Weltwassertag 2021
: Was der Weltwassertag mit Tansania und der Gemeinde St. Johann zu tun hat

Der 22. März ist weltweit der Tag des Wassers. Ein Aktionstag durch den unter anderem darauf aufmerksam gemacht werden soll, wie kostbar sauberes Trinkwasser tatsächlich ist – auch für die Menschen im Norden Tansanias und in St. Johann.
Von
swp
St. Johann
Jetzt in der App anhören

Der 22. März ist weltweit der Tag des Wassers. Ein Aktionstag durch den unter anderem darauf aufmerksam gemacht werden soll, wie kostbar sauberes Trinkwasser tatsächlich ist.

Johnny McClung/Unsplash

Der 22. März ist weltweit der Tag des Wassers. Ein Aktionstag durch den unter anderem darauf aufmerksam gemacht werden soll, wie kostbar sauberes Trinkwasser tatsächlich ist – auch für die Menschen im Norden Tansanias.

Der Verein HiP – Helfen in Partnerschaft, erläutert am heutigen Weltwassertag sein aktuelles Projekt in Tansania und verknüpft dieses aktuelle Engagement mit Erinnerungen an den Start der Albwasserversorgung: „Wer könnte es besser wissen als die Bewohner der Schwäbischen Alb: Wassermangel ist etwas Furchtbares. Deshalb wurde unter größtem Jubel der Bevölkerung im Februar 1871 – also vor rund 150 Jahren – die erste Pumpstation der Albwasserversorgung in Justingen in Betrieb genommen. Das kostbare Nass stammte aus der Schmiech, und der schwäbische „Wasserpionier“ hieß Karl Ehmann.

Tränke fürs Vieh

Eben dieser „Erste Staatstechniker“ war es auch, der die erste flächendeckende Wasserversorgung von Bad Urach auf den Weg brachte, die dann Grundlage für den stetigen Ausbau der Versorgung der Albgemeinden wurde. Gut, sich ausgerechnet am Weltwassertag daran zu erinnern. Und noch besser, wenn man diese Erinnerungen mit der Gegenwart verbindet. Zum Beispiel mit dem Schicksal von rund 10 000 Massai im Norden Tansanias: Als sich vertriebene Massai 1970 im Dorf Malambo ansiedelten, sorgte die Regierung für eine Wasserversorgung. Von einem sieben Kilometer entfernten Bergfluss wurde eine Leitung ins Dorf verlegt und damit vor allem die Schulen und eine Krankenstation versorgt. In den vergangenen Jahren wurden außerdem Zapfstellen für die Einwohner und zur Viehtränke angeschlossen. Diese Stahlleitung ist spürbar in die Jahre gekommen und muss dringend erneuert werden. Immer wieder wird die durch Steinschlag verbeulte Leitung mit Schlamm verstopft. Nun wird sich Angelika Wohlenberg (bekannt als „Mama Massai“) mit ihrem Team um die Sanierung der Wasserleitung kümmern.

Projektleiter Dirk Frykowski ist ausgebildeter Wassertechniker. Er plant, die Leitung teilweise in Felsen und Zement zu legen, damit sie nicht mehr von Erdrutschen beschädigt wird. Zusätzlich soll ein Wasserhochbehälter errichtet werden, der sowohl Reinigungs- als auch Speicherfunktion haben soll. Damit stellt sich Dirk Frykowski einer großen Herausforderung, denn das bergige Gelände ist schwer zugänglich, und es wird viel Manpower notwendig sein.

Wir als Verein Helfen in Partnerschaft wollen den Massai, die in der tansanischen Gesellschaft kaum eine Stimme haben, ein starkes Hoffnungszeichen senden. Eine gesicherte und unterbrechungsfreie Wasserversorgung wird ihre sozialen Einrichtungen stärken und ihnen dabei helfen, ein würdevolles Leben zu führen.“