Einführung in die Gin-Kennerei: Statt Negroni-Rezept gibt es diese Woche Spaß mit Gin

Gin, Glas, Tonic Wasser: Mehr braucht es nicht.
Nicht gesetztBeim Gin gibt es für mich nur zwei Lösungen: entweder pur, um all den schönen Botanicals nachzuspüren, die rechtschaffene Brenner komponieren oder - einzige zulässige Alternative - ein G&T. Wer an der Bar als echter Gin-Kenner sich beweisen will, bestellt nie und nimmer einen Gin Tonic, immer ein Dschi‘n‘Tieh. Das soll andeuten, dass mir die Gin-Kennerei nicht so liegt. Doch ich muss gestehen, der Gin-Kurs beim OGV, dessen Ergebnis ich kürzlich verkosten konnte, hat mir die Aromen- und Duft-Welt eines guten Gins eröffnet. Zum Glück für mein Bar-Renommé darf ein geübter Trinker einen Bombay Sapphire bestellen, auch wenn er jetzt so gängig wurde. Es ist schon ein interessantes Stöffchen, was da 1987 komponiert wurde.
All diese Erkenntnis verdanke ich Reiner Gaub, ein Getränketechnologe mit viel Sinn für Qualität beim Alkohol-Genuss. Dabei ist er so liberal beim Gin, dass er einen guten Gin auch für einen Negroni empfiehlt. Das ist ein Gin-Kenner-Getränk mit einem Drittel Gin, einem Drittel Vermouth und einem Drittel Bitterlikör und einer, unbedingt, Orangenzeste. (natürlich nur die äußere Schale, Flavedo genannt). Gaub gab mir auch die Lizenz, am liebsten G&T zu trinken. Ein Tipp von ihm: Das Tonic-Wasser unters Schwarzlicht an der Theke halten. Wenn dann wirklich Chinin drin ist (und das sollte es), gibt es einen Fluoreszenz-Effekt. Den Teil der Gin-Kennerei find ich spannend und schmecken tut das ja auch.