Dußlingen: Regierungspräsidium geht den Hochwasserschutz für den Dußlinger B27-Tunnel an

Der Dußlinger B27-Tunnel lief nach den extremen Regenfällen 2021 voller Wasser. Feuerwehr und DLRG mussten Menschen, die mit ihren Autos in den Fluten festsaßen, mit Booten retten.
Feuerwehr DußlingenDas Regierungspräsidium hatte in den Jahren seit der Überflutung Ende Juni 2021 an einer Lösung gearbeitet, um den Millionen-Schaden von damals und die Gefährdung von Menschenleben abzuwenden. Das Ergebnis ist: eine Erhöhung des nördlichen Ufers des Wiesbachs zwischen der Musikantenscheune in Nehren und der B27 auf einer Länge von rund 325 Metern mit Steinblöcken. Das erhöhte Ufer leitet das Wasser aus dem Wiesbach bei einem Starkregen auf die südlich gelegenen Flächen um.
Zusätzlich wird vor dem südöstlichen Tunnelportal, Fahrtrichtung Tübingen, an der bestehenden Böschung der B 27 eine Spundwand eingebracht. An dieser Stelle strömte damals gebirgsbachartig der Wiesbach in den Tunnel. Die rund 135 Meter lange Spundwand ragt bis zu 60 Zentimeter über das Gelände heraus. „Durch die Spundwand wird das über das Gelände abfließende Wasser zurückgehalten und der Tunnel vor Überflutung geschützt“, schreibt das RP in einer Presse-Erklärung.
Die Arbeiten laufen außerhalb des Straßennetzes südöstlich des Tunnels auf den Markungen von Nehren und Dußlingen. Das RP peilt den Abschluss der Arbeiten bis Mitte Dezember 2024 an.
Die Kosten in Höhe von rund 545.000 Euro werden vom Bund getragen.
Die Hintergrund-Information des RPs: Beim Starkregenereignis am 28. Juni 2021 war der Wiesbach zwischen Nehren und Dußlingen über die Ufer getreten. Die Wassermassen fluteten die B 27 und die beiden Tunnelröhren in Dußlingen. Beide Röhren liefen bis knapp unter die Tunneldecke voll. Der Tunnel musste daraufhin voll gesperrt werden.
Durch das interimsweise Aufstellen von Notrufsäulen und den Einbau eines lokalen Mobilfunknetzes, den Austausch der beschädigten Schrankenanlagen mit Steuerungselementen, den Umbau der Beleuchtung der Fluchtwegbeschilderungen sowie die Reparatur weiterer beschädigter elektronischer Bauteile der Betriebstechnik konnte die Weströhre in Fahrtrichtung Hechingen am 13. August 2021 im Notbetrieb (ein Fahrstreifen) unter Verkehr genommen werden, schreibt das RP.
Die Oströhre in Fahrtrichtung Tübingen, die stärker beschädigt war, konnte am 16. September 2021 im Notbetrieb (ein Fahrstreifen) frei gegeben werden. Bis zur einspurigen Freigabe der Tunnelröhren erfolgte die Umleitung der B 27 über Gomaringen und Nehren.
Die damaligen Instandsetzungsarbeiten haben sich aufgrund der seinerzeit weltweit bestehenden Lieferengpässe insbesondere bei Edelstahl, Kabeln und elektronischen Komponenten verzögert. Am 1. April 2022 war es möglich den Tunnel im Regelbetrieb wieder freizugeben.
Parallel zum Austausch der Tunneltechnik ließ das RP untersuchen, wie ein möglicher Schutz des Tunnels bei zukünftig auftretendem Starkregen aussehen kann. „In Abstimmung mit dem Gutachter der Gemeinden Nehren und Dußlingen sowie dem Landratsamt Tübingen wurden die zwei aktuell zur Ausführung anstehenden Maßnahmen erarbeitet.“