.48 Uhr am Montag.
  • Feuerwehr Gomaringen und Tübingen untersuchten mit Spezialgeräten, Messungen blieben ohne Befund.
  • Energieversorger Fairenergie und Firma Kanalbeck konnten keinen Gasaustritt nachweisen.
  • Vermutung: Geruch kam über die Kanalisation ins Gebäude, Markt nach zwei Stunden wieder freigegeben.
  • Feuerwehr rät: Bei Gasgeruch ohne erkennbare Quelle sofort die 112 alarmieren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es war 16.48 Uhr als die Gomaringer Feuerwehr am Montagnachmittag alarmiert wurde. Code: H Gas. Es dauert nur wenige Minuten, bis die Feuerwehrleute am Lidl in Gomaringen eintreffen. Nach den Ereignissen in Albstadt-Tailfingen sollte klar sein, welche verheerende Wirkung ausströmendes Gas entfalten kann. Den Geruch hatten Kunden wahrgenommen. „Zwei Kameraden sind dann in den Laden gegangen und suchten die Ladeflächen mit dem Messgerät ab. Es konnte zwar der Geruch festgestellt werden, aber die Messgeräte haben nichts angezeigt“, erklärt der Gomaringer Kommandant Stefan Röhm im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Feuerwehrleute untersuchen ebenfalls ein angrenzendes Geschäft. „Wir haben geprüft, ob das über die Decke reinkam.“ Aber wieder zeigen die Messgeräte nichts an.

Die Gomaringer kontaktieren Tübingen. Die dortige Wehr hat einen Gerätewagen, dessen Ausstattung genau für solche Fälle eingerichtet wurde – der „GW Messtechnik“. „Die haben nochmal feinere Messgeräte“, so Röhm. Der Energieversorger Fairenergie sei ebenfalls vor Ort gewesen und habe mit eigener Technik gemessen. Alles negativ.

Genauso wie die Messungen bei der Firma Kanalbeck, wo ebenfalls ein Gasgeruch festgestellt wurde. So wurde der Markt nach zwei Stunden Einsatz wieder freigegeben. Doch woher kam der Geruch? Röhm: „Wir vermuten, das der Geruch über die Kanalisation in das Gebäude von Lidl kam.“

Wer Gasgeruch wahrnehme ohne ersichtliche Quelle, dem rate er ohne Zögern die 112 anzurufen (siehe Infobox).

Gasgeruch, was tun?

Laut Deutschem Verein des Gas- und Wasserfaches sollte bei der Feststellung von Gasgeruch wie folgt vorgegangen werden.

  • Erstens: Ruhe bewahren. „Erdgas riecht dank des beigemischten Duftstoffs so intensiv, dass selbst kleinste Gasmengen wahrgenommen werden“, schreibt der Verein auf seiner Website.
  • Riecht es nach Gas, sei offenes Feuer tabu. Auch an elektrischen Geräten könnten Funken entstehen. Deshalb: Licht- und Geräteschalter nicht mehr betätigen, keine Stecker aus der Steckdose ziehen. Und kein Telefon oder Handy im Haus benutzen.
  • Dann, wenn möglich: Fenster und Türen öffnen. Frische Luft senkt die Gaskonzentration im Raum. Aber: Auf keinen Fall die Dunstabzugshaube oder einen Ventilator einschalten.
  • Nächster Schritt, falls möglich: Den „Haupthahn“ zudrehen.
  • Danach Haus verlassen und 112 oder die Störungshotline des Gasversorgers anrufen. Auch wichtig: Mitbewohnerinnen und -bewohner warnen.