Apfelwoche Mössingen: Von Rebellen und fliegenden Pfeilen

Das Apfelfest wird auch in diesem Jahr wieder der Höhepunkt der Mössinger Apfelwoche sein.
Nicht gesetzt- Die 15. Mössinger Apfelwoche läuft von Sonntag, 27. September, bis Sonntag, 4. Oktober.
- Höhepunkt ist das Apfelfest am 4. Oktober – die Veranstalter erwarten das größte seiner Art.
- Neu im Programm: „Schach und Bogen“, Streuobstwiesenbaden mit Landart und der Literaturpreis.
- Geplant sind Apfel-Duathlon, Apfelschuss, Apfellauf sowie Film- und Kulturabende im Café Pausa.
- Familienangebote, Tastings und eine große Ausstellung prägen das Apfelfest in der Innenstadt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Herbst steht dem Steinlachtal auf der Fußmatte und Mössingen freut sich nach der ausgelassenen Feierei des vergangenen Wochenendes auf einen weiteren Höhepunkt im Veranstaltungskalender. Auf 48 apfeligen Seiten stellt nun das Netzwerk Streuobst Mössingen das Programm für die 15. Mössinger Apfelwoche vor. Die Redaktion hat sich durch Apfelduathlon und Remstal-Rebell-Doku gearbeitet und stellt hier das Wichtigste vor.
Im Kalender anstreichen
Die Apfelwoche beginnt dieses Jahr am Sonntag, 27. September, und endet am Tag nach dem deutschen Nationalfeiertag, am Sonntag, 4. Oktober. Das große Apfelfest gibt es wie immer am letzten Apfelwochentag. Die Veranstalter verkünden mit einigem Selbstbewusstsein in der Stimme: Das Apfelfest Numero 20 wird „das größte und bunteste aller Zeiten“. Übrigens: Laut Streuobst-Netzwerk ist das Apfelfest baden-württembergweit die älteste Veranstaltung dieser Art.
Was ist neu?
Wer glaubt, nach 15 Apfelwochen seien sämtliche denkbaren Kombinationen mit der Frucht durchgespielt, wird eines Besseren belehrt. Neu ist beispielsweise „Schach und Bogen“ – eine Kombination zweier Sportarten, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Am Samstag, 3. Oktober, treten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab 10.30 Uhr auf dem Bogenplatz „Im Weiten Hart“ sowohl am Schachbrett als auch mit Pfeil und Bogen an. Eine Anmeldung ist nicht nötig, beim Bogenschießen gilt allerdings ein Mindestalter von zwölf Jahren. Die drei Besten gewinnen unter anderem Trainingskarten für den Bogensport.
Nicht ganz neu, aber jung genug für diese Rubrik ist der Mössinger Apfel-Duathlon. Die Kombination aus Nordic Walking und Bogenschießen wurde erst für die Apfelwoche 2025 erfunden und geht nun in die zweite Runde. Dreierteams schießen zunächst je drei Pfeile, absolvieren anschließend eine rund 1,2 Kilometer lange Walkingrunde und greifen danach erneut zum Bogen. Los geht es am 3. Oktober um 13 Uhr, anmelden kann man sich bis 25. September.
Neu im Programm ist auch das Streuobstwiesenbaden mit Landart. Am Sonntag, 27. September, geht es vom Wanderparkplatz Linden für zweieinhalb Stunden hinaus ins Grüne. Mit Achtsamkeitsübungen sollen die Teilnehmer Wind, Farben, Formen und Gerüche der Streuobstwiese bewusster wahrnehmen und anschließend kreativ werden. Anmeldung ist bis 23. September nötig.
Ein Apfel für die Literatur
Eine Neuheit reicht sogar weit über die diesjährige Apfelwoche hinaus. Gemeinsam mit der Mössinger Autorin und Buchhändlerin Pia Ziefle ruft das Netzwerk Streuobst erstmals den Literaturpreis „Der Mössinger Apfel“ aus. Mitmachen dürfen Autorinnen und Autoren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum – und die literarische Form ist fast egal: Kurzgeschichte, Essay, Dramolett, Novelle, Erzählung, Ballade, Parabel oder Fabel sind erlaubt. Nur um einen Apfel muss es gehen.
Die Texte müssen unveröffentlicht sein und zwischen fünf und zehn Normseiten umfassen. Insgesamt sind 1000 Euro Preisgeld für die ersten drei Plätze ausgelobt, gestiftet von „Unser Buchladen“. Einsendeschluss ist passenderweise der Tag der Streuobstwiese am 30. April 2027. Die drei Erstplatzierten werden zur kommenden Apfelwoche eingeladen und lesen dort ihre Texte bei der Preisverleihung.

Das Leben des Remstal-Rebells, Helmut Palmer, wird am Mittwoch, 30. September, im Zentrum stehen.
