WFV-Pokal, 3. Runde
: SSV Reutlingen will ins Achtelfinale und keinen Knockout kassieren

Trotz wankelmütiger Leistungen ist der SSV Reutlingen im Verbandspokal gut unterwegs. Am Mittwoch möchte das Team von Alexander Strehmel beim VfL Pfullingen I das Achtelfinale klarmachen (19 Uhr).
Von
Larissa Renz
Metzingen
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Fussball wfv-Pokal | SV Zimmern o.R. vs. SSV Reutlingen: Fussball wfv-Pokal | SV Zimmern o.R. (gelb) vs. SSV Reutlingen (rot) // 2025-07-29 // Foto: Baur // 

Torjubel SSV zum 1:0

Jonas Meiser und seine Mannschaftskollegen bejubeln seinen Treffer zum 1:0 im ersten Pokalspiel gegen den SV Zimmern. Nun steht das letzte Gruppenspiel auf dem Programm: Nachdem sie es schon mit der zweiten Mannschaft zu tun hatten, müssen die Spieler aus Reutlingen erneut nach Pfullingen fahren.

JoBaur
  • SSV Reutlingen will im WFV-Pokal gegen VfL Pfullingen I das Achtelfinale erreichen (Mittwoch, 19 Uhr).
  • Trainer Strehmel fordert bessere Leistungen, kritisiert spielerische Schwächen trotz Pokalerfolgen.
  • VfL Pfullingen-Coach Lennerth sieht nach 0:3-Ligastart Verbesserungsbedarf, einige Spieler kehren zurück.
  • Strehmel bemängelt Pokalterminierung vor Ligastart, will Fokus bald auf Oberliga legen.
  • Reutlingen geht als Favorit ins Spiel, Pfullingen setzt auf Kampfgeist trotz klarer Außenseiterrolle.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Von unbeschwerter Heiterkeit möchte Alexander Strehmel, Cheftrainer des SSV Reutlingen, nichts wissen. „Ja, die Ergebnisse stimmen und wir sind immer eine Runde weitergekommen, aber da war oftmals spielerisch noch Luft nach oben“, findet er klare Worte. Noch gehe die Reise im Pokal weiter, doch am Mittwoch, ab 19 Uhr, steht ein weiteres, schweres Spiel an. Der SSV Reutlingen trifft am Jahnhaus auf die erste Mannschaft des VfL Pfullingen.

Rein ergebnisorientiert will und darf Strehmel nicht denken. Im Pokal bleibe die Strafe für die oftmals durchwachsenen zweiten Hälften aus, weil die individuelle Klasse des Oberligisten sich bemerkbar mache. In der Liga hingegen, mit qualitativ ähnlich besetzten Teams, haben die Kreuzeichekicker in zwei von zwei Spielen dafür schon die Quittungen bekommen: eine Niederlage beim FC Villingen I, ein Unentschieden bei Aufsteiger Türkspor Neckarsulm.

Mit der Mentalität im Pokal scheinen die Strehmel-Spieler allerdings besser umgehen zu können. „Das ist Kampf pur und da wissen wir, dass wir Favorit sind. Das tut uns auch gut, weil immer so viele Fans von uns dabei sind“, sagt der 57-Jährige, „wie die uns unterstützen, das ist nicht normal.“ Diese Gunst und diese Treue wolle sich keiner verspielen.

Wo die Prioritäten liegen

Gegen einen weiteren Landesligisten, den VfL Pfullingen, der zudem in der Liga beim Aufsteiger SSC Tübingen mit 0:3 verlor, wünscht sich der Trainer eindeutig mehr Souveränität im Auftritt der Mannschaft. „Ich denke schon, dass wenn wir das unsere Aufgaben erfüllen, wir auch eine Runde weiterkommen sollten.“ Die Kritik an der Leistung geht nicht so leicht an ihm vorbei und seit den Testspielen will sie auch nicht recht abreißen. Da hat Strehmel vielen jungen Spielern eine Chance gegeben und „viele wertvolle Erkenntnisse gewonnen“, aber zuletzt wurde auch in Neckarsulm offensichtlich, dass weder erfahrene noch nachkommende Spieler über die volle Strecke auf das Niveau kommen.

Auch wenn die Vorfreude beim SSV Reutlingen auf den Pokal groß ist, bis zu einem gewissen Grad, ist Strehmel erleichtert: „Ich finde die Terminierung der Pokalspiele sehr merkwürdig. Zwei Pokaleinsätze vor dem ersten Ligaspiel, das stört den Trainingsrhythmus sehr und ich kann mich nicht erinnern, dass ich das je schon so hatte“, merkt er an. Der Kader sei groß genug, um dieser Doppelbelastung zu so einem frühen Stadium in der Saison gerecht zu werden, aber „mir ist es ehrlich gesagt sehr recht, wenn wir dann ab dieser Woche endlich den Fokus voll auf die Liga richten können.“

Viele eher nachdenkliche Töne sind auch bei Albert Lennerth, Trainer des VfL Pfullingen, herauszuhören. Die Auftaktniederlage in der Landesliga beim Aufsteiger SSC Tübingen war auf dem Papier deutlicher, als sie hätte sein müssen. „Wir lassen x-fach Chancen liegen und der Keeper hält überragend. Aber es gibt dennoch auch einiges, was wir aufzuarbeiten haben“, erklärt der 52-Jährige, der erst seit Kurzem in der Verantwortung ist. Die Verteidigung habe nur phasenweise funktioniert, das Gleiche zähle auch für die Offensive. „Da haben die Abläufe nicht gepasst. Das hat aber auch damit zu tun, dass momentan noch einige Spieler fehlen und wir den Rhythmus noch nicht haben“, macht Lennerth deutlich. Immerhin: Nun kehren zehn Spieler ins Training zurück. Bislang hätte er kaum Optionen gehabt, die Aufstellungen hätten sich von selbst ergeben und nicht jeder Spieler hätte auf seiner stärksten Position auflaufen können.

Für den Pokal-Knaller daheim aber seien die Rückkehrer nur in überschaubarem Maße eine Option. „Wir müssen erstmal schauen, wie die Fitness ist“, so der Coach. Und dann sei da immer noch die Übermacht, die selbst ein teilweise fehleranfälliger SSV ausstrahle. Jeder SSV-Spieler verfüge über ein Vielfaches an Erfahrung. Oder um es kurz zu machen: „Ich erwarte hier nicht den großen Sprung und dass wir die Reutlinger rauswerfen, aber ich erwarte, dass wir kämpfen und schauen, wo wir stehen.“