Wolfgang Lieb ist tot
: Bad Urach trauert um früheren Stadtrat

Wie jetzt bekannt wurde, ist Wolfgang Lieb bereits am 4. Dezember im Alter von 70 Jahren gestorben.
Von
Peter Kiedaisch
Bad Urach
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Wolfgang Lieb ist tot.

Wolfgang Lieb ist tot.

Privat
  • Wolfgang Lieb, Stadtrat in Bad Urach, starb am 4. Dezember im Alter von 70 Jahren.
  • Er war Wirtschaftsingenieur, FDP-Fraktionsführer und Bürgermeister-Stellvertreter von 1999 bis 2024.
  • Nach einer Krebsdiagnose 2005 überlebte Lieb länger als erwartet und wurde in Tübingen bekannt.
  • Lieb war gläubiger Christ, engagierte sich in der Amanduskirche und leitete Kinderkirchenarbeit.
  • Er hinterlässt seine Frau, zwei Kinder, zahlreiche Enkel und seine Mutter.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Viele Jahre hat Wolfgang Lieb das Leben in Bad Urach mitgestaltet. Ach was, schon viel früher, zuzeiten, als die Stadt noch ihren bürgerlichen Namen Urach trug. Als Sportler beim TSV, als Engagierter in der Jugendarbeit, zuletzt als Kommunalpolitiker im Stadtparlament, wo er bis 2024 die FDP vertrat.

Der studierte Wirtschaftsingenieur hat von 1999 bis 2024 im Gemeinderat seiner Heimatstadt zu den Besonnenen und Nachdenklichen gehört, er führte die FDP-Fraktion an und war einer der Bürgermeister-Stellvertreter.

Eingemischt hat er sich oft, meist jedoch mit Bedacht, oft genug mit einer Prise Humor. Er meldete sich nie nur deswegen zu Wort, um das wiederzugeben, was andere vor ihm schon gesagt hatten.

In der Amanduskirche

Jetzt ist Wolfgang Lieb gestorben. Er wurde 70 Jahre alt. Nur 70, möchte man hinzufügen, doch Wolfgang Lieb hat jedes einzelne Jahr, jeden Monat, jeden Tag schätzen gelernt.

Das hing mit einer Krebsdiagnose zusammen, die ihm bereits im Jahr 2005 die Endlichkeit dieses Lebens vor Augen geführt hat. Ein Hirntumor, eine besonders aggressive Form eines Glioblastoms, musste ihm entfernt werden. „Eigentlich“, sagte er zwei Jahre später im Gespräch mit unserer Zeitung, „eigentlich ist diese Form von Krebs unheilbar.“ Die Prognose? Vielleicht zwölf Monate.

Als er uns ein Interview gab, wusste er, dass der Krebs jederzeit wieder anfangen könne zu wachsen. Doch der Krebs kam nicht zurück. Einige Zeit waberte er zwar durch das Leben von Wolfgang Lieb wie ein Alptraum, irgendwann verlor er seinen Schrecken, irgendwann galt Wolfgang Lieb in der Uniklinik Tübingen sogar als der Patient, der diese Krankheit am längsten überlebt hat.

Schon in jungen Jahren engagierte er sich für seine Heimatstadt. Ob im Handball mit dem TSV Urach oder später als gläubiger Christ, der die Kinderkirche abgehalten hat.

„Gläubig“, hat Wolfgang Lieb mal gesagt, „war ich schon immer.“ Wenn man ihn besucht hat, fielen Bücher auf, die den Begriff „Gott“ im Titel hatten. Die Krankheit habe ihn in der Hinsicht sensibler gemacht, weswegen er häufig die Amanduskirche aufsuchte. Jenen Ort, der für ihn ein Ruhepol war, wo das Gemälde an der Stuckdecke für ihn das Gute und die Hoffnung symbolisierte.

Wolfgang Lieb hinterlässt seine Frau, seine beiden Kinder, zahlreiche Enkel und seine Mutter.