Norbert Försterling/dpaEin rebellischer Höhepunkt
Einen der prominentesten Namen der Apfelwoche trägt diesmal ein Mann, der seit mehr als 20 Jahren tot ist: Helmut Palmer. Der „Remstal-Rebell“ war Bürgerrechtler, Obstbauer, notorischer Bürgermeisterkandidat, Gefängnisinsasse und eine der schillerndsten Figuren der jüngeren württembergischen Geschichte. Am Mittwoch, 30. September, erzählt der vielfach ausgezeichnete Journalist Peter Schwarz im Café Pausa aus Palmers Leben. Schwarz kann dabei aus eigener Anschauung berichten: Er begleitete Palmer über Jahre und wurde, wie er selbst sagt, auch persönlich von ihm beschimpft. Musiker Axel Nagel steuert Lieder von und über Rebellen bei. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt ist frei; bezahlt wird nach eigenem Ermessen.
Ruhiger wird es zwei Tage später in den Lichtspielen. Naturfilmer Dietmar Nill hat zwei Jahre lang ausgerechnet vor der Mössinger und Ofterdinger Haustür gefilmt. Ausgangspunkt war die Entdeckung des Steinkauzes in Ofterdingen. Entstanden ist der 53-minütige Film „Die Streuobstwiese – ein Frühjahr voller Leben“, in dem auch zahlreiche weitere Bewohner dieses Lebensraums vorkommen. Am Freitag, 2. Oktober, um 20.15 Uhr wird der Film in dieser Form erstmals gezeigt. Nill ist selbst im Kino und berichtet über seine Arbeit.
Sportlich, sportlich
Die beiden extrovertierten Kombinationssportarten haben wir bereits vorgestellt. Wer sich jedoch nicht gleich im Apfelduathlon messen will, kann beim „Apfelschuss für Kurzentschlossene“ seine Wilhelm-Tell-Skills einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren (Samstag, 3. Oktober, 10 bis 12 Uhr). Ausrüstung und Anleitung gibt es vor Ort, eine Anmeldung braucht es nicht – und wer einen gemalten Apfel trifft, bekommt dafür einen echten.
Am Sonntagmorgen übernimmt dann die LG Steinlach-Zollern. Beim Apfellauf geht es bewusst nicht um Bestzeiten: Es gibt keine Zeitnahme, die Gruppen werden von Betreuerinnen und Betreuern geführt. Zur Auswahl stehen Strecken bis hin zum Halbmarathon. Der startet um 9.30 Uhr. Um 10.30 Uhr folgen Streuobstwiesenstrecke und Apfelwalking, um 10.45 Uhr die Kinder beim Mini-Apfellauf. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Spende für die Jugendkasse ist willkommen.
Für die Genussmenschen
Wer Sport grundsätzlich lieber mit einem Glas in der Hand betrachtet, findet ebenfalls einen Programmpunkt. Der OGV erklärt am Dienstag, 29. September, um 19 Uhr in der Pausa-Tonnenhalle, was sich aus Most, Cider, Apfelbrand und Apfelsaft alles in Cocktail- oder Mocktailform bringen lässt – Versucherle inklusive. Am Samstag folgt ab 14.30 Uhr ein Streuobst-Gintasting mit Wanderung: Vier Gins werden verkostet, rund dreieinhalb Stunden dauert das Ganze, 39 Euro kostet die Teilnahme. Die Gruppe ist auf 20 Personen begrenzt.
Für die jüngeren Streuobst-Fans
Für Familien verteilt sich das Angebot über die gesamte Woche. Die Stadtbücherei lädt Kinder ab drei Jahren am Freitag, 2. Oktober, zum Lesemäuse-Spezial mit „Mäuschens Äpfel“ und anschließendem Basteln ein. Die 20 Plätze sind kostenlos, aber anmeldepflichtig. Beim Goldig Studio gibt es wiederum eine Eltern-Kind-Apfelzeit für Null- bis Zweijährige sowie für Drei- bis Vierjährige.
Die Woche ist auch für Mössinger Bildungseinrichtungen oft einer der Höhepunkte im Jahr. Der Kindergarten Dachtel veranstaltet eine ganze Projektwoche, die Filsenbergschule in Öschingen widmet dem Streuobst einen Schulvormittag. Beim Martin-Luther-Kindergarten wurde es wissenschaftlich: Die Kinder ließen angebissenes Obst vier Wochen liegen und dokumentierten fotografisch dessen Zersetzung. Das daraus entstandene Zeitraffervideo und die Bilder sind beim Apfelfest zu sehen.
Das Apfelfest
Die große Party steigt am Sonntag, 4. Oktober, auf dem Löwensteinplatz von 11 bis 17 Uhr. Daneben werden in der gesamten Innenstadt die Geschäfte zwischen 12 und 17 Uhr öffnen. Zu sehen gibt es unter anderem eine große Apfelsortenausstellung, Geräte für Baumpflege und Ernte, Schaumosten, eine Schaubrennerei, Korbflechten und einen Modellapfel, an dem sich Apfelkrankheiten studieren lassen. Dazu kommen Informationsstände unter anderem von Netzwerk Streuobst, Nabu, Stadt Mössingen und Schwäbischem Streuobstparadies. Für Kinder gibt es Mitmach-Mosten, Apfelangeln, Ökomobil, Apfelquiz, Kinderschminken und mehrere Bastel- und Fühlangebote.
Das ist nicht alles – weitere Informationen im Internet
Die Apfelwoche hat noch zahlreiche weitere Programmpunkte. Alle einsehbar auf der Website des Netzwerkes Streuobst unter www.netzwerk-streuobst.de/projekte/moessinger-apfelwoche.


