Wanderschuhe statt Klassenzimmer: Metzinger Jugendliche starten in Südtirol ins Schuljahr

72 Schülerinnen und Schüler konnten dieser Tage Land und Leute, Geschichte, Kultur und Natur Südtirols kennenlernen.
DBG- Kursstufe 12 des DBG Metzingen startete das Schuljahr mit einer Studienfahrt nach Südtirol.
- Neun Tage Programm: Wanderungen, Dolomiten-Tunnel, Berliner Hütte und Sonnenhof in Raas.
- Stationen waren Brixen, Bozen mit Ötzi-Museum und der Südtiroler Landtag zur Autonomie.
- Höhepunkte: Seekofel-Aufstieg, Pragser Wildsee, Schneeberg-Bergwerksmuseum und Schneefall.
- Tradition seit Jahrzehnten, 66. Fahrt: Organisator Tilmann Müller gibt nach 21 Jahren die Leitung ab.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Neun Tage lang war die gesamte Kursstufe des Gymnasiums aus Metzingen in Südtirol unterwegs. Die traditionsreiche Studienfahrt wurde in diesem Jahr bereits zum 66. Mal durchgeführt. Die Südtirol-Exkursion bot auch 2026 wieder Abenteuer, beeindruckende Landschaften und viele Gelegenheiten, als Jahrgang zusammenzuwachsen.
Während andernorts das Schuljahr mit Stundenplänen und Klassenzimmern beginnt, heißt es für die Kursstufe 12 traditionell: Wanderschuhe schnüren und auf nach Südtirol. An einem frühen Morgen im September startete die Fahrt – für manche vermutlich früher, als es der persönliche Biorhythmus vorgesehen hatte. Nach sechs Stunden Busfahrt wartete bereits die erste Herausforderung: die drei- bis vierstündige Wanderung zur Berliner Hütte. Oben angekommen, waren die Beine müde, der Hunger groß und die gemütliche Hütte samt leckerem Essen eine wohlverdiente Belohnung. Der erste Abend fiel entsprechend kurz aus.
Von historischen Tunneln zu hohen Gipfeln
Am nächsten Morgen ging es vorbei an einem ehemaligen Gletscher und über dessen Moräne zurück ins Tal. Nach einer weiteren Busfahrt erreichte die Gruppe den Sonnenhof in Raas, der für die kommenden Tage Unterkunft und Ausgangspunkt zahlreicher Unternehmungen sein sollte.
Am Samstag erkundeten die Schülerinnen und Schüler Brixen: Nach einer Wanderung mit Aussichtspunkt blieb Zeit für eine Stadtrallye und eigene Entdeckungen. Zurück im Sonnenhof lockten Pool und Volleyball – eine willkommene Erholung, bevor am Abend ein Vortrag über den Gebirgskrieg am Lagazuoi auf den nächsten Tag einstimmte.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den vielfältigen Wanderungen durch die beeindruckende Berglandschaft.
DBGBei bestem Wetter ging es am Sonntag in die Dolomiten. Durch historische Tunnelanlagen aus dem Ersten Weltkrieg stieg die Gruppe zum Gipfel hinauf. Die engen Gänge machten die Geschichte des Gebirgskrieges eindrücklich erlebbar. Oben entschädigte ein atemberaubender Ausblick für die Anstrengung.
Am folgenden Tag wurde es nicht weniger sportlich. Nach einem steilen Auftakt führte die Wanderung durch eine herrliche Berglandschaft. An einer Raststelle ließen sich sogar Murmeltiere beobachten – tierische Begegnungen, die man nicht jeden Tag im Schulalltag erlebt. Danach teilte sich die Gruppe: Während die Gipfelstürmer den Seekofel mit 1300 Höhenmetern erklommen und mit einem grandiosen Rundumblick belohnt wurden, wanderte der andere Teil über ein Joch hinunter zum Pragser Wildsee. Ein Sprung ins berühmte Wasser blieb aus: Baden war dort leider nicht möglich. Am Abend kamen alle wieder im Sonnenhof zusammen – mit unterschiedlichen Wegen, aber reichlich Gesprächsstoff.
