WFV-Pokal, 3. Runde
: Der VfL Pfullingen knockt den SSV Reutlingen aus

Mit 7:6 nach Elfmeterschießen kegelt der VfL Pfullingen den SSV Reutlingen raus. Vor allem zwei Spieler bestimmen die Geschichte des Pokalspiels.
Von
Larissa Renz
Metzingen
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Fussball wfv-Pokal | VfL Pfullingen vs. SSV Reutlingen: Fussball wfv-Pokal | VfL Pfullingen (blau) vs. SSV Reutlingen (rot) // 2025-08-13 // Foto: Joachim Baur // TW #31 Tim Zemmer (VfL Pfullingen)

Er wird zum Spieler des Spiels gegen den SSV Reutlingen: Der Torhüter des VfL Pfullingen, Tim Zemmer (am Ball), hielt den letzten Reutlinger Elfmeter.

Joachim Baur
  • VfL Pfullingen besiegt SSV Reutlingen im WFV-Pokal nach Elfmeterschießen (7:6).
  • Tim Zemmer wird mit entscheidender Elfmeterparade zum Pokalhelden.
  • Nach 1:1 in Verlängerung gleicht Jakob Kuhle in der 121. Minute aus.
  • Neuzugang Majewski vergibt letzten Elfmeter für SSV, Markopoulos sieht Gelb-Rot (94.).
  • Pfullingen scheidet im Achtelfinale aus, SSV plant weitere Herausforderungen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein bunt durchmischter SSV Reutlingen sollte sich an die unerwartet große Herausforderung beim personell noch lückenhaft besetzten VfL machen. Im Vergleich zum Neckarsulm-Spiel bekamen Maxim Schmalz, Noah-Elias Maurer, Willie Sauerborn, Tom Ruzicka, Ben Hageloch und der angesprochene Majeswki das Vertrauen des Trainers, Alexander Strehmel. Albert Lennerth brachte David Kemmler und Finn Beck für Armin Humic und Melwin Ruckaberle.

Das Nachsitzen bei 32 Grad

Die Gäste waren gewillt, früh in Führung zu gehen und übernahmen prompt Ball und Spielkontrolle: nach vier Minuten musste Tim Zemmer für die Gastgeber das erste Mal halten. Und die Gäste-Präsenz in der Pfullinger Spielfeldhälfte nahm nicht ab. Ein Schuss ging über den Kasten (9. Minute), kurze Zeit später musste nach guter Flanke mit dem Kopf geklärt werden (12.). Als die Pfullinger dann zunehmend besser ins Spiel fanden, wurde es für die Kreuzeichekicker spürbar schwerer. In der 18. Minute dann die erste Torannäherung von Blau-Weiß. Nach einer Flanke in den Strafraum packte Marcel Binanzer sicher zu. So wurden bis zur Trinkpause auf beiden Seiten gute Chancen liegengelassen. Danach allerdings brannte es kurzzeitig: Nach Eckball und Flanke retten die Pfullinger gegen zwei SSV-Nachschüsse in höchster Not (30.). Näher dran an der Führung waren die Reutlinger bis dahin nicht. Ohne Tore ging es in die Halbzeit.

Auf der Bank tut sich was

Beim Blick auf die Aufstellung fällt es bereits auf: Da ist doch ein neuer Name in der Startelf. Auf der linken Seite verteidigte im Pokal erstmals Philipp Majewski. Dessen Verpflichtung gab der Verein unmittelbar vor Anpfiff des Pokalspiels bekannt. Der 24-jährige Linksverteidiger kommt vom ASV Neumarkt und bringt die Erfahrung von über 100 Bayernliga-Spielen mit an die Kreuzeiche. Seine Verpflichtung sei die direkte Reaktion auf den Kreuzbandriss von Manuel Walz.

Ein anderer Name wird hingegen nicht mehr auftauchen: Angreifer Oskar Prokopchuk wird den Verein aus familiären Gründen nach nur wenigen Wochen wieder verlassen. Er wechselt in Oberliga Rheinland-Pfalz zum FK Pirmasens und könnte am Samstag bereits gegen den Hamburger SV im DFB-Pokal auflaufen.

Rein in die zweite Hälfte. Nach weiteren 15 torlosen Minuten wurden dann beide Trainer ungeduldig und versuchten das Spiel mit frischen Kräften von der Bank zu beleben. Lennerth setzte auf Armin Humic und Melwin Ruckaberle; Strehmel brachte Konstantinos Markopoulos, Riccardo Gorgoglione und Jonas Meiser (61.). Gorgoglione (63.) und Markopoulos (70.) wurden prompt vorstellig, der Beginn einer offensiven Drangphase des SSV mit einigen knappen Torschüssen. Zudem scheiterten die Gäste immer wieder an einem bärenstarken Tim Zemmer im VfL-Tor. Das 0:0-Unentschieden bis zum Ende der zweiten 45 Minuten war daher durchaus verdient für den Landesligisten. Die letzten Minuten der offiziellen Spielzeit wurden nochmal hektisch, an der Tatsache, dass es in die Verlängerung ging, änderte das aber nichts.

Dann aber fackelten die Reutlinger nicht lang. Kaum hatte Schiedsrichter Maurice Hummel die Partie freigegeben, zappelte der Ball im Netz. Maxim Schmalz wurde von seinen Teamkollegen für die 1:0-Führung geherzt. Ein wichtiges, erstes Saisontor des 19-Jährigen, der die Kreuzeichekicker ganz nahe ans Achtelfinale brachte. Besonders bitter aus Sicht des VfL: Zemmer war noch am Ball, konnte die Gäste-Führung nicht verhindern. Doch lange währte die Freude nicht. Der eingewechselte Markopoulos flog mit gelb-roter Karte vom Platz (94.). Zehn Reutlinger überstanden in der Folge mehrere VfL-Standards. In Teil zwei der Verlängerung probierten sich noch Sven Packert und Tom Ankele am Ausgleich (110.). Und es kam, was kommen musste: In der 121. Minute fiel das 1:1 durch Jakob Kuhle.

Die Landesligisten hatten den Vortritt im Elfmeterschießen und da gab sich erstmal keiner der Schützen die Blöße. Und dann wurde Neuzugang Majewski zur tragischen Figur und Tim Zemmer endgültig zum Pokalheld: Er hielt den Schuss des Kreuzeichekickers, der letzte Elfmeter des SSV – und landete, verdient, ganz unten im Pfullinger Jubel-Sauhaufen.

So spielten sie

VfL Pfullingen: Zemmer (TW), Seiz, Kemmler, Packert, Rall, Ankele, Sentürk, Klemenz (66. Ruckaberle), Beck, Dogan, Freitas Nogueira (60. Humic)

SSV Reutlingen: Binanzer (TW), Hageloch, Toth, Gangloff, Vochatzer, Schmalz, Maurer (61. Gorgoglione), Sauerborn (61. Markopoulos), Majewski, Pepic (79. Vogler), Ruzicka (61. Meiser)

Tore: 0:1 Schmalz (91.), 1:1 Kuhle (121.)

Gelb-rote Karte: Markopoulos (94.)

Schiedsrichter: Hummel