Albert Steinhilber ist tot
: Talheim verliert „Grundpfeiler des Gemeinschaftslebens“

Er war ein Mann mit „schöner Tenorstimme“ und unbändigem Tatendrang – als Gemeinderat wie als Ehrenämtler. Jetzt ist er im Alter von 86 Jahren gestorben.
Von
Benjamin Breitmaier
Mössingen-Talheim
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Im Jahr 2008 wurde Albert Steinhilber (links) das Bundesverdienstkreuz verliehen, überreicht durch Staatssekretär Dieter Hillebrand.

Klaus Franke/Archiv
  • Albert Steinhilber aus Talheim starb am 10. Januar im Alter von 86 Jahren.
  • Er war 20 Jahre stellvertretender Ortsvorsteher und von 1971 bis 2004 im Ortschaftsrat aktiv.
  • 2008 erhielt er das Bundesverdienstkreuz für sein Engagement im Gemeinwesen.
  • Der Deutsche Chorverband ehrte ihn 2018 für 60 Jahre aktives Singen im Liederkranz Talheim.
  • Trauerfeier ist am Montag, 19. Januar 2026, um 13.30 Uhr in der Bergkirche Talheim.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Wenn es den Albert nicht gäbe, müsste man ihn für Talheim grad erfinden“, sagte der Mössinger Bürgermeister Werner Fifka damals im Jahr 2008. Jetzt ist Albert Steinhilber tot, gestorben am 10. Januar im Alter von 86 Jahren. Mit ihm geht einer, der immer angepackt hat, der was bewegen konnte. Seine Leistungen wurden nicht verkannt.

Die Worte sprach Fifka bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, das Staatssekretär Dieter Hillebrand dem damals 68-jährigen Karosseriebauer Steinhilber an den eleganten Anzug heftete, dem ersten Talheimer mit dieser Auszeichnung. „Ausnahmepersönlichkeit“ und „ein Grundpfeiler im dörflichen Gemeinschaftsleben“ – so die Worte des Staatssekretärs zu Albert Steinhilber.

Das nicht ohne Grund. Der Karosseriebauer war zwei Jahrzehnte der stellvertretende Talheimer Ortsvorsteher, war von 1971 bis 2004 Mitglied im Ortschaftsrat und lenkte die Geschicke der Stadt Mössingen im Gemeinderat von 1984 bis 1989 mit.

„In allen Funktionen hat er viel für die Entwicklung seines Heimatortes und ein gutes Miteinander geleistet“, schreiben Oberbürgermeister Michael Bulander und Talheims Ortsvorsteher gemeinsam in ihrer Traueranzeige. „Bescheiden wie tatkräftig“, ist er gewesen, der Albert.

Jahrzehntelang gesungen

So beeindruckend wie er selbst, war das Ausmaß seines ehrenamtlichen Engagements. Nur ein Beispiel: Noch im Jahr 2018 ehrte ihn der Deutsche Chorverband für stolze 60 Jahre aktives Singen im Liederkranz Talheim. In den Liederkranz war er schon als 19-jähriger Jungspund eingetreten. Mehr als 40 Jahre lenkte er den Verein, bevor seine Tochter Ute den Vorsitz übernahm.

Verdient machte er sich auch bei der Organisation der T(h)alheimer Treffen. So wirkte er weit über die Grenzen des eigenen Talheims hinaus. Sport-, Alb-, Musikverein – irgendwie war Albert Steinhilber immer mit dabei, wenn er nicht gerade vornedrausging. Das alles bewältigte er, während er einen mittelständischen Betrieb führte.

Jetzt muss die Nachwelt auf ihn verzichten. Nicht ohne, dass an dieser Stelle eine fundamentale Weisheit dieses schaffigen Mannes stehen muss. Er ließ sie damals, bei der Verleihung des Ordens, der versammelten Mannschaft zukommen: „Man darf halt nicht immer erwarten, dass andere etwas für einen tun.“ Und noch einen Satz sagte der Mann mit „der schönen Tenorstimme“ (so seine Chorleiterin Regina Störk) zu den Anwesenden, Worte, die vielleicht noch wichtiger sind in diesen Tagen: „Meistens ist es so im Leben, dass sich Freundlichkeit auszahlt.“

Info

Die Trauerfeier findet am Montag, 19. Januar, um 13.30 Uhr in der Bergkirche Talheim statt, die Beerdigung findet anschließend statt.