Ötzi und Südtirols politische Besonderheiten
Am Dienstag stand Bozen auf dem Programm. Im Südtiroler Archäologiemuseum begegneten die Schülerinnen und Schüler Ötzi, dem berühmten Mann aus dem Eis. Der rund 5300 Jahre alte Fund machte Geschichte auf besondere Weise greifbar. Anschließend besuchte die Gruppe den Südtiroler Landtag und erfuhr mehr über die Autonomie der Region. Damit kamen neben Natur und Geschichte auch politische Bildung und aktuelle gesellschaftliche Fragen nicht zu kurz.
Nach so vielen Eindrücken blieb im Sonnenhof Zeit für Tischtennis, Pool und Spiele. Am Mittwoch führte eine kleinere Wanderung durch die Apfelanbaugebiete Südtirols. Sportliche Aktivitäten auf einem nahegelegenen Platz rundeten den Tag ab.

Die Jugendlichen konnten die Natur unmittelbar erleben, ihre Ausdauer unter Beweis stellen und zugleich viele gemeinsame Erfahrungen sammeln.
DBGDoch die Reise war noch nicht vorbei: Am Donnerstag standen der Besuch des Bergwerksmuseums am Schneeberg, mit spannenden Einblicken in die Geschichte des Bergbaus und die Arbeitsbedingungen vergangener Zeiten sowie der anspruchsvolle Anstieg zur Schneeberghütte mit 1300 Höhenmetern, an. Als besondere Überraschung setzte am Abend sogar Schneefall ein – Südtirol zeigte noch einmal, wie viele Jahreszeiten in eine einzige Fahrt passen.
Den letzten gemeinsamen Abend verbrachte die Gruppe mit Singen und Spielen. Am nächsten Morgen folgte der Abstieg mit mehr als 1200 Höhenmetern, bevor sich alle auf die lange Heimfahrt nach Metzingen machten. Müde, wohlbehalten und um zahlreiche Erlebnisse reicher kamen sie wieder zu Hause an.
21 Jahre Engagement – eine Tradition mit Zukunft
Was bleibt von dieser Fahrt? Natürlich die Gipfelblicke, die Murmeltiere, die historischen Stätten und vermutlich auch der eine oder andere Muskelkater. Vor allem aber bleibt die Erfahrung, gemeinsam Herausforderungen zu bewältigen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und sich gegenseitig zu unterstützen. Wer miteinander steile Wege erklimmt, lernt sich anders kennen als im Klassenzimmer. So wird aus einer Kursstufe eine Gemeinschaft.
Besonders wichtig war jedoch das Miteinander. Die gesamte Kursstufe befindet sich in der Vorbereitung auf das Abitur. Während der neun Tage gab es deshalb zahlreiche Gelegenheiten für Gespräche, Begegnungen und das gegenseitige Kennenlernen. Abseits des Schulalltags wuchs die Gruppe weiter zusammen. Gemeinsame Anstrengungen, Erlebnisse und Herausforderungen stärkten den Zusammenhalt und sorgten für eine besondere Atmosphäre.
Dass diese Erlebnisse möglich werden, ist keineswegs selbstverständlich. Möglich gemacht hat das auch Hauptorganisator, Tilmann Müller, der die Südtirol-Exkursion seit 21 Jahren mit großem Engagement, viel Erfahrung und persönlichem Einsatz leitet. Über mehr als zwei Jahrzehnte hat er Generationen von Schülerinnen und Schülern ermöglicht, Südtirol nicht nur zu besuchen, sondern aktiv zu entdecken – landschaftlich, geschichtlich und menschlich. Nun gibt er die Leitung ab. Viele ehemalige und aktuelle Teilnehmende verbinden mit der Exkursion besondere Erinnerungen. Auch künftig sollte sie angeboten werden, denn sie verbindet Naturerlebnis, Geschichte, politische Bildung und soziales Lernen auf anschauliche Weise.
