Brand am Firstwald-Gymnasium: Warum der Autobrand in Mössingen wohl einzigartig sein dürfte

Eine Mercedes B-Klasse brannte unter der Mensa in der Mössinger Firstwaldstraße komplett aus. Durch den Einsatz der Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindert werden.
Klaus Franke- Ein Mercedes B-Klasse brannte in der Mensa der Firstwaldstraße völlig aus; Schaden: 70.000 Euro.
- Feuerwehr verhinderte Schlimmeres; keine Verletzten; Brand wohl durch technischen Defekt.
- Fahrzeugbesitzerin und eine weitere Person bemerkten Rauch und riefen Feuerwehr.
- Schulhof ist kein Parkplatz; Feuerwehr löschte rasch und kühlte Gebäudestruktur.
- Mensa bleibt trotz Schadens in Betrieb; weitere Maßnahmen zur Parkplatzregelung geplant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Um 20 Uhr geht der Alarm runter, Stichwort Feuer 3, Pkw-Brand unter einem Gebäude. Wenige Sekunden später drehen sich gelbe Lichter in der Goethestraße 9. Mössingens Feuerwehr rückt mit großem Besteck zum Einsatz aus. Die Flammen sind bereits bei der Anfahrt zu sehen, wie Feuerwehr-Pressesprecher Patrick Flammer dem TAGBLATT berichtet. Die Bilanz: 70.000 Euro Schaden, keine Verletzten und eine junge Frau, die wohl mehr als unerfreut über die Tatsache ist, dass sich ein Fahrzeug anscheinend ohne weiteres Zutun entzünden kann.
Was auf die Feuerwehrleute wartet, sehen auch sie nicht alle Tage: Eine Mercedes B-Klasse in Vollbrand, an einem Ort, wo nur wenige Meter darüber tagsüber Hunderte ihr Mittagessen verspeisen – das Auto stand unter dem Vordach der Cafeteria am Firstwald Gymnasium.
Wie das Fahrzeug der jungen Frau in Brand geriet, ist unklar. Die Polizei spricht von einem möglichen technischen Defekt. Es kam wohl „im Motorraum zu einem Kurzschluss und in der Folge zu einer Rauchentwicklung im Fahrzeuginneren“, wie es in der Pressemitteilung heißt. Vor Ort gibt die junge Frau an, dass sie sich den Brand nicht erklären könne. „Sie hat uns gesagt, dass das eigentlich aus dem Nichts heraus begonnen hat, zu brennen“, berichtet Flammer. Die Besitzerin des Fahrzeugs rief selbst die Feuerwehr, nachdem sie und eine weitere Person den Rauch bemerkten. Sie konnten den Wagen unverletzt verlassen, wie die Polizei schreibt.
Schulhof ist kein Parkplatz
Der Schulhof ist in den Abendstunden ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene. Das stört ansonsten nur wenige. Doch ein Auto darf laut Polizei an der Stelle nicht stehen.
Es muss schnell gehen. Das ist beim Eintreffen der beiden Löschfahrzeuge inklusive Drehleiter und zwei Führungsfahrzeugen klar. Die Flammen des Autos schlagen direkt an die Decke unter dem Essensraum. Die besteht nicht aus Beton, sondern teilweise aus Holz, das abgehängt ist mit Steinwolle. Flammer: „Zwei Atemschutztrupps sind direkt zum Einsatz gekommen und wir haben zwei C-Rohre gelegt.“ Nicht nur der Brand selbst muss gelöscht werden: „Wir haben auch die Gebäudestruktur gekühlt.“ Die Hitze ist bereits so groß, dass Putz abplatzt. „Wir mussten die Decke mit der Säge aufmachen, ob da Flammen drunter sind, das konnten wir aber verhindern.“
Mehrfach knallt es. „Nicht ungewöhnlich bei einem Autobrand. Als Feuerwehr weiß man das, dass es da zwei, drei Schläge tun kann“, sagt Flammer. Die Batterie kann explodieren, die Scheiben platzen. Manchmal knallt es auch, wenn die Reifen platzen. Dazu kommt es an der Mensa nicht.
„Rasch und professionell“
Wäre das Feuer in die Holzdecke, es hätte sich wohl ausgebreitet. Direkt oberhalb des Vordachs ist die komplette Front verglast. „Da hatten wir Bedenken. Priorität war, dass es keinen Flammenüberschlag nach oben gibt, das haben wir sehr gut hingekriegt.“ Die Einschätzung teilt auch die Polizei, die den Feuerwehrleuten einen „raschen und professionellen“ Einsatz bescheinigt. Wären die Einsatzkräfte nur einige Minuten später vor Ort gewesen, hätte die Mensa mit großer Wahrscheinlichkeit gebrannt.
Von dem Mercedes ist nichts mehr zu retten. Der Schaden am Gebäude ist trotz des schnellen Eingriffs groß. Ersten Einschätzungen der Polizei nach liegt die Schadenssumme bei etwa 70.000 Euro. Wer dafür aufkommt? „Das müssen nun die Versicherungen klären“, sagt Andreas Grauer, Technischer Leiter des Firstwald Gymnasiums. Bis auf minimale Geruchsbelästigung kann der Betrieb „auf wundersame Weise“ inklusive Mensa uneingeschränkt weitergehen. „Im Schulgebäude gab es nur eine leichte Verrauchung, das konnten wir mit dem Lüfter regeln“, sagt auch Pressesprecher Flammer.
Pollerlösung?
Grauer denkt jetzt darüber nach, wie Autos in Zukunft von dem Gelände fern gehalten werden können. Dass sich an der Stelle junge Menschen aufhalten, sei eigentlich kein Problem, solange sie keinen Müll machen. Die Polizei fährt hier regelmäßig Streife. Die Schule selbst nutze die Fläche bei Unwetter als Parkplatz für ein schuleigenes Fahrzeug. Dass an der Stelle ein Auto von außen parkt, sei neu.
Die Wärmebildkamera der Feuerwehr gibt Entwarnung. 26 Personen sind am Mittwochabend im Einsatz. Er endet um 23 Uhr. Wenngleich die junge Frau mit Sicherheit keinen schönen Morgen erlebt, weist Mössingens Feuerwehr-Pressesprecher auf eine Sache hin: „Das Wichtigste ist, dass alle gesund zurückkommen.“
